Tagebuch Konstanze Rehle. Man ärgert sich wieder, wenn es mal regnet. 05.08.2010


 Ich bin wieder in Deutschland eingetrudelt und ja... Ich stehe vor einer gewissen "Leere". Hier ist wieder alles so anders. Der Straßenverkehr ist vergleichsweise ruhig und geregelt, das Essen ist mir wieder vertraut (und ich genieße es in vollen Zügen), die Menschen sind alle so bleich im Gesicht Winken und zum ersten mal ärgert man sich wieder, wenn es mal regnet.

Ich habe Sri Lanka mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen und damit lässt sich eigentlich alles beschreiben, was ich in den 2 Monaten in Sri Lanka erlebt habe und welches Bild ich von dieser Insel inmitten des Indischen Ozeans bekommen habe. Auch während meiner freien Zeit nach dem Praktikum, die ich für Erkundungstouren nutzte, wurde mein Eindruck immer wieder bestätigt: Sri Lanka ist ein Land voller Gegensätze. Einerseits ein Paradies für sonnenanbetende Pauschaltouristen, andererseits ein Ort an dem sich arme Menschen immer wieder neu (er)finden müssen, um ihr täglich Brot zu verdienen, an dem Kinder schon von vornherein keine Perspektive haben, da sie aus Geldmangel nicht die Schule besuchen und ein Ort an dem auch zahlreiche herrenlose Tiere von Tag für Tag um's überleben kämpfen.

Auf meiner Reise mit Bus, Bahn und Tuk Tuk sind mir die unterschiedlichsten Menschen begegenet: herzensgute, offene Menschen, die mich mit ihrer ehrlichen Freundlichkeit faszinierten. Menschen, die mich zum Lachen gebracht haben und Menschen, die mich nachdenklich stimmten. Wiederum andere, die mich nur als die "reiche Europäerin" sahen und keine Gelegenheit ausließen, mich um mein Geld zu betrügen. Außerdem eine Pflanzen- und Tierwelt, wie sie vielfältiger nicht sein kann und... atemberaubend schön! Im Gegensatz dazu, die verheerende Umweltverschmutzung.

Oft saß ich am Meer, um einfach nur dem Lied der Wellen zu zuhören. Man könnte sich in dieser Melodie verlieren, wenn man nicht immer wieder warnenden Töne heraushören würde. Nicht nur der Tsunami hat vieles zerstört, sondern auch der jahrelange Krieg, der bis heute nicht überwunden ist.

Konstanze und KidsRückblickend bin ich sehr glücklich darüber, dass ich so viele Facetten von Sri Lanka kennengelernt habe. Die Zeit im Angel's Home hat mich um viele Erfahrungen reicher gemacht, hat mich vor allem im Persönlichen gestärkt und mich gelehrt, gelassener und genügsamer durch's Leben zu gehen. Die anschließende Reise durch das Land hat meine Neugierde ein wenig gestillt. Aber ich glaube Sri Lanka ist derart vielfältig und gerade wegen seiner Gegensätzlichkeiten so interessant, dass man es immer wieder bereisen und neu entdecken kann.

Zum Schluß noch ein großes Dankeschön an Frank, Julia und Sophie für eure Unterstützung während meines Praktikums und vor allem für die Arbeit, die ihr vor Ort leistet! DANKE!