Simone Schöll. “Tomorrow trip”? Partybus wieder auf Tour. 19.04.2011


“Tomorrow trip” habe ich am 10.04.2011, dem Tag bevor wir los sind, mindestens zehnmal von freudestrahlenden Kindern gesagt bekommen. Die Vorfreude auf den gemeinsamen Trip war bei den Kindern schon Tage vorher riesengroß. Meine und Svenjas Freude hielt sich vorerst jedoch noch in Grenzen, weil wir wussten, dass die Kinder bei langen Busfahrten häufig brechen müssen und ich von mir aus Erfahrung weiß, dass ich mich mit übergeben muss, wenn ich den Geruch nur rieche. Aber die Feude auf die Zeit mit den Kindern und auf ein Abenteuer unter freiem Himmel überwog.

voller BusAlle müdeAm 11.04.2011 begann der Tag für mich um halb fünf, im Vergleich zu den Mädels ziemlich spät. Sie mussten schon um halb vier aufstehen und sich fertig machen. Als wir dann um halb sechs ins Heim kamen, waren glücklicherweise auch schon alle fertig und mit ihren besten Kleidern ausgestattet. Leider war der Bus viel zu klein und wir saßen dann teilweise zu viert auf zwei sitzen. Julia und Frank fuhren dann freundlicherweise mit dem Motorrad, damit die Kinder nicht noch weniger Platz haben. Das Platzproblem war später allerdings nicht weiter schlimm, weil sich die Kleinen dann zum Schlafen schön an einen kuscheln konnten und die Großen haben dann irgendwann im Gang getanzt, so dass sie gar keinen Sitzplatz mehr brauchten.

frühstückenDen ersten Stopp legten wir schon nach knapp 40 Minuten in Dederuoye ein. Dort genossen wir dann unser Frühstück. Der Platz war wunderschön, wir saßen auf Decken unter großen Bäumen, die Schatten spendeten und vor uns lag ein Fluß.

Danach wurde wieder alles im Bus verstaut und der Partybus fuhr weiter. Laute Musik und viele der Mädels waren am Tanzen. Padmini und Dinesha blieben jedoch auf ihren Sitzen, da sie mit der Übelkeit zu kämpfen hatten. Sie konnten es nicht mehr aufhalten und haben sich beide übergeben. Dinesha schaffte es noch, sich aus dem Fenster zu hängen und Anne hielt tapfer Padminis Spucktüte. Das Zielvermögen war jedoch nicht ganz so gut und einiges ging daneben. Der Gestank hielt sich in Grenzen, da wir wenige Minuten später auch schon an unserem zweiten Stopp angelangt waren, einem Navy Camp in Kalpitiya. Die Kinder bekamen eine kleine Führung durch das Gelände, uns Weißen war der Zutritt jedoch nicht gestattet. Also warteten wir ein paar Minuten auf die Mädels und fuhren danach weiter. Julia und Frank suchten dann mit dem Motorrad schonmal nach einem schönen Platz, den sie dann in der Nähe von Thalawila (wo auch der letzte Trip schon hinging) fanden. Sie fanden einen großen überdachten Platz unweit des Meeres, dort ließen wir uns dann auch nieder.Unsere Unterkunft

Wir packten jede Menge Zeug aus dem Bus (Ich wusste gar nicht das so viele Dinge und Menschen in einen so kleinen Bus passen können): Essen, Planen, Wasser, ... Nachdem sich jeder ein bisschen ausgebreitet hat, gab es dann Essen. Jeder bekam ein Lunchpaket mit Reis und Curry. Da die großen Mädels das Essen am Tag davor noch bis um eins in der Nacht mit vorbereitet haben und auch alle wieder früh aufstehen mussten, waren dann einige ziemlich müde und wir legten uns für eine halbe Stunde hin. Danach als alle wieder topfit waren, wurde getobt und Ball gespielt. Der Höhepunkt bildete das Elle-Spiel auf einer großen Heide, bei dem wirklich alle mitspielten, sogar Laxman und die beiden Busfahrer (die sehr nett waren und die nötige Spannung durch ihr engagiertes Agieren ins Spiel brachten).

Füße ins MeerDa hier Religion eine große Rolle spielt, was auch immer wieder auf der Busfahrt deutlich wurde, da sie am Anfang und am Ende gebetet und gesungen haben, gingen wir danach noch alle gemeinsam in eine nahe gelegene Kirche. Als wir fertig mit Gebet und Gesang waren, zog sich der Himmel mit Wolken zu und es begann zu regenen. Wir liefen also alle schnell zu unserer Unterkunft zurück und hofften, dass es aufhört, da wir eigentlich an den Strand wollten. Nach einigen Minuten hat es auch wieder aufgehört und wir konnten uns auf den Weg machen.

Das Glück hielt aber nicht lange an. Nachdem wir gerade mal zehn Minuten unsere Füße ins Wasser gehalten und ein bisschen geplanscht haben (mehr war nicht möglich, weil die Strömung so stark war), bekamen wir auch eine Abkühlung von oben zu spüren, es begann zu regnen und wir gingen wieder zurück zu unserer Schlafstätte.

AußenbadezimmerMitllerweile fing es auch schon etwas an zu dämmern und die Kinder wuschen sich am Brunnen. Svenja und ich beschränkten es auf Katzenwäsche.

Wir aßen noch gemeinsam zu Abend und dann fielen den ersten Kleinen auch schon die Äuglein zu und einige von den Großen hätten am liebsten noch die ganze Nacht gequatscht. Ich legte mich dann irgendwann zwischen die Kinder auf den Boden zum Schlafen, auch wenn ich nicht so viel geschlafen habe, weil ich öfters von Katzen, Hunden und träumenden Kindern wach wurde, was aber nicht weiter schlimm war. Ich wusste ja, dass es in der nächsten Nacht wieder besser sein wird.

AußenkochstelleUm halb sechs waren dann schon wieder die ersten Geräusche zu vernehmen und bald darauf waren dann auch wieder alle wach. Dann hat man sich gewaschen und es wurde gefrühstückt; Brot mit Kokosnuss-Sambal, sehr lecker. Das Frühstück, das Mittagessen und den Tee bereiteten die Kinder und Daisy komplett vor Ort zu, obwohl wir nur eine kleine Feuerstelle hatten, doch es schmeckte wie immer sehr gut.

Bis zum Nachmittag wurde wieder gespielt und wir konnten nochmal einen Strandbesuch unternehmen, doch die Sonne war so drückend, dass wir bald wieder zurück gingen. Dann wurden alle Sachen gepackt und wieder zum Bus gebracht und dieses Mal auf dem Dach verstaut – eine sehr gute Idee.Unser Matron

Als alles fertig aufgeräumt war, besuchten wir nochmals die Kirche. Wir sahen, wie ein Baby zu einem Altar gebracht wurde und ich vermute mal, Segen oder etwas in der Art bekam. Danach machten sich die Kinder noch heiliges Öl in die Haare, was dann auch schnell in meinen Haaren landete, aber ich fühlte mich sowieso schon so schwitzend und eklig nach zwei Tagen bei der Hitze ohne richtiges Waschen, da machte das auch nichts mehr aus. Spaß am FlußAuf dem Rückweg fuhren wir dann wieder an den Platz, an dem wir hinwärts gefrühstückt haben, um uns in dem Fluß zu „waschen“ (bei mir blieb’s beim Plantschen). Es war richtig toll, weil der See sehr flach war und zum Baden einfach perfekt geeignet. Wir plantschten und lachten, die Kinder hatten eine riesen Freude und nachdem wir dann dort noch Tee getrunken haben, ging es wieder zurück in Richtung Heim.

Es wurde noch Gott gedankt, dass nichts passiert ist und dann wurde ausgeladen. Und anscheinend fielen die Kinder danach genauso müde, aber glücklich ins Bett wie wir. Es war ein toller Trip und ich finde es schön, dabei gewesen sein zu dürfen!