Tagebuch Steffi Lippmann. Die Zahnfee kommt. 08.05.2008


Nachdem ich die ersten Tage erst einmal auf mich wirken lassen musste, melde ich mich wieder zu Wort. Nach weiteren Besuchen im Heim fühle ich mich schon sehr wohl hier und ich muss sagen, fast alle Mädels können meinen Namen richtig aussprechen, denn Julia sagte mir, dass sie Schwierigkeiten haben könnten mit dem „f"...aber es hört sich schon perfekt an *juhu*

Zurzeit ist es sehr warm hier und somit kommen auch sehr viele Moskitos zum Vorschein - zum Leid meinerseits. Denn meine Beine sind komplett zerstochen und jedes Mal sagen Julia und Frank: „...nicht kratzen...". Tja, das ist leichter gesagt als getan, wenn du an den unmöglichsten Stellen gestochen wirst. Aber Gott sei Dank bin ich nicht die Einzige mit diesen Problemen, denn die beiden sind auch komplett zerstochen und sie meinten, dass es noch nie so schlimm war, wie in diesem Moment...Ich hoffe einfach mal, dass sich dies mit der Zeit legen wird.

Auch haben wir mit den Mädels eine Fotoaktion gestartet. Es wurden von den letzten Besuchern ( Dietrich & Jutta) viele Zahnbürsten und Zahnpasten mitgebracht und somit musste jede von ihnen Frank die alte Zahnbürste zeigen und sie bekamen eine neue, das war ein richtiges Highlight für die Mädels, denn danach putzen sie sich alle unter dem Vordach die Zähne und Frank machte die entsprechenden Fotos. Danach waren alle hellauf begeistert, denn die Zahnpasta hatte Bubblegum oder Erdbeer-Geschmack und sie konnten gar nicht genug davon bekommen.

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Nachdem wir nun fertig waren mit allen Fotos und die Mädchen sich die Zähne weiter in ihrem Waschraum putzen sollten, kam auch endlich das Nesthäkchen Asadi an, nur leider waren wir schon fertig. Damit sie nicht allzu traurig ist, machte Frank noch ein extra Foto von der Kleinen und alle waren rundum zufrieden.

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Julia und ich machten nun auch einen Plan für die nächsten zwei Monate mit Dingen, die wir mit den Mädels machen wollen und zwischenzeitlich fragte ich mich, ob ich nicht noch lieber einen Monat dran hängen könnte, denn wir haben schon sehr viele Ideen, aber in der Woche kann man ja nicht allzu viel mit den Mädels freizeitmäßig machen, denn sie müssen ja sehr viel für die Schule machen. Ich habe den Mädchen nun auch bei den Hausaufgaben geholfen, soweit es mir möglich war, denn alle Fächer sind auf singhalesisch, was ich ja leider nicht beherrsche. Aber viele hatten Hausaufgaben in Englisch auf und da ist nun meine Zeit gekommen. Jedoch musste ich mich auch erst einmal reinfuchsen, denn um mich zu verständigen reicht mein Englisch definitiv aus, aber um hochgradige Hausaufgaben zu korrigieren, war dann doch nicht so einfach. Mit der zeit ging es jedoch bergauf und ich war glücklich und die Mädels auch.

Nun machte auch ich endlich Bekanntschaft mit äußerst ekeligen Insekten. Es wollte sich doch tatsächlich eine Kakerlake in meinem Zimmer breitmachen. Aber Gott sei Dank gab es ja noch meinen rettenden Engel Julia, denn sie ermordete das Tier in vollem Glanz. Denn ich war so erstarrt von diesem Anblick, dass ich angewurzelt vor dem „netten" Tierchen stehen blieb. Mal schauen, was ich hier noch so antreffen werde...Grinsen

Viele Grüße von Sri Lanka

STEFFI