Tagebuch Valeska. Der Partybus...24.08.2007


53. Tag.

Nachdem Rukmal auch endlich im Heim angetroffen war, konnte die Fahrt nach Pinnawela zum Elefantenwaisenhaus mit dem gemieteten Bus losgehen. Gegen 9 Uhr sind wir losgefahren, entsprechend der Uhrzeit waren die Kinder auch noch etwas müde. Das Personal hatte am Vorabend das Frühstück für diesen Tag vorbereitet, damit wir mit den Kindern ein Picknick machen konnten. Während wir Kokosnusssaft geschlürft haben, saßen die Kinder auf der Wiese und haben Brot mit Zwiebelaufstrich gegessen.

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Nach dieser kleinen Stärkung war der größte Teil der Gruppe putzmunter, was dazu geführt hat, dass Mali, Jeewa und Udeshika sofort zu der plötzlich ertönenden Musik im Bus tanzen mussten. Zu der Musik muss man sagen, dass es sich um "Hampelmannmusik" handelt und jedes Lied hat den gleichen Rythmus. Bei Julia und Mira hat es auch nicht mehr lange gedauert, bis sie sich mit unter die tanzende Gruppe, die schon um einige Tänzer angewachsen war, gemischt hatten. Bei der Ankunft in Pinnawela waren die Kinder schon ganz aufgeregt, vor allem weil so gut wie keiner bis jetzt einen Elefanten gesehen hatte.

Als Frank die Tickets besorgt hatte und wir den Eingang passieren konnten, sind alle im Schnellschritt zu der Elefantenhorde gegangen. Um die Horde herum haben Arbeiter aufgepasst, damit die Elefanten zusammenbleiben.Wer Lust hatte, konnte auch die Tiere berühren. Schon lustig, einen Elefantenrüssel, der die ganze Zeit am Tropfen ist, anzufassen. Die Tiere sind aber oft aufgeschreckt, da sich ziemlich viele Menschen um die Horde bewegt haben. Die Kinder haben beschlossen, das Geschehen lieber aus der Ferne zu beobachten... aber über den Besuch im Elefantenwaisenhaus könnt ihr bei Julia mehr erfahren. Ich konzentriere mich auf den Diskobus.

Oh ja, in dem Bus fand noch eine richtige Party statt. Nachdem wir losgefahren sind, haben wir aber erstmal einen Stopp gemacht, denn die Kinder waren schon ganz hibellig, weil sie noch nicht viel gegessen hatten (schließlich war es schon 4 Uhr). Nach dem Mittagessen ging es dann endlich los.

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Nach wenigen Minuten wurde aber wieder angehalten, weil – und das ist wahr – irgendjemand eine dieser aufblasbaren Plastikfiguren kaufen wollte. Von diesen Ständen wimmelt es an den Straßenrändern. So, es war aber nicht irgendeine Figur. Es war Scobidoo im Großformat (cool und das für 3,50 Euro), der mit Luft in den Bus bis nach hinten gereicht wurde. Dort durfte ich dann die Luft rauslassen, während Zita und Asadi von der Figur erdrückt wurden. Zita hatte einen Fuß im Gesicht und Asadi den Hintern. Die Freude über Scobidoo (den übrigens Frank gekauft hat ) war bestimmt genauso groß wie der Besuch bei den Elefanten.

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Jetzt konnte sich der Busfahrer endgültig auf die Rückreise konzentrieren. Naja, der Rückweg hat sich ein wenig in die Länge gezogen, da wir anfangs bestimmt eine gute Stunde im Stau gefangen waren. Der Aufenthalt im Stau war aber keineswegs langweilig, denn der Bus nahm schon wippende Bewegungen von den Sprüngen der tanzenden Kinder an. Der halbe Bus war am Feiern. Jeder hat auf seine Art und Weise anders getanzt. Mali hat z. B. gerne mit ihrem "Schal" gespielt und die Tochter von Latta damit eingewickelt. Udeshika hat wie eine aus einem Bollywoodfilm getanzt und Jeewa hat ständig Scherze gemacht, was dazu geführt hat, dass sie nur am Lachen war. Zwischendurch wurde die Musik ausgeschaltet. Genau in diesem Zeitpunkt trat eine angenehme Ruhe im Bus ein, worüber die Schlafmützen sehr dankbar waren.

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Imesha, Asadi (die dann aber Imesha geärgert hat, weil sie sich unbedingt zwischen uns setzten wollte) und Dinesha sind neben mir eingeschlafen. Dinesha hatte eine etwas komische Schlafposition eingenommen, es schien aber für sie gemütlich gewesen zu sein. Imesha hat sich aber nicht lange von Asadi stören lassen. Sie hatte eine Tüte für ihre Trinkflasche gefunden. Nur leider war Müll in der Tüte, den sie aber ohne schlechtes Gewissen einzeln, nachdem er begutachtet wurde, aus dem Fenster schmiss. Jetzt war die Tüte leer und Imesha zufrieden.

Wie ihr es wahrscheinlich schon erraten könnt, war die Tanzpause nicht von langer Dauer. Als Rukmal wieder auf "Play" gedrückt hatte, sprangen Mali und Udeshika auf und zogen von Zeit zu Zeit immer mehr Tänzer an. Zum Schluss haben sie es sogar geschafft, dass auch wir tanzten. Florian hat sogar auch einen Teil dazu beigetragen, nur eher etwas unfreiwillig. Aber seine kurzen Tanzeinlagen sind sehr gut angekommen. Die Luft im Bus wurde immer dünner und die Musik immer lauter. Gut, dass wir nicht mehr weit von Marawila entfernt waren.

Ich bin mir sicher, dass die Kinder heute Abend sehr gut schlafen können. Ich denke, es hat ihnen viel Spaß gemacht, denn für sie ist so eine Tagestour noch etwas Besonderes... und ich bin mir sicher, dass sie sich jedesmal freuen, wenn sie mehr von ihrem Heimatland sehen können.

Viele Grüße aus Marawila

Valeska