Tagebuch Katja Sorowsky. Eintauchen in eine andere Welt. 26.07.2010


 Nach einer langen Anreise mit knapp 13 Stunden Aufenthalt in Katar hatte ich Sri Lanka erreicht. Der Ausblick aus dem Flugzeug bei der Landung war gigantisch. Eine Insel voller Palmen, umgeben von türkiesem Meer, die nicht schöner hatte wirken können. Und dann der  Kontrast- mitten im Paradies fahre ich 2 Tage später  zusammen mit Julia und Sophie mit dem Fahrrad zum ersten mal die Beach Road zum Angels Home. Den Strand hat es erst vor kurzem bei starken Regenfällen weggespuelt. Ich sehe wie Menschen dort in Häusern aus Palmenwendeln leben, die nicht grösser sind als Zelte. Davor haben sie ein paar Fische ausgebreitet und verkaufen sie- Bilder wirklicher Armut.

Während des ersten Rundgangs auf dem Gelände des Angels Homes kam eine andere Stimmung auf: grosser gepflegter Garten, einfach ausgestattetes Haus mit grossem Eingangs- und Aufenthaltsbereich, zwei Schafräumen fuer 22 Mädchen, Aussenduschen, eine Küche, ein Esszimmer, Ruheraum und Personalzimmer.  Dann folgte die Besichtungung des neuen Heims, dass sich gerade noch im Bau befindet:  Ein riesiges Gebäude ausgelegt fuer 60 Mädchen, alles ist hell und freundlich. Es gibt eine Bilbliothek, einen Computerraum, einen Fischteich, einen Volleyballplatz und zu Julias Freude bald auch zwei Klassenräume.  Im Vergleich zu dem was ich kurze Zeit zuvor auf der Beach Road gesehen hatte, trifft die Beschreibung Idylle fast zu.

Nach dem Mittag- bei dem ich mir an den milden Currys den Mund verbrannt hatte Grinsen, kam dann auch die erste Gruppe Madchen aus der Schule. Sie wünschten uns allen einen schönen Nachmittag und sahen in Ihren weissen Schuluniformen so änhlich aus, dass ich dachte, ich würde ewig brauchen sie zu unterscheiden.  Eine kurze Vorstellungsrunde, bei dem mir jedes Kind die Hand gab und mir seinen Name nannte, erhärteten den Verdacht.

Katja SorowskyNach dem sich die Mädchen umgezogen und selbst gegessen hatten, kamen die ersten Mädchen auf mich zu­-  in Kontrakt mit ihnen zu kommen war wirklich einfacher als erwartet. Sie erklärten mir ein Geschicklichkeits Spiel mit Steinen, die es gilt hochzuwerfen und zu fangen. Auch die Kleinsten, die  5 Jahre alt sind, freuten sich gegen mich zu gewinnen. Aber: Ich werde üben...ich verliere nicht gerne.

Um 3 Uhr kam dann die Kandy Dance Lehrerin ins Heim. Ich bin der Meinung der Kandy Tanz ist dem Bollywood Tanz sehr ähnlich, die Mädchen sehen das ganz anders...Auf jeden Fall tanzen die meisten von Ihnen sehr gerne und wirklich gut. Ich habe Ihnen bestimmt eine Stunde begeistert dabei  zugesehen. Bis  Saduni und ein paar andere Mädels eine kurze Pause dazu nutzten mir erste Schrittfolgen beizubringen. Offensichtlich sah dabei das so albern aus, dass sie nach kurzer Zeit schon aufgaben und sich vor Lachen kaum beruhigen konnten. Und ich übe lieber weiter das Geschicklichkeitsspiel Grinsen.

Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich so viel mehr von den Kindern lerne als sie von mir. Ich habe keine Ahnung ob sich das Verhältnis noch verändern wird!

 

Lieben Gruß von der Insel,

Katja