Der letzte Sonntag im Monat!


Education is the most powerful weaponDem letzten Sonntag im Monat fiebern alle Kinder ganz aufgeregt entgegen. Denn, an diesem Tag werden die Geburtstage aller Maedchen gefeiert, die in diesem Monat Geburtstag hatten. Im Oktober waren es sechs Kinder, das hiess, 3 leckere Torten Grinsen

Die Geburtstagskinder ziehen ihre besten Kleider an und schmuecken sich mit allen Kettchen und Haarspangen die sie haben. Anschliessend kommen sie an die lange Tafel, wo schon alle auf sie warten. Die Kerzen werden angezuendet und gemeinsam wird „Happy Birthday“ und eine sinhalesische Version davon gesungen. Danach durfte jedes  Geburtstagskind seine Kerze auspusten und endlich den Kuchen anschneiden Grinsen. Hierbei ist es Ritual, dass jeder von dem ersten Stueck Kuchen abbeissen muss. (Vielleicht um zu zeigen, mit dir/euch teile ich alles? Ich habe noch keine Antwort bekommen, bleibe aber dran Winken)

Unsere Geburtstagskinder Subani und KumariUnsere Geburtstagskinder Sodi und AchiniUnsere Geburtstagskinder Nandika und Udenika

Ein weiterer Hoehepunkt dieses besonderen Tages ist, dass die Eltern und Verwandten der Maedchen die Moeglichkeit haben ihre Kinder zu besuchen. Voller Hoffnung und Freude warteten die Maedels auf ihren Besuch. Ich konnte die innere Anspannung der Maedchen foermlich spueren.

Doch leider sind nicht alle Kinder, froehlich, gluecklich und hoffnungsvoll an diesem Tag. Sie wissen mittlerweile, dass sie keiner besuchen und beschenken wird. Es war schmerzhaft fuer sie zusehen zu muessen, wie die anderen Maedchen neben ihren Muettern, Vaetern oder Verwandten sitzen, sich unterhalten und kleine Geschenke entgegennehmen.

Was geht wohl in den Koepfen der enttaeuschten Maedchen vor sich? Hat mich keiner lieb? Bin ich jemanden wichtig?

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, und bin darauf gekommen, dass es wirklich sehr, sehr schwierig gerade fuer diese Maedchen ist. Natuerlich geht es allen im Angels Home super gut. Es fehlt ihnen an nichts! Aber, hat nicht jeder das Beduerfniss, zu wissen, da gibt es einen Menschen, fuer den bin ich der wichtigst im Leben? Auf diesen kann ich mich immer verlassen, in jeder Situation, egal wie schlimm sie auch sein mag? Ohne Frage haben die Maedels Frank, Julia und die Helferinnen. Mit ihnen koennen sie ueber alles reden, sie bekommen grosse Unterstuetzung in allen Bereichen und alle haben immer ein offenes Ohr fuer Probleme und Vertraulichkeiten. Doch damit ein Heim so gut funktioniert wie dieses ist es wichtig, dass alle gleich behandelt werden und keiner bevorzugt wird.

Ich glaube, genau dies ist der entscheidende Punkt. Alles muss geteilt werden. Kaum etwas ist fuer einen ganz allein. Das einzigste, was allein ihnen gehoert sind ihre Eltern! Von ihnen nicht respektiert und annerkannt zu werden, ist dass schlimmste und einpraegsamste was einem Kind passieren kann!

Diese ganzen Ueberlegungen haben mich sehr traurig und nachdenklich gestimmt. Doch gleichzeitig haben mich diese Gedanken daran erinnert, was fuer ein Glueck ich habe. Ich habe eine wunderbare Familie, einen tollen Freund mit einer ebenso gutmuetigen Familie. Von allen erfahre ich zu jeder Zeit Unterstuetzung, Geborgenheit und Liebe. Was ist das fuer ein Luxus?!

Luxus, den ich nicht durch andere Gueter ersetzen kann.

Doch ich habe die Moeglichkeit, von meinem Glueck etwas abzugeben und den Kummer der Maedchen zu schmaelern.

Eure Sandra