Tagebuch Irene Katern. Die ersten Tage. 02.04.2009


Nachdem die ersten zwei Tage wie im Flug vergangen sind, starte ich in den dritten Tag mit einer erfrischenden kalten Dusche. Bevor wir um eins mit dem Fahrrad ins Angel´s Home fuhren, machten wir eine kleine Shoppingtour zum Supermarkt, zur Post, zum Kopieren unserer Pässe und zum Markt um Obst zu kaufen.

Das Mittagessen bestand heute aus einer Art Sauerkraut, das nicht sauer sondern ziemlich scharf war, süße Kartoffeln, eine Art Omlette mit Zwiebeln und Chili, Brunnenkresse mit Kokos, Fisch mit Tomaten und Gurken und natürlich Reis.

Da die Mädchen in dieser Woche ihre Examen schreiben, fällt der Englischunterricht aus. Die jüngeren hatten nicht besonders viel Ausdauer beim Lernen und so versuchten sie mir zählen auf Singhala beizubringen. Bis 5 klappt es schon ganz gut. Und einige Buchstaben auf Tamil. Nach kürzester Zeit rauchte mir der Kopf und ich beschloss eine kleine Pause für mich herauszuholen und überreichte Frank die mitgebrachten, von einer Freundin und deren Chef gespendeten, bunten Zahnbürsten mit Halterung und Aufklebern zur Kennzeichnung. Dabei stieß ich auf die Miss, die sogleich fragte ob ich jetzt anfangen könnte Karate zu unterrichten. (Das ich Judo mache, hatten wir schon am ersten Tag versucht zu erklären Grinsen ) Die Mädchen holten zwei Matratzen aus einem Schlafsaal. Die Miss sortierte die Kinder aus, sodass nur 6 mitmachen durften. Das Prinzip habe ich nicht verstanden. Nun mussten sie sich Hosen unter die Röcke und Kleider ziehen und einige sogar den Saum mit einer Sicherheitsnadel zwischen den Beinen zusammenstecken. Ein rotes Tuch für jeden Übungsleiter. Wir fingen ganz leicht an mit Rollen vor- und rückwärts. Gingen dann über zur Verteidigung gegen einen Schwitzkasten und fester Umarmung von hinten. Übten dann laut und deutliche Stopp zu sagen. Zum Ende übten wir, wie man zur Seite fällt ohne sich zu verletzen und versuchten den ersten Judowurf. Nach 45 min. klingelte es zur Teezeit, ich war klitschnass und die Mädels hatten viel Spaß.

Nach der kurzen Pause versuchten wir Knotenmutter zu spielen. Wir brauchten 3 Anläufe, dann hatten es alle verstanden und wir konnten sie entknoten. Es war nicht ganz einfach, da sie sich vor lachen bogen. Zum Abschluss spielten wir noch 2 Runden Elle, dann war es schon nach der Zeit und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Am Meer entlang, wehte ein angenehmes Lüftchen. Kaum angekommen bezog der Himmel und wurde Gelb, es begann zu schütten wie aus Kübeln. Bei unserem Brainstorming für die kommenden Ferien, konnten wir unser eigenes Wort kaum verstehen. Dafür war dann die Nacht angenehm kühl und erholsam.