Tagebuch Valeska. Schulbesuch 17.07.2007


15. Tag.

Am Sonntag bin ich gegen 11 Uhr in das Heim gefahren. Die Kinder haben jeden Sonntag von 10 bis 12:30 Englisch- und Matheunterricht. Nebenbei unterstütz die Nachhilfelehrerin die Kinder bei den Hausaufgaben. Anschließend haben wir wie versprochen mit Tusche gemalt. Jeder hat ein Blatt bekommen und sich den erstbesten Pinsel ausgesucht. Asadi hat sich eine Acrylfarbe gefunden. Ich hoffe nur, dass das Gelb wieder aus ihrer weißen Bluse rausgeht. Asadi war immer schneller als ich gucken konnte und ihr die Farbtube abnehmen konnte. Da diejenigen, die am Samstag in der Kirche waren, die Zeichnungen auf den Händen der anderen gesehen hatten, wollten sie auch unbedingt bemalt werden.

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Das hat sich bis zum Scoobidoozeitpunkt hingezogen. Das Beste war ja, dass sich die Kinder ihre Hände immer wieder gewaschen haben und dann wieder neben mir standen und auf das Muster gezeigt haben, das ich gerade (z.B.) Jeeva auf die Hand gemalt habe.

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16. Tag.

Heute bin ich mit den Kindern um 7:30 Uhr zur Schule gegangen. Vor dem Schultor stand der Direktor, sodass ich ihn gleich fragen konnte, ob ich beim Unterricht zuschauen könnte und ein paar Fotos machen dürfte. Der Direktor, sowie alle anderen Lehrer waren sehr freundlich aber auch sehr neugierig. Mit einem der Lehrer habe ich später sogar gefrühstückt.

Bevor der Unterricht anfängt müssen sich alle Kinder (Mädchen und Jungen getrennt) geordnet nach Altersklassen vor der Fahnenstange aufstellen. Abwechselnd hat der Direktor, dann ein Lehrer und anschließend ein Mönch eine kurze Rede gehalten und 5 Mädchen haben gesungen. Danach wurde die Fahne runtergeholt und wieder gehisst.

Als die Fahne oben hing vermischten sich alle, Mädchen und Jungen werden nicht getrennt unterrichtet. Ich habe mir versucht zu merken, in welchem Klassenraum nun die Kinder vom Heim rein gegangen sind. Zuerst bin ich Udeshika und Chanchala gefolgt. Der Lehrer hat extra einen (großen) Stuhl geholt und an seinen Pult gestellt um sich vor Unterrichtsbeginn ein bisschen mit mir zu unterhalten. Da ich es etwas unangenehm fand während des Unterrichts dort sitzen zu bleiben, habe ich nach dem Gespräche den Stuhl genommen um das ganze Geschehen von Hinten zu beobachten. Der (Mathe) Lehrer meinte, dass im August Prüfungen anstehen, deswegen hat er mit den Kindern kleine Tests gemacht. Chanchala hat sehr konzentriert gearbeitet, im Gegensatz zu den Jungs, die immer sehr vorlaut waren und Udeshika, die mich nur angeschaut und gegrinst hat. Während des Unterrichts haben Shanika und Jeeva neugierig in den Raum geschaut, da ihr Lehrer heute ausgefallen ist. Nach einer Stunde habe ich den Raum verlassen, damit sich auch Udeshika konzentrieren konnte und ich den anderen Kindern zuschauen konnte. Im nächsten Raum wurde Englisch unterrichtet. Dort befand sich auch die Klasse von Jeeva und Sankia sowie die Klasse von Mali und Saduni. Insgesamt waren bestimmt an die 50 Kinder in einem Raum. Das hört sich vielleicht etwas chaotisch an, aber jeder saß auf seinem Platz. Bis auf ein Junge, die Jungs sind überhaupt lauter als die Mädchen, der mit seinen Schuhen über die Tische gelaufen ist, da es anscheinend der kürzeste Weg zu seinem Stuhl war. Da gab es erstmal richtig Ärger von der Lehrerin.

Anschließend habe ich mich mit dem Lehrer unterhalten, der unbedingt darauf bestanden hatte, dass ich etwas von seinem Frühstück esse. Als ich die Schule verlassen habe fingen die Kinder auf dem Schulhof (einige Klassen sitzen draußen) eifrig an zu winken und ich auch.

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Da heute wieder ein besonderer Tag war, Shanika ist heute 13 geworden, habe ich vor dem Mittagessen die Luftballons aufgefrischt und die Geburtstagstorte abgeholt. Nach dem Essen sind die Heimleiterin, Shanika und ich einkaufen gegangen. Shanika konnte sich anfangs gar nicht entscheiden bis sie schließlich einen schönen Rock, ein T-Shirt und passende Schuhe gefunden hatte. Zurück im Heim musste der neue Einkauf gleich vor allen Anderen gezeigt werden. Der Bruder von Shanika war auch schon im Heim angekommen. Endlich wurde die Geburtstagstorte auf den Tisch gestellt und mit großen Augen ausgepustet. Das erste Stück schneidet wie immer das Geburtstagskind ab, geht dann mit dem Stück spazieren und lässt jeden von ihm abbeißen. Jeder musste lachen, da Shanika einem das Stück regelrecht in den Mund gedrückt hat. Nach dem Kuchen essen (dieses Mal war es frischer Kuchen) sind wir alle zusammen zum Strand gegangen.

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Da es besonders für die Kinder am Wasser gefährlich ist war es gar nicht so einfach die ganze Bande im Auge zu behalten. Vor allem weil der eine oder andere schreit und sich in Wasser legt. Die Einzige, die sich das Durcheinander von Hinten angeschaut hat und nur die Meeresluft geschnuppert hat war Dishna. Sie ist unter den Kindern eines der ruhigsten und schüchternsten. Patschnass und mit Sand in der Kleidung und in den Haaren sind wir nach einer guten halben Stunde zurück zum Heim gegangen. Die Kinder sind sofort im hinteren Teil des Hauses verschwunden um sich zu waschen...und wir haben uns verabschiedet.

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Morgen früh fahren wir mit dem Department of Childcare los um uns ein anderes Waisenheim anzusehen.

LG.

Valeska