Melanie Bierut. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 21.03.2011


Die Zeit rennt momentan. Mein letzter Tag im Angels Home hier in Marawila ist nun nach sechs Wochen vorbei. Es sind so viele Eindrücke. Ich kann sie schwer in Worte fassen und es fiel mir auch nie wirklich leicht, den Leuten zuhause  meine Eindrücke und Gefühle zu vermitteln. Wie riecht es hier, wie schmeckt es, wie sind die Kinder, wie hört sich Marawila an, wie lebt man hier als Praktikantin…..

Es gibt zahlreiche viele schöne Momente, die ich vermissen werde.

Ich werde das Kinderlachen vermissen. Das manches Kind mir auf den Schoß klettert.

Ich kunstvoll Blumen in meine Haare gesteckt bekomme. Das stundenlange begeisterte Memory spielen. Zu zuschauen wie kreativ die Mädels mit den Blüten und Blättern Kunstwerke zaubern. Das Anfeuern beim Elle- Spielen. Den fürsorglichen Umgang der Mädchen untereinander. Den Fisch zum Mittagessen. Den Nachhauseweg auf der Beachroad nach einem tollen Tag. Die Stimmung Abends mit den Mädchen, wenn ich hier im Heim übernachtet habe. Das “good morning” oder “ good bye, see you tomorrow” von über 30 Kindern gleichzeitig.

Es ist so viel, was fehlen wird…

Abe ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht mal wieder auch meine rosarote Brille beiseitelegen würde. WinkenVielleicht ist es ja für manchen, der hierherkommen möchte ganz interessant.

Es gibt auch Momente in denen ich gezweifelt habe…In manchen Momenten hatte ich das Gefühl, ich bin für manche Mädchen eben mal wieder eine neue Praktikantin. Ich kann sie verstehen. Ich bin nach sechs Wochen wieder weg. Sich immer wieder auf neue Praktikantinnen einzustellen, Vertrauen aufzubauen ist nicht wirklich schön.

Momente in denen ich in der Nachhilfe frustriert war, weil es so richtig daneben ging. Ich vielleicht zu viel vorausgesetzt hatte. Die anstrengenden Momente es zu schaffen, allen Kindern gerecht zu werden. Keinen zu bevorzugen, keinen zu benachteiligen. Zehn Kinder, die gleichzeitig an mir “ziehen und zerren” eine gerechte Lösung für alle anzubieten. Auch mal “nein “ zu sagen und dann kurzfristig die böse Praktikantin zu sein. Manche Momente, in denen ich erst einmal mit Franks Art und Weise klarkommen musste, manche Diskussion und Stichelei von ihm– aber eigentlich ist er ein Guter. Und irgendwie glaube ich schon, dass er mich mag Winken

Und was habe ich gelernt? Dass ich auch mit einer Tasse Kaffee am Tag auskomme und ihn nicht literweise brauche. Dass man auch glücklich sein kann, wenn man nicht den gewohnten “deutschen Standard” hat. Meine Wäsche mit der Hand zu Waschen. Dass es absolute nicht darauf ankommt, was man anzieht, wie verschwitzt man sich fühlt und ob die Beine mal wieder dringend rasiert werden müssten- sondern wie ich als Mensch bin. Auch mal ruhig zu sein. Morgens mich mit Julia, Svenja und Simone in der Küche zu arrangieren- wo ich doch so ein kleiner Morgenmuffel bin.

Kurz gesagt: Ich habe GELASSENHEIT gelernt!

Danke Julia und Frank für alles. Ein großes Danke an die Kinder. Ein Danke an das Personal des Angels Home und an Svenja und Simone. Es war eine schöne Zeit mit euch allen!

Einen lieben letzten Gruß aus Marawila!

Melanie

Melanie und Kids