Katja Sorowsky. Roadtrip 2: Von Wellen und dem Ende der Welt. 22.09.2010


 Wieder eine Woche rum und mein nächster Bericht ist fertig.

Sechster (7,8) Tag

Arugam BaySchon morgens sind wir in Arugam Bay angekommen. Von Ampara war es ja nicht mehr weit. In den Reiseführern wird diese Bucht beschrieben als: relaxter Strandort mit Sri Lanka Top Surfspots und der beste Reisezeit zwischen April bis Oktober. Da standen wir nun an einem wunderschönen Strand und das Wasser war flach, keine Welle in Sicht. Meine letzten Sommerurlaube habe ich an Europas Surfstränden in Portugal und Frankreich verbracht. Ich mag surfen echt gerne. Einfach nur am Strand liegen und nichts machen, wird mir schnell zu langweilig. Also warteten wir 3 Tage- am Strand badend- in der Strandbar trinkend- in der Hängematte lesend-  und sie kamen nicht, diese verflixten Wellen. In diesen Tagen versuchten Enrico und ich noch Carrom Profis zu werden- mit eher mäßigem Erfolg. Carrom ist ein singhalesisches Brettspiel, ähnlich dem  Billiard, nur kleiner und mit Mühlesteinen zum Schnipsen.Krokodile-Rock Außerdem haben wir noch einen kurzen Ausflug zum Crocodile Rock  gemacht- und mich wundert nichts mehr. Wir haben keine Krokodile, dafür aber wildlebende Elefanten gesehen.

 

Neunter Tag

Vier Tage Arugam Bay und immer noch keine Wellen und alle Alternativen zum Surfen erschöpft, dafür aber Wetterbesserung im Bergland- nix wie hin, wieder mit dem Bus. Über den Zustand der Bremsen darf man sich keine Gedanken machen, Platzangst und Höhenangst sind auch nicht von Vorteil. Gut, dass ich von alle dem nicht betroffen bin, denn die Aussichten aus dem Bus über die steilen Klippen und Teeplantagen sind herrlich und die aus dem Zug, in den wir auf halber Strecke umstiegen, sind sogar noch besser.Zug-durchs-Bergland Nachmittags haben wir dann ein Teefabrik besichtigt, waren ein Stück wandern durch die Teeplantagen und haben den Teepflückerinnen bei ihrer Arbeit zugesehen und einen Bungalow eines Teeplantangenbesitzers aus der britischen Kolonialzeit besichtigt.Teepfueckerin Es war unglaublich- lauter beeindruckte Sri Lankaner. Ich befand es als nicht außergewöhnlich. Es hätte auch  das Wohnzimmer meines Opas sein können, das hier ausgestellt wird. Sri Lankische Häuser (bzw. Hütten) entsprechen doch einem anderen Standard.

Zehnter Tag

Horton-PlainsDer Horton Plains National Park war das nächste Ziel. Noch vor Sonnenaufgang machten wir uns mit dem Tuk Tuk auf die zweistündige Anfahrt (solange kann man schon mal für 30 km brauchen, öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier schon gar nicht mehr).  Die Fahrt brachte uns auf knapp 2400 m Höhe und plötzlich hatten wir Nieselregen, Wind und Temperatur von unter 10°C. Gut, dass wir alle Sommerkleidung, die wir dabei hatten, übereinander gezogen hatten. So konnten wir die Wanderung vorbei an Wasserfällen, grünen Hügeln, nebeligen Seen wirklich genießen. Schließlich standen wir an einer 800m hohen Klippe, die World‘s End genannt wird.Worlds-End Zu unserem Glück gaben die Wolken genau im richtigen Moment für einen kurzen Augenblick den Blick über das Bergland frei.  Nur atemberaubend kann das richtige Wort sein, um diese Aussicht treffend zu beschreiben.

Elfter (12, 13) Tag

Genug gewandert. Eine Sache stand noch auf unserer To Do- Liste. Wir wollten Sophie besuchen. Als ich mein Praktikum im Angels Home for Children begann, war sie als zweite Praktikantin noch da. Die letzten 4 Wochen ihres Sri Lanka Aufenthalts verbrachte sie mit ihrem singhalesischen Freund Patum in Unawatuna, einem Strandort im Süden. Hier war plötzlich alles anders. Viele europäische Touristen mit Sonnenbrand im Bikini am Strand, Händler, die mehr oder weniger aufdringlich angeblich selbstgeschnitzte Souvenirs verkauften, Strandcafes, noble Restaurants, Bars und Discos. Das hatte so wenig mit dem Sri Lanka zu tun, das ich bisher kennengelernt hatte, dass wir vier einen singhalesischen Abend verbrachten Grinsen.  Die typische Arbeitsverteilung: Enrico und Patum fahren Angeln (und kommen 3 Stunden später mit 2 winzigen Fischchen zurück) und Sophie und ich kochen Reis und Curry. Zumindest bis dahin passte unser Verhalten zum sri lankischen Bild der Frau. Das Sophie und ich dazu Arrak (Palmenschnaps) trinken (durften),  passte dann wieder nicht. Wann immer man hier in Sri Lanka Menschen in irgendwelchen Restaurants sieht, sei es auch nur zum Essen, sind in den seltensten Fällen Frauen dabei. Alkohol trinkende einheimische Frauen habe ich hier noch nie gesehen. Was solls: wir sind ja Touristen und unsere nächsten Tage begannen mit Sonnen, gingen weiter mit Souvenirs shoppen und endeten mit gutem Essen und Strandparties.  

Vierzehnter Tag

Und damit wir die Reise,  die wir mit der Besichtigung des Unesco Weltkulturerbes, dem Höhlentempel in Dambulla, begannen, würdig abschließen konnten, besichtigten wir auf dem Rückweg noch ein zweites Unesco Weltkulturerbe, das Fort von Galle.Galle-Fort Festungsmauern gibt es ja fast ueberall, wo es Meer gibt, aber ein so großes Fort mit Kirchen, Tempeln und Moscheen und dabei so friedlich, ist beeindruckend. Danach: lange Busfahrt um zum Abschluss nochmal ins Marsha, dem Stammrestaurant (oder auch Dschungelkneipe) in Marawila, weil es dort so schön ist, bevor es für Enrico wieder zum Flughafen geht.   Zurück von meiner Reise erwartete mich übrigens eine gute Nachricht: Die Fahrtkostenangelegeheit ist geregelt. Die Ferien sind rum und für Kumari hat die Schule begonnen, zunächst erstmal 2 Tage in der Woche. Die Lehrerin sagt, sie versuchen ihr damit den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Wenn es gut klappt, wird die Anzahl der Schultage pro Woche allmählich erhöht.  

Bis zum nächsten Mal. Liebe Grüße, Katja.

Roadtrip erster Teil