Tagebuch Mira. Perahera in Kandy. 26.08.2007


Am Sonntag ging unser Kurztrip nach Kandy zur Perahera Prozession, ein buddhistisches Fest, das einmal im Jahr zu Ehren der Buddha Zahnreliquie in Kandy stattfindet und 10 Tage bzw. Nächte dauert.

Morgens früh starteten Frank, der Kameramann und wir drei Praktikantinnen von Marawilla mit Ruckmal und einem kleinen Van und holten zuerst noch einen Freund von Frank aus Colombo ab, der sich dieses Fest auch nicht entgehen lassen wollte.

Auf dem Weg ins Hochland hielten wir schließlich an einem so genanten Spice Garden an, in dem alle möglichen Kräuter und Pflanzen für ayuvedische Medizin angebaut werden. Direkt nach dem Aussteigen wurden wir von einem ayuveda Medizinmann begrüßt, der erstaunlicherweise sehr gut deutsch konnte. Er zeigte uns einige Kräuter und erklärte was für eine Medizin daraus hergestellt wird. Nach dieser bestimmt 30 minütigen Führung begann allerdings erst das „Verkaufsgespräch“. Wir nahmen auf Bänken platz und uns wurde ein Zettel in die Hand gedrückt auf dem an die 25 auyvedische Produkte standen, die uns der Deutschsprechenden Guide dann auf einem Tisch einzeln noch einmal kurz vorstellte. Im Großen und Ganzen gab es gegen jedes Wehwehchen etwas, wie etwa Antifalten- und Enthaarungscreme, Mittel gegen Krampfandern, Rückenbeschwerden, sowie eine Art Viagra.

Nach dem Verkaufsgespräch bekamen Valeska und ich noch eine kleine Nackenmassage bevor wir dann in den eigentlichen Shop gebeten wurden.

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Als ich mir die vier Mittel raus suchen ließ, die ich brav auf meinem Zettel angekreuzt hatte und nach dem gesamten Preis fragte, waren es umgerechnet ca. 50 Euro, was mir dann eindeutig zu viel war, auch wenn es sich um ayuvedische Produkte handelte. Ohne ein Geschäft mit uns gemacht zu haben, verließen wir den Spice Garden wieder und erreichten schließlich abends gegen 18 Uhr endlich Kandy.

Da wir nach der langen Fahrt alle Hunger hatten, gingen wir erst einmal etwas essen. Als wir dann schließlich zur Perahera wollten, waren alle Straßen wegen Sicherheitsvorkehrungen schon abgesperrt und es schien als kämen wir zu spät und könnten nicht mehr rein. Nach langer Überredungskunst willigten die Sicherheitsmänner schließlich doch noch ein und ließen uns durch die Absperrung. Nach dem wir dann endlich einen Stehplatz in den Menschenmengen, ganz in der Nähe des hell beleuchteten Zahntempels gefunden hatten, zogen an uns hunderte von Tänzern und Trommlern in traditioneller Kleidung, sowie endliche mit Lichtern und glitzernden Überhängen geschmückte Elefanten vorbei. Der ganze Umzug war einfach ein faszinierendes und nicht enden wollendes Spektakel. Gegen 23 Uhr kam dann schließlich die letzte Gruppe von Tänzern und Elefanten an uns vorbei und die Zuschauer verließen langsam ihre Plätze.

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Am nächsten morgen besichtigten wir noch den Zahntempel, in dem angeblich ein Zahn von Buddha aufbewahrt wird. Der ganzen Tempel war ebenfalls sehr beeindruckend, sehr farbenfroh und eine Halle mit einem großen Buddha und Gemälden, die die Lebensgeschichte von Buddha und die Legende erzählen, wie Buddhas Zahn nach seinem Tode auf die Insel gekommen sein soll, angeblich wurde er nämlich von einer indischen Prinzessin in ihrem Haar nach Sri Lanka geschmuggelt. Leider war der Raum, in der das Kästchen mit der Zahnreliquie steht, bei unserem Besuch schon geschlossen. Nach der Besichtigung ging´s dann auch gleich wieder ins Auto und weiter in Richtung Teefabrick.

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