Nadine Daubenbüchel. Good morning, Sri Lanka. 05.09.2010


 Ich schlage die Augen auf und sehe einen blauen Himmel. Überall sind Geräusche, die Vögel zwitschern, Tiere zirpen, quietschen, schnattern, piepen, krähen und klappern. Ich höre den Wind durch die Palmen wehen, Hunde bellen und das Meer rauschen. Eine Welle kommt nach der anderen. Manche sind laut, andere ganz leise. Ich klettere unter meinem Moskitonetz hervor und werfe einen Blick aus dem Fenster. Vor mir liegen eine sumpfige Wiese und ein riesiger Wald aus Palmen. Sie schaukeln im Wind und die Vögel ruhen sich auf ihnen aus. An den Palmen hängen dutzende Kokosnüsse, manche sind gelbe und manche grün. Sie sind nicht braun, wie ich sie von zuhause kenne. Ich sehe Hunde, die durch den Garten laufen und Schweine, die unter den Palmen stehen. Ich mache mich fertig und wir fahren mit dem Rad die Beachroad entlang. Nur wenige Meter neben uns ist das Meer und die Wellen zerschlagen an den Steinen. Das Meer ist relativ wild und schlammig. Am Strand von Marawila Die Sonnenstrahlen schimmern durch die Palmen hindurch und glitzern auf dem Wasser. Kleine Häuser stehen entlang der Strasse und die Menschen davor fegen, waschen oder unterhalten sich. Manche Frauen kochen oder tragen Babys auf dem Arm. Kleine Kinder laufen zwischen durch, rufen „Bye“ oder sprechen uns auf singhalesisch an. Wir lächeln sie an und fahren weiter die Strasse entlang. Wir riechen den Fisch und sehen die Straßenhändler, welche den frisch gefangenen Fisch verkaufen. Sie haben Fische in ganz unterschiedlichen Größen, ganz kleine und ganz große, mit Zähnen. Zusätzlich können wir das Feuer riechen, in dem der Müll am Straßenrand verbrannt wird oder die Menschen ihr Essen kochen. Der Geruch ist teilweise unangenehm, weil die Menschen auch Plastik verbrennen. Manchmal riecht es aber auch sehr gut und ich versuche zu erahnen, was sie kochen. Immer wieder werden wir von hupenden Tuktuks überholt und von den Bewohnern der Häuser beobachtet. Die Menschen sprechen uns manchmal an oder rufen uns etwas nach. Beachroad Marawila Für sie ist es merkwürdig, dass hier weiße Menschen mit dem Fahrrad die Straße entlang fahren. Die Häuser am Straßenrand werden immer kleiner und immer einfacher, die letzten sind nur kleine Hütten aus Palmenblättern. Die Bewohner wurden durch das Meer aus ihren Häusern vertrieben, da es immer näher kommt und die Häuser vom Wasser zerstört wurden. Aus Palmenblättern sind die Wände gebaut und das Dach mit weiteren Palmenblättern gedeckt. Neben den kleinen Hütten steht ein Brunnen, an dem sich die Bewohner ihr Wasser holen. An dieser Ecke biegen wir ab und sind schon bald am Angels Home angekommen. Wir gehen durchs Tor und vor uns liegt ein sehr schöner, ruhiger Garten…

Garten