Tagebuch Irene Katern. Unser Zu Hause in Sri Lanka. 19.04.2009


foto1Der Häuserbau hier ist doch recht merkwürdig und die Architekten sind Spaßvögel. Ein Musterbeispiel ist unsere Unterkunft hier.

Wunderschön gelegen, 100 m bis zum Strand, der anfangs schwarz ist dann rötlich schimmert und direkt am Meer gelben Sand hat. Schöne feine Sandkörner ideal für Spaziergänge. Das Wasser ist Badewannen warm und die Füße erfreuen sich der Abwechslung. Allerdings ist die Sandwärme nur morgens und abends angenehm und das drumherum muss man einfach ausblenden. Die gaffenden Fischer, die kleinen Müllberge und die doch recht ekelerregenden Hunde. So war es zumindest als ich vor 2 Wochen hier angekommen bin. Nun ist der Strand so gut wie verschwunden. Die Fischerhäuser stehen direkt am Wasser und der schmale Strand fällt klippenartig zum Wasser ab. Genießen können jetzt die Schweine, deren Unterkunft nun direkt am Meer liegt.

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foto5Vor den Fenstern stehen große Palmen auf denen Krähen hocken und Streifenhörnchen allmorgendlich ihre Turnstunden abhalten. Das seitliche Grundstück steht frei, lediglich Hühner und laut quiekende Schweine treiben sich dort herum.

Gelegentlich auch Menschen die mit ihrem gegacker versuchen die Hühner anzulocken, das hörte ich merkwürdig an und der Erfolg ist eher mäßig. Auf der Ostseite ist unser Balkon mit schönen Urlaubsblick auf einen mehr oder weniger ausgetrockneten Sumpf, in dem wir unseren Biomüll entsorgen, bevor die Ameisen anreisen. Von denen gibt es hier unwahrscheinlich viele, in allen Größen. Ein schöner Blick auf lila blühende Blumen und an der anderen Seite des Sumpfes wieder Palmen und ein paar kleine Häuser.

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Laut Frank wohnen in dem Sumpf auch Schlangen von nicht unerheblicher Größe, die ich bis jetzt nicht gesehen habe, ich weiß auch nicht so genau, ob ich dass möchte Winken Neugierig bin ich schon. Lediglich eine kleine tot gefahrene habe ich heute auf der Straße gesehen.

foto8Die Eingangstür besteht aus Holz und wenn man sich an den zwei Wachhunden vorbei gepirscht hat und durch die Tür geht, steht man in einer Wohnküche und kann direkt auf die offene Treppe sehen und nach oben gehen. An der Treppe sind die ersten Luftschlitze zu sehen. Rechteckige Löcher in der Wand, vor denen von außen kleine „Fliegen"-Gitter angebracht sind. Solche Luftschlitze befinden sich auch in den beiden Schlafräumen für die Gäste und Praktikanten, aber merkwürdigerweise nicht im Badezimmer, das meiner Meinung nach doch gerade Belüftung nötig hat. Oben angekommen steht man in der Aufenthaltsmöglichkeit der Praktikanten. Die mit einem Tisch, Stühlen und einem Kühlschrank bestückt ist. Von dort aus kommt man sowohl in das Bad als auch in die beiden Schlafräumen. Den größeren der beiden Räume teilen Lisa und ich uns, da zwischendurch Gäste kommen, die den Kleineren nutzen. Eine große Schiebetür aus Glas, führt auf unseren Balkon. Auf dem ich in den Morgenstunden die Sonne etwas genießen kann. Nun aber nochmal zurück zu den Belüftungsschlitzen.

Die Fliegengitter haben mittlerweile Löcher und so ist es ein herrlicher Eingang für die Mücken und allerlei andere Insekten. Zum Glück hängt ein intaktes Mückengitter über dem Bett, sodass wir beruhigt schlafen können.foto9

Die Belüftungsschlitze gehen ganz gerade durch die Wand, das hat natürlich zur Folge, dass es beim Monsunregen herein regnet, wenn der Wind passend steht. Frank hatte letzte Woche bereits das Vergnügen den kleinen Schrank und das Regal in die Mitte des Raumes zu tragen, als es nachmittags anfing zu regnen und wir noch bei den Mädels waren. Der Raum stand leicht unter Wasser. Die Möbel sind jedoch alle mit hohen Füßen, so dass wir lediglich kurz das Wasser aufnehmen und die Fliesen trocken wischen mussten.

Das Dach ist ebenfalls nicht so ganz durchdacht. Es ist aus Plastik mit Holzverkleidung von innen. Plastik, dabei gibt es hier auf der Insel einige Ziegeleien. Bei stärkerem Regen ist eine Unterhaltung nur in Discolautstärke möglich. Allerdings bei leichterem Regen gut als Einschlafhilfe. Zwischen Wand und Dach ist ein Stück offen natürlich zur Belüftung. Eines abends haben wir dort unsere Mitbewohner herein schauen sehen. Schwarze Ratten (oder änliches Getier) treiben in dem Dachzwischenraum ihr Unwesen. In diesem Moment höre ich sie Wettrennen veranstalten, Weitspringen üben und um die Wette rutschen. Solange sie dort bleiben und mir nicht näher kommen, ist es ok und man gewöhnt sich an die Geräusche. Ein weiterer Mitbewohner ist der Gecko. Damit meine ich nicht einen sondern unzählige kleine süße Geckos. Mit wunderschönen großen Augen sehen sie einen an. Die Geckos jagen mir immer wieder kleine Schrecken ein z.B. wenn sie hinter dem Zahnputzbecher sitzen, wenn ich morgens verschlafen in das Bad tappe, plötzlich die Wand herunter huschen wenn ich ein Buch lese und im ersten Moment nicht erkennen kann was es ist, sich hinter den Trinkbechern an der Wand verstecken oder hinter einer Tür. Frank hatte letztens sogar einen im Scanner sitzen und einer kam aus dem Toaster geflitzt. Dann ist da noch das Bad. Zu meiner großen Erleichterung, ein ganz normales Badezimmer mit Waschbecken, Toilette und Dusche. Ich hatte befürchtet, dass es nur eine Außendusche gibt. Fließendwasser ist eigentlich auch kein Problem, solange der Strom nicht mehrere Tage ausfällt. Es gibt einen Wasserbottich, in den das Wasser mit einer elektrischen Pumpe hochgepumpt wird. Von dort aus fließt es dann ins Haus. Das hält für zwei/drei Tage. Das Wasser hat also eine Naturtemperatur, die ich bei der Wärme sehr angenehm und erfrischend finde. Aus der Dusche kommt das Wasser daher mit wenig Druck.

Alles in allem ein gemütliches Übergangszuhause, in dem ich mich sehr wohl fühle.