Tagebuch Valeska. Bunter Tag...06.08.2007


34. Tag.

Als ich gegen 1 Uhr in das Heim gefahren bin war die Hälfte der Kinder wieder am Schlafen. Vorallem die Älteren halten ganz gerne mal einen kleinen Mittagsschlaf. Hiruni, Chanchala, Asadi, Shakina und Shanika sind richtige Energiebündel und wollen ständig spielen. Am Liebsten spielen sie Verstecken. Sie haben nur einen Vorteil: sie können sich hinter jedem Grashalm verstecken und bei mir reicht noch nicht mal eine Palme. Wenn die Kinder Verstecken spielen, dann muss man gar nicht mehr nach ihnen suchen, weil sie sich mit ihren Blicken gegenseitig verraten.

Nachdem Katherine zu mir meinte, dass einige Kinder ihre Namen nicht auf Englisch schreiben können habe ich mit ihnen ein bisschen geübt. Da gerade die meisten Kinder auf dem Platz versammelt waren haben wir den Sandboden beschrieben. Auch wenn sie sich anfangs ein wenig gesträubt haben, haben sie schon bald Gefallen an der Übung gefunden. Jeder wollte mir aufeinmal zeigen, wie schön sie ihren Namen in den Sand schreiben können. Hiruni und Dishna haben zwar ein paar Buchstaben verwechselt aber nach etwas Übung lief es auch bei ihnen sehr gut.

Währenddessen haben Shakina, Shanika, Dinesha, Nadisha, Hiruni und Dishna kleine Sandtürme mit Hilfe von Joghurtbechern aufgebaut und mit Blättern verziert, sowie die Sandtorte. Was ich bis dahin noch nicht wusste ist, dass die Kinder gerade eine Geburtstagsparty für mich organisiert hatten. Ich musste dann unbedingt die Kerzen auspusten, dabei ist schonmal die halbe Torte weggeflogen. Anschließend, so wie bei einer echten Geburtstagsfeier, musste ich ein Stück abschneiden und jeder durfte mal kosten. Die Kinder haben aber eher mich mit dem Kuchen gefüttert. Ich musste mir ständig etwas ausdenken, damit ich den Sand nicht wirklich ausprobieren musste, z. B. vorgetäuschte Übelkeit oder ein Niesanfall. Wie das so bei Geburtstagsfeiern ist, bekommt man Geschenke. Ich habe massenweise Blumensträuße bekommen und mich natürlich auch übertrieben über die schönen Blätter gefreut. Das fanden die Kinder schließlich so amüsant, dass sie mir immer wieder neue Sträuße in die Hand gedrückt haben oder vor Schreck fallen gelasen haben um meiner versuchten stürmischen Umarmung zu entkommen. Zur Krönung der Feier haben die Kinder Blätter über meinem Kopf in die Luft geworfen, nur war zwischen den Blättern auch etwas Sand. Aber bei dem Anblick, wie herzhaft die Kinder gelacht haben, habe ich den Sand ganz schnell wieder vergessen.

Im Aschluss habe ich mir einige Kleiderschränke von innen angeschaut. Bis auf zwei waren alle ganz ordentlich. Anne und Imesha haben aber ohne zu protestieren (d.h. ohne so zu tun, als ob sie beleidigt wären) ihre Fächer aufgeräumt.

Um 4 Uhr durfte sich jeder wie immer 3 Kekse und einen Teebecher abholen. In der nächsten Zeit werde ich andere Heime besuchen. Dann werde ich ja sehen, wie es dort so vor sich geht! Viele Grüße

Valeska