Tagbuch Vicky Pohontsch. Ein wenig nervös... 20.02.2010


 

 Mit Zeitverschiebung war ich knapp einen Tag auf dem Weg zur anderen Seite der Welt. Als ich aus dem Flugzeug stieg lief ich erst mal gegen eine Wand, so heiß war es hier im Vergleich zu Deutschland. Julia erkannte ich sofort. Sie ermöglichte mir das Praktikum hier und stand mir schon vor meiner Abreise immer mit Rat und Tat zu Seite. Nach einem kurzen persönlichen Kennenlernen kam auch schon der Fahrer und wir machten uns auf den Weg nach Marawila. Auf der Fahrt konnte ich nicht nur einen ersten Eindruck über Land und Leute gewinnen, sondern mich auch mit dem Fahrstil der Einheimischen anfreunden, der nicht unbedingt etwas für leichte Gemüter ist, an den man sich aber schnell gewöhnen kann Grinsen

Nachdem mir Julia mein neues zu Hause für die nächsten vier Wochen gezeigt hat, konnte ich mich kurz duschen und mein Zimmer beziehen. Neben einem Ventilator, der wirklich Gold wert ist, hab ich mich besonders über den kleinen Balkon gefreut, der den Blick auf die wunderschöne Natur freigibt.

Kurz darauf fand ich mich schon in einem „Tuk Tuk“ wieder. Das sind motorisierte Dreiräder, die hier wie Taxis sind. Sie sind offen, das heißt, man bekommt immer frischen Wind um die Ohren geblasen. Im Tuk Tuk fuhr ich nun also mit Julia zum Heim. Die ersten Minuten war ich sehr nervös. Wie werden die Kinder sein? Wie wird das Heim sein? Wie wird die andere Praktikantin sein? Im Nachhinein wird sich herausstellen, dass diese Angst völlig unbegründet war.

Zu aller erst zeigte mir Julia den gesamten Gebäudekomplex und stellte mir die Mitarbeiterinnen vor und wir begrüßten die zwei hauseigenen Hunde. Das Angels Home for Children hat einen wunderschönen Garten mit zahlreichen Spielmöglichkeiten für die Mädchen und sowohl eine buddhistische, als auch katholische Gedenkstätte. Hier lernte ich gleich die nächste Eigenheit der Singalesen kennen. Schuhe werden hier nicht im Haus getragen, und somit auch nicht im Garten. Aber das ist schön, ohne Schuhe lebt es sich gleich viel unbeschwerter Winken

Kurz darauf kamen mir auch schon die ersten zwei Mädchen entgegen, sehr offen und herzlich. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Dann gingen wir rüber zum neuen Gebäudekomplex. Darin entsteht zurzeit ein Ausbildungszentrum für die Mädchen, mit Computern, eigener Bibliothek und Nähschule um den Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. Darüber hinaus sind die Zimmer der Mädchen im neuen Gebäude um einiges größer, sodass demnächst bald mehr Mädchen einen Platz im Angels Home for Children finden können.

Nach der kleinen Führung gab es dann auch schon Mittag und ich lernte Frank, den Initiator des Projektes, und Maria, die andere Praktikantin, kennen. Mit ihr kann ich die nächsten 10 Tage noch hier in Marawila verbringen. Alle waren super nett, und als dann auch noch die Mädchen von der Schule kamen und zum Tisch „Good Morning Everybody“ riefen, fing meine anfängliche Nervosität langsam nachzulassen.

Nach der Schnupperstunde an meinem zukünftigen Arbeitsplatz ging es auch sofort weiter. Maria rief Christy an, einen Tuk Tuk Fahrer und wir begaben uns in das Zentrum von Marawila. Sie zeigte mir wo ich Geld tauschen konnte und wo ich die wichtigsten Lebensmittel bekam, sowie einen kleinen Markt an dem ich frisches Obst und Gemüse fand. Im Vergleich zu Deutschland fiel der Einkauf um einiges billiger aus, schmecken tut es aber genauso und die Früchte sogar noch besser Winken

Den Abend ließen Julia, Maria, Frank und ich bei Mascha, in einem kleinen Restaurant, mit sehr leckerem essen entspannt ausklingen.

Am nächsten Morgen habe ich entgegen meiner Intention und voller Tatendrang erst mal ausgeschlafen. Die erste Nacht war ziemlich ungewohnt, die Wärme war nicht das Problem, sondern eher die Geräuschkulisse der vielen Tiere. Aber daran hab ich mich jetzt schon gewöhnt. Tiergeräusche sind um einiges schöner und interessanter als lärmende Autos in Deutschland. Ins Heim gings nach einem kurzen Zwischenstopp in der Stadt so gegen zwölf Uhr zum Mittag. An die singalesische Schärfe im Essen muss ich mich erst noch etwas gewöhnen GrinsenNach dem gestrigen Zuschauen habe ich mich nun aktiv am Nachhilfeunterricht der Kinder beteiligt. Nachhilfe wird in Englisch und in Mathe gegeben. Obwohl es schwierig ist, den Kindern, ohne deren Muttersprache zu beherrschen, zu helfen, ist es ein tolles Gefühl die Fortschritte der Kinder miterleben zu dürfen. Und vor Allem macht es Spass! Zwischen und nach den Lernphasen wird auch viel gespielt. Ich lerne viele neue Spielen kennen und was es bedeutet bei 30 Grad „Fangen“ zu spielen. Grinsen

Der Anfang ist getan. Das tolle ist, er wurde mir so einfach wie nur möglich gemacht, jetzt muss ich nur noch meine Zurückhaltung über Bord werfen und das Abenteuer kann beginnen.

Mir wurde mal gesagt, dass es das Beste ist, zu versuchen, das Land mit den Augen der Einheimischen kennenzulernen. Das wird mir hier wunderbar ermöglicht.

Nun ist die Eingewöhnungsphase vorbei und ich freue mich auf einen spannenden neuen Alltag. Und ich freue mich darauf, den nächsten Bericht draußen vor dieser wunderschönen tropischen Kulisse schreiben zu können!

 

Eure Vicky

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