Lisa Thomsen. Kabaddi! Ein Spiel nicht nur für Kinder. 29.07.2011


Lisa ThomsenHey meine Lieben, hier folgt nun mein erster Post aus Sri Lanka. Nachdem ich endlich einen Weg aus Colombos Flughafen gefunden hatte, kam mir Julia sofort entgegen und ein Fahrer brachte uns nach Marawila. Da hat sich meine negative Einstellung gegenüber dem wurstigen Fahrstil der Hamburger Taxifahrer plötzlich rasch verändert. In Sri Lanka nimmt man es nicht so mit Gegenverkehr oder auch Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie dem Eingliedern in den Verkehr, NEIN man fährt hupend im Slalom mal auf der rechten Spur (Gegenverkehr) und dann mal wieder auf der Linken, das Motto dabei lautet nur, "wer die lauteste Hupe hat gewinnt..."

Nach dieser Achterbahnfahrt, bei der ich doch tatsächlich müde wurde, kamen Julia und ich zu Hause an und ich hab mich dann nochmal für 2 Stunden hingelegt, bevor es mit dem Tuk Tuk ins Heim ging Grinsen

Dort angekommen traf ich erstmal auf Frank und die derzeitige Praktikantin Annika. Julia und ich waren pünktlich zum Lunch da und mit jeder neuen Sache die ich probierte, verließen mich auch meine Reis-Diät-Pläne. Das Essen schmeckt unglaublich gut und da ich nur einmal am Tag Curry esse, zum Lunch, wird mir das wohl auch die nächsten 8 Wochen noch schmecken, schade auch Diät! Beim Essen wurde ich herzlich mit "good afternoon Lisa" begrüßt und auf mich waren 40 riesengroße wunderschöne braune Mädchenaugen gerichtet, die mich zum Glück nicht so ansahen, als wäre ich ein Glodfisch im Haifischbecken. Alle strahlten und man fühlte sich auf Anhieb total wohl. Nach dem lunch sah ich bei den ersten English-Classes zu und dachte mir schon das Programm für meine erste Gruppe aus. Ich werde voraussichtlich viel zu tun haben, da ich ab Sonntag die einzige Praktikantin im Angels Home sein werde. Nach der English-Lesson ist Teatime für alle und danach werden restliche Hausaufgaben und "gar ding" erledigt, wobei alle mit anpacken und das Gelände pflegen.

Natürlich hatte ich, wie Mama sagte, meinen Nagellack von Fuß und Hand noch nicht entfernt, was mich wirklich zu einer Attraktion bei den kleinen Mädels machte. Sie küssten die Hände und sagten immer "Nice, Lisa". Am letzten Tag habe ich allen versprochen, dass ich jedem einen Fingernagel rosa lackieren werde, das löste einen riiiieeesen Jubel aus!
KabbadiNach dem garding wurde ich in das beliebteste Spiel der Mädels eingeweiht. Mit ihrem gebrochenem Englisch und dem Singalesischen Mix zwischendurch, klang es wie das komplizierteste Spiel der Welt! Also hingen mir 15 Kinder am Arm und sahen mich mit ihren süßen Augen an und ich sollte mit ihnen KABADDI spielen. Ich meinte dass ich erstmal einmal zusehen werde und dann spiele ich mit. Beim Kabaddi gibt es zwei Teams die sozusagen in einem Volleyballfeld stehen und durch das Netz in der Mitte getrennt sind. Jeder im Team bekommt heimlich eine Nummer und dann kann’s auch schon losgehen. Das erste Team ruft eine Nummer und der, dem diese Nummer zugeordnet wurde, macht einen Strick unter dem Netz im Sand und sprintet auf die andere Seite und muss versuchen durchgehend Kabaddi zu sagen und dabei so viele Leute wie möglich ticken. Zwei mal ist es erlaubt, die Spielfläche an den Seitenrand zu verlassen um durchzuatmen. Nach dem dritten Run huscht man wieder in der Mitte durch zu seinem Team, aber Vorsicht, während der ganzen Zeit kann dich das gegnerische Team festzuhalten und zu Boden drücken sodass du dich weder an die Seitenlinie noch zu deinem Team retten kannst, dann bist du "OUT!". Die Mädels haben da unglaubliche Tricks drauf und ich bekam Tränen in den Augen als ich sie beim Spielen beobachtet hab. Es ist unglaublich zu verstehen wie Kinder und Jugendliche sich 3 Stunden daran erfreuen können einfach im Sand rumzualbern. Das Spiel ist das Allergrößte für sie am Tag und für mich ein großer Einblick in die Mentalität und Zufriedenheit dieser Kinder. Wenn ich daran denke, dass man in Deutschland jeden zweiten Jugendlichen nur durch die neuste Spielkonsole begeistern kann. Das war ein erstes wunderschönes Gefühl, auch dass sie dir ihre kleine Welt zeigen wollen und man sieht auch wie sehr sie Julia und Frank lieben. Es gab einen heftigen Jubel als Julia und Frank beim Kabaddi mitspielten.

Kurzinfo zu Kabaddi. Quelle Wikipedia

Abends waren Annika, Frank, Julia und ich dann in einem kleinen Restaurant für 3 Euro pro Person satt essen. Da gab es den besten HAUFEN Garnelen, den ich jemals gegessen hab, und das nicht weil sie nur 1 Euro gekostet haben. Ja auch diese Preise sind schwer zu verstehen aber erstmal gut für heute. Ich glaube das war schon ein kleiner erster Eindruck den ich geben konnte und ich freue mich auf den nächsten Bericht.  

Bis bald! Ich lebe noch Mami Grinsen