Tagebuch Irene Katern. Ostern-Neujahrsfest im Angels Home. 13.04.2009


Seit Donnerstag sind nun Ferien. Ein Großteil der Kinder ist nach und nach im laufe des Donnertag und Freitag abgeholt worden. Schon früh am Morgen als wir ins Angels Home kamen, knisterte die Luft vor Anspannung, wir bastelten und malten Karten für das singalesische Neujahrsfest um die Wartezeit zu überbrücken, denn die Meisten wussten nicht ob morgens oder erst am Abend jemand kommen würde. Mit jedem Kind, das den Hof verließ (mal mit lachendem Gesicht und mal mit angespannten Gesicht und mulmigen Gefühlen), wurde es ruhiger und bedrückender.

Die Begrüßung der Abholenden und der Kinder war für mich sehr merkwürdig und zu einem Teil erschreckend. Es gab kaum ein echtes Lächeln, eine nettes Wort oder geschweige denn eine Umarmung oder ähnliches. Nur bei Chatumini konnte ich eine gewisse Herzlichkeit erkennen. Und bei Shanika eine zufriedene Gelassenheit, als zwei ihrer großen Brüder sie am Nachmittag abholten. Die Vier Nisansala, Nadisha, Shakina und erst noch Dishna, die die Ferien mit uns verbringen, sang die Stimmung immer weiter ab. Nadisha, Dishna und Shakina konnten wir mit Albernheiten ablenken, doch Nisansala war nicht im geringsten aufzuheitern. Mit gemischten Gefühlen und schlechtem Gewissen verließ ich sie an dem Abend. Denn zu allem Überfluss mussten sie nun auch noch drei Tage auf Lisa und mich verzichten, wir wollten uns ein wenig Sri Lanka ansehen.

Am Ostermontag waren wir wieder da und Dishna war doch noch abgeholt worden. Die Drei Mädels waren zum Glück bester Dinge, denn Frank hatte mit ihnen am Wochenende einen Ausflug nach Negombo zu Strand gemacht. Durch Julia hatten die Mädchen letztes Jahr schon unser Osterfest mit Eier verstecken und suchen kennen gelernt und so wollten wir dieses Jahr in ihre Fußstapfen treten. Als erstes holten wir uns die Eier aus der Küche, dann mussten sie von uns „Großen" angestochen und ausgeblasen werden (juppi heute Mittag gibt es Omlett)

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Dann kamen die Wasserfarben zum Einsatz und die vier (die Enkeltochter von Catherine war zu Besuch) malten mit uns die 15 Eier bunt an.

osternfoto2bosternfoto3Das erste mal in ihrem Leben, dafür wurden einige richtig klasse! Während die Eier trockneten, bastelten wir aus Papier kleine Körbe und schnitten unser eigenes künstliches Gras zurecht. Die Nester bekamen Namen und wurden dann mit den Eiern bestückt.

Lisa und ich vermissten ein wenig die Schokoladeneier, die es hier natürlich nicht gibt, sie wären uns auch in kürzester Zeit zerlaufen. Dann durften die Kids die Nester für Catherine, Saku und Deepali verstecken und natürlich auch das für Frank. Er durfte als erster suchen. Sie halfen ihm zum Glück mit „warm, hot und cold", denn das Nest im Briefkasten hätte er wohl nie gefunden. Nach dem Mittagessen, bei dem es Omlett, Ananaskraut und Jackfrucht gab, durften dann die Mädels, die von uns versteckten Nester suchen. Es war ein riesen Spaß für alle!

osternfoto4osternfoto5osternfoto7osternfoto6Nach einer kurzen Pause, bei der die Mädchen sich mal ein wenig vor dem Fernseher vergnügten, feierten wir gleich das nächste Fest. Neujahr! Da die Kids uns nicht sagen konnten, wie man das Neujahr bei ihnen feiert, außer dass es besonderes Essen gibt, das sie bereits gestern vorbereitet haben. Beschlossen Lisa und ich, dass es ein wenig an unser Silvester und ein Sommerfest erinnern sollte. Wir bastelten bunte Girlanden und zwei große Lampingons mit Scherenschnitt (für diesen brauchten wir mehrere Anläufe). Mit den Girlanden schmückten wir die Terrasse und setzten uns zusammen um „Bleigießen" zu machen.

osternfoto8Da wir kein Blei hatten, nahmen wir Kerzenwachs, denn Kerzen waren noch von Weihnachten über geblieben. Begeistert hielten sie immer wieder ihren Wach über die Kerze und ließen ihn ins Wasser platschen. Es kam weniger darauf an, was die Wachsform darstellen könnte, als einfach den Wachs zu schmelzen. So lange habe ich noch nie „Bleigießen" gemacht.

Nach dem Tee, bei dem es fettiges allerlei gab. Eine Art frittierter Muffin, knusprig frittierte Teigsterne (super lecker) und viereckige leicht nach Marzipan schmeckende Plätzchen.

Anschließend wollten wir uns noch etwas körperlich betätigen und spielten ein Schnelligkeit und Reaktionsspiel, bei dem es zwei Mannschaften gibt, deren Teilnehmer durchnummeriert sind. Sie stellen sich ca. 8m auseinander und in der Mitte steckt ein Stock in der Erde. Ein Spielleiter ruft eine Zahl, das Mädchen mit der Zahl muss aus jeder Mannschaft zu dem Stock und diesen zu der eigenen Mannschaft bringen, dann gibt es einen Punkt. Dabei kann man von dem Gegenspieler abgeschlagen werden, dann bekommt die gegnerische Mannschaft den Punkt. Auch hier wurde viel gelacht vor allem, weil die Nummern mal auf englisch und mal auf sinhala gesagt wurden, so das Lisa und ich ziemlich aufpassen mussten und unseren Einsatz zwischendurch verpassten. Das war unser Ostertag mit den Kindern.

Viele Grüße aus Sri Lanka,

Irene

 

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