Lisa Thomsen. Halbzeit...28.07.2011


ElefantenreitenLetzte Woche habe ich das erste Mal  bei den Mädels im Heim geschlafen und auch direkt bei  Ihnen im Schlafraum unten. Das war ihr Wunsch, da  sie sich dann sicherer fühlen, wenn auch einer vom Personal unten schläft und da die Matron frei  hatte habe ich das übernommen. Also ging ich gegen halb 10 abends mit den Großen zusammen ins Bett war  aber überhaupt nicht müde. Deshalb habe ich noch ein bisschen gelesen, da ich schnell müde werden sollte, denn aufstehen ist hier 6:00 Uhr. Wie erwartet half auch das lesen nicht und mein letzter Blick ging gegen 1 Uhr nachts auf die Uhr. Ich hatte nämlich auch das Glücksbett bekommen, direkt neben der brennenden Lampe. Nach dem auch ich dann endlich eingeschlafen bin, wurde ich gefühlte 5 Minuten später von der inzwischen vertrauten Glocke geweckt und dachte nur das kann nicht deren Ernst sein. Tot müde ging ich dann mit den Mädels zum Waschen und Zähne putzen.

Danach gab es erstmal einen leckeren Milktea und nach ein wenig Gartenarbeit dann auch Frühstück. Keine Brötchen, kein Rührei, kein Obst, keine Cornflakes, nicht einmal Rice & Curry NEIN es gab Nudeln!!! Fand ich gar  nicht schlecht.  Es war eine schöne Erfahrung im Heim zu schlafen, da man abends bei den Gesprächen gemerkt hat, dass die Mädels sich mehr öffnen, wenn sie wissen, dass man immer da ist.

Den Morgen über war ich sehr müde, bis ich hörte, dass wir wieder an den Strand gehen heute. Das war wieder wunderschön und ich war sehr enttäuscht, dass ich meine Kamera wieder vergessen hatte, da ich gerne von diesem Elan und der Lebensfreude, die immer in den Mädels aufblüht, ein Foto gemacht hätte. Naja wir werden hoffentlich nochmal an den Strand gehen, sonst bleiben die Bilder nur in meinem Kopf Grinsen

Am  Ende der Woche hatte ich beschlossen einen 3-Tage-Trip anzugehen.

Colombo, Sri Lanka.Mein Weg führte mich zuerst nach Colombo. Nach 2 Stunden stehen im überfüllten Bus, kam ich endlich an der Busstation an und fuhr mit einem Tuktuk zum Immigration Center um mein Visa zu verlängern. Nachdem ich endlich meinen Zettel abgegeben hatte, durfte ich noch 2 Stunden warten, bevor ich meinen Reisepass endlich wieder in der Hand hatte und gehen durfte. Während des Wartens sprach mich ein Mädel an, das aus Süddeutschland kam und an meinem deutschen Buch erkannte, dass ich ihre Sprache spreche. Sie hieß Janina und arbeitet auch in einem Kinderheim in Negombo. Sie ist nur 6 Wochen in ihren Sommerferien hier und wird danach ihr Abi machen. Es war sehr schön sich mit einer Deutschen zu unterhalten und auch noch so ziemlich das gleiche Erfahren zu haben. Wir tauschten Nummern aus und vielleicht treffen wir uns zum nächsten 3-Tage-Trip an der Ostküste. Nachdem ich den Ausgang aus dem Immigration Center gefunden hatte, wo einige peinlich gekleidete Europäer herumliefen, die meinen, sie müssten den Hindu-Style imitieren, ( Da hat man sich echt geschämt weiß zu sein. ), machte ich mich auf den Weg quer durch Colombo. Zuerst ging ich 2 Stunden einfach planlos durch die Straßen und beschloss dann mir die großen Shoppingcentren anzusehen. Also fuhr ich mit einem Tuktuk nach Majestic City (einer Shopping-mall)  und setzte mich zuerst in den Food-court um etwas zu essen. Der einzige Platz an einem Tisch, wo weder aufmüpfige singhalesische Kerle oder finster guckende Muslime saßen, war bei einer singhalesischen Omi mit ihren beiden Enkeln, die ein bisschen komisch aussahen muss ich zugeben… Aber dieses Bild verschwand ganz schnell , da sie super Englisch sprachen und ich mich gut mit ihnen unterhalten habe, als ich mir mein Thai-chicken reinpfiff. Sie haben mir auch erklärt wie das Bahnfahren funktioniert und mir den Weg nach Galle erklärt, wo ich erst geplant hatte hinzufahren.  Nach der netten Unterhaltung sah ich mich ein wenig im Shoppingcenter um und merkte, dass es mir schwer viel mich auf Sachen so konzentrieren bei all den nervigen Blicken der männlichen Singhalesen. Im Majestic City fand ich nichts Tolles und machte mich auf den Weg zum House of Fashion, dass die merkwürdigen Enkel mir empfohlen hatten. Ebenfalls schreib Janina mir, dass man dort günstig wegkommt. Ja, wenn man den auf die singhalesische Mode steht, was bei mir nicht so der Fall ist. Gegen 16 Uhr fuhr ich dann zurück nach Pettah wo der Markttrubel zu dieser Zeit ganz besonders sein soll. Ich muss sagen es war sehr schwer sich überhaupt auf dem Markt zu bewegen, ohne dabei vom Tuktuk überfahren zu werden oder von einem Händler in seinen Schuhladen geschliffen zu werden. Dann hatte ich genug von dem Markt der aussah wie die Türkei vor 15 Jahren und wanderte ein bisschen in Richtung Beach. Machte hier und dort ein schnelles Foto aber musste feststellen, dass ich Colombo im Großen und Ganzen nicht so berauschend fand. Und ich bin auch nicht so der Fan von botanischen Gärten. Irgendwann gegen Abend saß ich völlig platt auf einem Kantstein und überlegte wo ich den wohl einchecke zum Schlafen.  Mama hatte mir ein cooles Hotel empfohlen, das relativ günstig war und auch noch einen Pool hatte. Also musste ich wieder ein Tuktuk nehmen und diesmal hat der Fahrer mich richtig übers Ohr gehauen. Er schrie mich förmlich vor dem Hotel an und versuchte mich total abzuzocken ich bezahlte weniger als er verlangte aber trotzdem viel zu viel, aber ich bekam echt Angst vor diesem Fahrer. Ich versuchte den Gedanken an den blöden Fahrer einfach herunterzuschlucken und freute mich einfach auf ein leckeres Essen und auf das Baden im Pool am nächsten Morgen. Das Essen war unglaublich günstig und lecker und ich legte mich glücklich in mein riesiges Bett auf dem ich vorher erst mal ein bisschen herumgehüpft bin. Ja man kann auch alleine Spaß haben Grinsen

Mein HotelAm nächsten Morgen stand ich um 7 Uhr auf und freute mich tierisch auf das Frühstücksbuffet. Super leckeres Ei mit Bohnen und Speck und kleine Brötchen mit Käse und Croissants und Pancakes und Früchte, soooo lecker. Gestärkt beschloss ich dann eine Runde im Pool zu drehen, ging aber vorher lieber noch zur Rezeption und fragte, ob man den wirklich „wie Europäer“ baden darf, d.h. in Bikini. Sie nickten ganz schnell und riefen „YEEES! OF COURSE!“ . Zufrieden zog ich meine Badesachen an und ging an den Pool. Rein zufällig versammelte sich gerade das ganze Hotel Personal um den Pool und betriebt Alibi-Putzen. Selbst die Kellner vom Frühstück wurden plötzlich zum Pool-man. Ich beschloss mein T-Shirt anzulassen und schwamm meine paar Bahnen. Mir war echt unwohl dabei und das ärgerte mich wirklich. Dennoch erfrischt stieg ich aus dem Pool und wickelte mich ganz schnell in mein Handtuch ein. Den Gesprächen wich ich gekonnt aus und bei der Frage nach meiner Zimmernummer antwortete ich immer 1222, obwohl das Hotel nicht mal so viele Zimmer hatte hihi. Ich hoffte sie würden verstehen. Nachdem ich meinen kleinen Rucksack wieder gepackt hatte, ging ich zur Rezeption und entschied mich nach einer längeren Beratung um und machte mich auf den langen Weg nach Kandy, um dort Elefanten zu sehen und den Zahntempel zu besuchen.

Unterwegs in Sri LankaCa. 3 Stunden saß ich auf der Wagonverbindung zusammengequetscht mit einem französischen Pärchen und hielt mich fest und hoffte bitte nicht vom Zug zu fliegen. Das war eine zum Teil schreckliche,  aber auch total witzige Fahrt. Es ging quer durchs Bergland und die Natur war wunderschön. Palmen die am Rande des Flusses ins Wasser ragten und viele Tiere. Eigentlich wollte ich zum „Elephantophanage“ nahe Kandy, ließ mich aber leider vom Tuktukfahrer überreden zu einem anderen Ort zu gehen, wo ich Elefanten sehen und auch reiten könnte. Ich dachte mir wieso nicht und fuhr zu diesem anderen Ort. Doch ich war ein wenig enttäuscht, da mir die Elefanten sehr leid taten und es auch nur 3 Elefanten gab die festgekettet waren. Naja aber der Elefant schien wenigstens ein bisschen Spaß zu haben mit mir durch den Busch zu laufen.

Nach meinem Besuch bei den Elefanten nahm ich den nächsten Bus nach Kandy City und nach 1 ein halb Kandy-LakeStunden erreichte ich Kandy. Erst sah ich mich ein wenig um und genoss den Anblick von Kandy Lake und suchte mir etwas Leckeres zu essen. Nachdem mir ein kleines singhalesisches Mädchen an einem Stand ein Armband schenkte, war es höchste Zeit in den Tempel zu gehen, da um 18:30 die tiefen Tore zum Eckzahn Buddhas geöffnet werden und eine Zeremonie startet. Das wollte ich natürlich nicht verpassen und beeilte mich. Die Frau am Eingang ließ mich  nur leider nicht rein weil mein T-Shirt mit Ärmeln dennoch zu freizügig war. Ich hatte aber leider zufällig bei 35 Grad kein langärmliges dabei und beschloss deshalb mir einfach meine Leggings über die Arme zu ziehen. Was tut man nicht alles für Buddha, denn ich durfte dann hinein. Die Zeremonie war cool mit Trommeln und Flöten wurden die Tore geöffnet und für die Buddhisten war das ein großer Moment. Einige Mönche betraten den geheimen Raum und beteten.Vor dem Kandy Tempel in Sri Lanka Weiter oben im Tempel legten die Menschen tausende von Blumen nieder und beteten. Ganz viele kleine Babys wurden vor die Zahntür gelegt und die Eltern beteten. Danach sah ich mir noch ein wenig die Geschichte des Tempels an und den Elefanten, der vor kurzem gestorben ist, der auf der „Perahera“ den Zahn durch die Stadt führt und ausgestopft wurde. Später zündete ich noch ein Licht an für meine Familie und Freunde und hatte ein tolles Erlebnis im Tempel. Es war leider schon sehr dunkel nach meinem Tempelbesuch, sodass ich nicht mehr viel Zeit hatte um mich umzusehen, da ich nicht im Dunkeln, allein durch eine fremde Stadt laufen wollte. Also ging ich auch bald in mein Hotel und machte es mir bequem im gemütlichen Bett und ich genoss es einfach mal ein bisschen TV zu glotzen. Das war toll Grinsen

Am nächsten Morgen war ich wieder zu motiviert beim Frühstück und hab ganz viel gegessen, da ich wusste, dass ich eine lange Reise nach Negombo vor mir hatte. In den Pool ging ich einmal kurz am Morgen vor dem Frühstück, wurde zwar wieder begafft aber danach war ich sehr wach und fühlte mich fit. Also ging es wieder in den Zug Richtung Negombo. Jedoch fuhr der Kandy Train nicht direkt zu NegombosRailway und ich musste wieder Richtung Colombo. Nach 3 Stunden im Zug, diesmal aber mit Sitzplatz, stieg ich um in einen Bus nach Negombo der eine weitere Stunde fuhr. Es war ein langer Weg und ich erreichte endlich Negombo. Ich hatte gehört man könnte dort gut shoppen gehen und versuchte mein Glück. Fand aber nicht wirklich etwas, traf aber 2 Australierinnen die gerade angekommen waren und auch noch super planlos waren. Es war sehr cool sich mit den beiden zu unterhalten und wir schlenderten zusammen ein wenig durch die Straßen aber fanden keine tollen Läden, wo man so wunderbar shoppen konnte. Also machten die beiden sich auf den Weg nach Hause und ich ging noch ein wenig über den Markt und suchte dann meinen Bus Richtung Marawila. Als ich ihn endlich fand, war er leider schon rappel voll und ich durfte wieder stehen  und klebte mit meiner Wange an der Scheibe weil noch mehr und noch mehr Menschen in den Bus einstiegen. Das war eine schreckliche Rückfahrt und ich war super froh endlich unter der Dusche bei Frank und Julia zu stehen.

Das war ein sehr aufregender Trip für mich, vor allem weil ich ganz allein war und viele lustige Menschen kennengerlernt habe. Dennoch muss ich sagen, dass es schöner gewesen wäre wenn noch jemand dabei gewesen wäre. Dann hätte ich mich wahrscheinlich auch mal richtig konzentrieren können auf das was ich tue und hätte die ganzen Blicke vielleicht öfter vergessen können. Abends im Hotelzimmer fühlte ich mich auch manchmal etwas einsam und freute mich so sehr auf die Mädels im Angels Home. Jetzt bin ich wieder da und es ist schön wieder hier zu sein und die Erfahrungen in aller Ruhe sacken lassen zu können.

Bis bald, Lisa.