Good bye Sri Lanka, hello Germany! 10.10.2011


Das Praktikum von Lisa neigt sich dem EndeDer 2.10.2011 war mein letzter Tag im Angels Home.  Ich machte mich wie immer morgens um halb 8 fertig für das Heim. Ich fuhr ein letztes Mal die Beachroad mit dem Fahrrad entlang, doch irgendwie war ich gar nicht traurig. Ich war eher ausgelassen und freute mich, dass ich bald wieder eine von vielen sein werde und  mich wieder  unbeobachtet  in den Straßen bewegen kann. Keine  ‚Heiratsanträge‘ von einigen verzweifelten Beachroadbewohnern mehr-ich dachte mir nur der wunderschöne Sonnenuntergang  der Beachroad wird mir fehlen.

Ich erreichte auf meinem Klapperrad wie jeden Tag der vergangenen 2 Monate nun das letzte Mal das tolle grüne Gate des Angels Home. Ich beschloss meine Ankunft  auf Video aufzunehmen, die süßen guten Morgen Rufe der Mädchen wollte ich einfach mit nach Hause nehmen, um mich immer daran erinnern zu können. Alle strahlten wieder in meine Kamera. Ich war total glücklich, realisierte wie viel so ein Kinderlächeln doch auch für mich bedeutet und ich hatte das Gefühl, sie haben mich doch wirklich lieb gehabt. Ich erinnerte mich daran wie viel Spaß ich am Ende mit jedem einzelnen Mädchen hatte und wie sich jedes Gesicht für mich nach einer Weile zu einer einzigartigen Persönlichkeit verwandelte.

Am Anfang hatte ich Angst, dass sich grade die älteren Mädels nicht öffnen werden, weil sie denken es lohnt sich für 2 Monate nicht. Doch auch die älteren Mädchen tauten  schnell auf und ich glaube, dass meine offene Art einen großen Teil dazu beigetragen hat.  Das zeigte sich dann auch bei meinen Olympischen Spielen ab, wo wirklich alle Mädchen sofort dabei waren.

Abschied LisaWie auch immer, oft sprachen die Mädels mich an, dass ich eine tolle Praktikantin sei und dass sie mich gern in ihrer Nähe haben. Wenn ich im Heim geschlafen habe, saßen wir abends noch im Kreis und ich hab ein bisschen aus Deutschland erzählt und versucht zu erklären, was anders bei uns ist. Grade dann waren besonders die älteren Mädels  interessiert. Ich hatte eine tolle Zeit mit Ihnen und habe viel dabei für mich gelernt. Am Anfang, als die Mädchen noch Ferien hatten kamen mir die Tage sehr lang vor. Die Mädels saßen meistens den ganzen Tag draußen , wir spielten unterschiedliche Brettspiele  oder waren einfach auf dem Gelände unterwegs. Als dann später die Ferien vorbei waren und der normale Alltag einkehrte, vermisste ich öfters mal die Zeit wo wir einfach stundenlang im Garten saßen und  mit Händen und Füßen klönten. Damit will ich nicht sagen, dass mein Arbeitstag super anstrengend war, sondern nur das die Tage viel zu schnell vorbeizogen, als ich mehr mit Englischnachhilfe zu tun hatte und die Mädels erst am 2 Uhr sehen konnte. Aber ich habe es dann einfach genossen, am Ende des Tages noch mit den großen im Garten zu sitzen, über Teenagersachen zu reden oder mit den kleinen Ticken oder Verstecken zu spielen. Eine unbeschwerte Zeit, bei der man die vorher so „wichtigen Dinge des Lebens“ wie Shoppen oder Partys total vergisst Winken

Abschied LisaDie andere Seite, die ich jedoch außerhalb vom Heim erlebt habe, wie mein 3 tägiger Trip Richtung Kandy oder meine freien Tage, die ich meistens an einem Hotelpool verbracht habe, brachten nicht nur positive Erlebnisse mit sich. Ich habe  viele tolle Dinge gesehen und erlebt,  wie den Zahntempel, den Ritt auf einem Elefanten durch eine Palmenplantage, aber ich musste leider auch wieder erfahren dass man sich als ‚weißer  Mensch‘  allein nicht so normal auf den Straßen bewegen kann.  Ich bin vor Tuktukfahrern geflüchtet, weil sie mir Angst eingejagt haben, wenn ich nicht den völlig überteuerten Preis bezahlen wollte. Habe schließlich kein Brot mehr gekauft, weil der Bäcker auf einmal das dreifache für ein Brot von mir haben wollte, als von einem Einheimischen. Hinzu kam auch, dass meine Tage am Hotelpool, nicht wirklich so abgelaufen sind, wie ich es mir vorgestellt hatte.  Ich konnte einfach bis zum Schluss mit der ständigen Anmache einiger Singalesen nicht umgehen.

Auch habe ich es einfach entsetzlich vermisst mich frei zu bewegen, einfach mal abends noch rauszugehen oder vielleicht zu joggen. Das war aber hier auf Sri Lanka leider zu gefährlich. Vielleicht habe ich das aber auch nur so empfunden, weil ich mich grade abends  oft allein gefühlt habe als einzige Praktikantin, auch wenn Frank und Julia oft zur Stelle waren und wir abends oft gemeinsam gegessen oder  im Garten geklönt haben.

Wieder Zuhause denke ich, dass ich auch als alleinige Praktikantin im Angels Home eine wunderschöne Zeit hatte, dass ich die Gesichter der Mädels nie vergessen werde und  das eine warme Dusche zwar angenehm ist, aber das kaltes Wasser auch seinen Zweck erfüllt.

Danke Frank und Julia für Alles Grinsen

Eure Lisa