Tagebuch Julia Krause. 3 Mädchen, 1 Zahn und 60 Elefanten. 13.08.2010


 Am Samstagabend freuten wir drei Praktikantinnen uns auf einen gemütlichen DVD Abend. Bewaffnet mit Schokolade (die mit Milka nicht mithalten kann), Keksen (die so lecker sind, dass wir sie importieren werden) und Chips (die wir extra auf dem Kirchenmarkt einkaufen waren) gesellten wir uns zu Katja ins Zimmer. Doch der Film lief erst ein paar Minuten, als plötzlich der Laptop begann  merkwürdige brumm-Geraeusche von sich zu geben. Sie wurden immer und immer lauter. Wir entfernten die DVD aus dem Laufwerk, probierten sie dann aber noch unzaehlige Male und  auf andere Weisen  und in den anderen Laptops zum Laufen zu bringen. Qualitätslabel: Made in Sri Lanka-  wir gaben dann schliesslich auf. Die Abendplanung war gelaufen und wir brauchten einen neün Zeitvertreib. Kurzentschlossen  planten wir einen 2 Tages Trip mit Bus, Zug, Strand,Tempel, Elefanten.

Dienstagmorgen war es dann soweit. Es war das erste Mal für uns drei, dass wir uns auf den Weg machten, um Sri Lanka aus der Sicht eines Reisenden zu erleben. Noch ein wenig verschlafen machten wir uns auf den Weg:  in einem überfüllten Bus ging es los.  Elvira hat nur zur Hälfte in den Bus gepasst, stand auf der untersten Stufe des Einstiegs und der Kassierer hat nochmal von aussen geschoben. Dass die Bustüren die ganze Zeit offen standen, war gut so, denn man konnte riechen, dass die Menschen Reis und Curry zum Frühstück hatten. Eine Stunde später kamen wir verschwitzt und stinkend in Negombo an.Frühstück Dafür wurden wir mit einem wundervollen Sandstrand belohnt. Das im Reiseführer empfohlene Strandcafe war traumhaft gelegen und das Essen wie für unsere deutschen Mägen gemacht (also kein Reis und Curry).

ZugfahrtDann ging es weiter nach Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, diesmal glücklicherweise in einem klimatisierten Reisebus (nicht mit europäischen Standards zu vergleichen). In Colombo dann der nächste Umstieg- mit dem Zug (schon wieder überfüllt) stand uns eine vierstündige paradisische  Fahrt durch den tropischen Bergwald ins Landesinnere nach Kandy bevor.

Dort angekommen, besuchten wir das Heiligtum aller buddhistischen Sri Lankaner: Sri Dalada Maligwa- zu deutsch der Tempel, in dem Buddhas Eckzahn aufbewahrt wird.  Für einen horenden Eintrittpreis, den natürlich nur Touristen zahlen müssen, bekamen wir einiges geboten: eine Festzeremonie mit Trommlern, goldene Schreine, zahlreiche Buddhastatün, zahllose Gläubige in wunderschönen weissen Gewändern und als es dunkel wurde eine Tempelbeleuchtung, die beeindruckte.

Schnell hatten wir im Anschluss eine wahnsinnig preiswerte Unterkunft (800 Rupie/6 Euro für 3 Personen) gefunden. Der Pensionsbesitzer bot uns an, gegen ein kleines Endgelt am gemeinsamen Abendessen mit seiner Familie teilzunehmen. Wir drei sind uns in Einem einig. Das war das beste Curry, das wir auf dieser vielfältigen  Insel je gegessen haben: Reis mit mindestentens 10 verschiedenen Beilagen. Das gute Essen entschädigt auch für die Kakerlake im Zimmer (etwas worüber man in Sri Lanka hinwegsehen muss, denn: Es ist normal!).

Sri Lanka ElefantenElefanten in Sri LankaUnser Programm für den nächsten morgen war straff. Erst auf dem Markt ein paar Rottis (Teigtaschen mit Gemüsefüllung) und ein bisschen Obst für den Tag kaufen (das schmeckt hier tausend mal besser als in Deutschland) und dann schnell  in einen Bus nach Pinnawela. Dort befindet sich ein Elefantenwaisenhaus- und für  10 Uhr morgens ist dort die Fütterung und das Bad der Elefanten im Fluss angesetzt. Das wollten wir natürlich auf keinen Fall verpassen. Die Vorfreude wurde getrübt und die Stimmung drohte zu kippen, als wir den Eintrittpreis sahen. Denn er betrug einen halben sri lankanischen Monatslohn, den natürlich wieder nur Touristen zahlen mussten. Da wir aber eine so lange Anreise hinter uns hatten, wollten wir dann auf den Besuch auch nicht verzichten. Schlussendlich hat sich der Eintrittpreis gelohnt, wie in den Bildern sicherlich deutlich wird.

Nach der Rückreise zum Meer rundete ein halber Strandtag unseren tollen Trip ab. Wer aber denkt, dass ausserhalb der hoteleigenen Strände in touristischen Gebieten ein Baden im Meer für Fraün im Bikini möglich sei, den müssen wir enttäuschen. Sich so unbekleidet zu zeigen, passt nicht zur Kultur Sri Lankas und wird als Beleidigung empfunden. Schon drei weisse Mädchen in T-Shirts und kurzen Hosen am Strand sind so ungewöhlich, dass die Einheimischen stehen bleiben, gucken, uns ansprechen oder auch nur lachen.

Erlebnisreiche  Grüsse,

Julia, Katja und Elvira