Tagebuch Irene Katern. Wieder zu Hause in Deutschland. 08.05.2009


 

Die ersten Arbeitstage im Büro habe ich nach 4 Wochen Sri Lanka gut überstanden. Allerdings gehe ich es ruhig an und im Moment habe ich das Gefühl, mich könnte nichts Stressen. Mal sehen wie lange das noch anhält. Als ich am Freitag landete versuchte auch das Wetter mich ein wenig aufzuheitern und von dem traurige Abschiedsgefühl abzulenken. Strahlender Sonnenschein mit 20°C (ich hatte eine dicke Fließjacke und Weste an), grüne Wiesen, blühende Bäume und Büsche und gelbe Rapsfelder empfingen mich. Der Abschied von den Mädels war für mich trauriger als gedacht. Vor allem von den Dreien (Nisansala, Nadisha und Shakina), mit denen ich die Ferien im Angels Home verbracht habe, fiel es mir schwer. Alle p1000336gemeinsam sangen zum Abschied "Alle meine Entchen", ein lustiger Mix aus deutschen und englischen Wörtern. Viele hatten Karten gebastelt, bemalt, beklebt und beschrieben. Dinesha überreichte mir einen Blumenstrauß und Mali hielt eine kleine Rede. Als gemeinsames Abschiedsgeschenk überreichten sie mir einen im dunklen leuchtenden Rosenkranz. Ich gab eine Schale Gummibären aus, damit konnte ich uns etwas ablenken und wir standen die letzten Minuten schmatzend beieinander. Als ich mich zum letzten mal vor dem Tor umdrehte um zu winken, musste ich dann tief einatmen damit mir keine Träne entschlüpfte. Auch wenn 4 Wochen eine sehr kurze Zeit war und wie im Flug vorbei gingen, habe ich doch viele Eindrücke und Erlebnisse mitgenommen. Die Fröhlichkeit der Mädchen, die mir meist schon beim Öffnen des Tors entgegen kam, das unkomplizierte Miteinander, trotz sprachlicher Hürden und mancher Hand- und Fuß-Gespräche. Das stundenlange Gesellschaftsspiele spielen, bei dem die bzw. das Mädchen es genoss, jemanden mal für sich alleine zu haben. Das herzliche Lachen vor allem vom Udeshika bei Fireball und Elle. Ein kurzer Strandspaziergang mit Wettrennen war ein besonderes Ferienhighlight. Einfach die Freude an den kleinen Dingen des täglichen Lebens. Selbst das Einkaufen von Nachthemden für die 18 Mädels konnte zu einem einmaligen Erlebnis werden, sowohl für mich, als auch für Nisansala. Hier Lisa und ich bei der späteren Anprobe.

Hier werde ich oft gefragt, ob ich es nochmal tun würde. Meinen Jahresurlaub zu investieren um zu den Mädchen zu fliegen.- "Ja, sofort morgen" Auch wenn es leider nicht realistisch ist. Den Mädchen habe ich auf diese Frage daher geantwortet: "Ich hoffe es", zumindest zu Besuch. Außerdem würde ich Julia gerne "live" kennenlernen. Denn wer hier in Deutschland alles aufgibt um so ein Projekt aufzubauen und am leben zu erhalten muss etwas besonderes sein!

Viele Grüße Irene

 

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