Tagebuch Verena Kolk. Meine Ankunft in Sri Lanka. 14.01.2009



Hallo, da bin ich nun zum ersten Mal und melde mich aus Sri Lanka, den Kopf schon ganz voll mit tausend Eindrücken vom ersten Tag - aber jetzt erst mal der Reihe nach.

Meine Reise begann am Montag nach recht langer Zugfahrt (man, sind 30 Kilo schwer!;-)) etwas turbulent, weil der nette Mann am Flughafen mich erst nicht einchecken lassen wollte, da ich kein Visum für die vollständige Zeit meines Aufenthaltes hatte, sondern das Touristenvisum, das man für 30 Tage bei Einreise ausgestellt bekommt, hier vor Ort verlängern wollte. Er wollte mich dann überzeugen, meinen Flug um 2 Wochen umzubuchen. Ich habe dann erst mal leicht nervös bei Frank angerufen, der meinte, dass er so was ja noch nie gehört hätte, und nachdem er dann mit dem Mann vom Schalter und dieser mit seinem Chef geredet hatte, ging es dann irgendwie doch und ich durfte einchecken - welche Erleichterung!

Ansonsten lief aber alles glatt und ich wurde am Flughafen dann von Julia abgeholt. Während wir vom Fahrer durch den doch etwas abenteuerlichen Straßenverkehr (links fahren, dabei möglichst keine Fußgänger, Fahrradfahrer oder Tucktucks streifen und zum Überholen einfach einmal hupen, der andere macht dann schon Platz!) kutschiert wurden, erzählte sie mir schon ganz viel über Sir Lanka, die Menschen und was mich so erwarten würde.

Wir sind dann erst mal zum Appartement gefahren, ich konnte auspacken und duschen und mich kurz von dem Temperaturschock erholen, den ich bei der Ankunft erlitten hatte - schließlich war ich in Deutschland bei etwa -7 Grad losgefahren. Danach ging es ins Kinderheim, wo ich ganz lieb mit einem Blumenstrauß begrüßt wurde. Die Mädels waren aber erst super zurückhaltend und beäugten mich lieber ganz genau aus sicherer Entfernung. Julia führte mich dann herum und zeigte mir alles im Kinderheim und wir sprachen über meine zukünftigen Aufgaben. In der nächsten Woche übernehme ich zusammen mit Sophie den Englisch- und Matheförderunterricht, für den die Mädchen in Gruppen aufgeteilt wurden. Ich bin schon sehr gespannt, wie das klappen wird und die Mädchen auf mich reagieren werden! Gegen Ende legte sich auf jeden Fall schon mal die anfängliche Scheu etwas und wir spielten alle zusammen Brennball - wobei ich ganz schön ins Schwitzen kam! Winken

Außerdem habe ich meine erste sri lankische Mahlzeit zu mir genommen, Reis mit diversen Zutaten (Fisch, Sojafleisch, Bohnen), für einen Europäer recht scharf, aber noch essbar - und gegessen mit den Fingern natürlich! "Man nehme 4 Finger, forme sie zu einer Kuhle, darauf das Essen und dann mit dem Daumen in den Mund schieben" (Julia) - es funktioniert!

Dann war der erste Tag im Kinderheim schon zu Ende.

Nachdem ich dann mit Julia noch ein bisschen einkaufen war, fuhren wir ins Appartement. Abends ging es dann mit Julia, Sophie und Frank etwas essen auf meinen Einstand. Es war ein lustiger Abend und ich kam mir so vor, als wäre ich schon ewig hier - ich hatte echt Input für 3 Tage! Danach fiel ich auch ins Bett.

Die Nacht war leider etwas unruhig, ich muss mich erst mal an die Geräusche der vielen Tiere hier gewöhnen!

Gleich geht es wieder ins Kinderheim, ich bin schon gespannt, wie sich die Mädels heute verhalten und was wir so machen werden.

Bis bald!

Liebe Grüße aus Sri Lanka!