Tagebuch Stefanie Wegner. Seit Gestern nun in Marawila. 26.07.2008


 

Die Suche nach einem grandiosen Eingangssatz für meinen ersten Tagebucheintrag blieb erfolglos. Somit leite ich damit ein, mich kurz vorzustellen - das habe ich mir von der anderen Steffi abgeguckt.

Ich bin Stefanie - Steffi - Wegner, studiere demnächst im 5. Semester Kommunikationspsychologie in Görlitz, bin 21 Jahre alt und gebürtige Eberswalderin (Kleinstadt nordöstlich von Berlin). Im Rahmen meines Studiums - aber eigentlich vor allem aus Interesse, man kann auch sagen, dass ich mein Studium dafür ausnutze Winken- mache ich hier mein Praktikum. Erfahrung im Umgang mit Kindern konnte ich vor ein paar Jahren in der Kita Spielhaus in Eberswalde bereits sammeln.

 

24. - 25. Juli 2008

Mit einem Flieger von Qatar Airways flog ich von Berlin Richtung Colombo mit einem Stopp in Doha und kann diese Airline empfehlen (habe jedoch auch keinen Vergleich mit anderen Airlines). Da der Onboard-Service meiner Meinung nach echt gut war, verging die Zeit auch rechtschnell und doch war ich sehr froh, endlich Sri Lanka unter mir bestaunen zu können. Von Anfang an gefiel mir das Palmenreichtum und die Nähe zum Meer. Endlich gelandet hielt ich, innerlich recht aufgeregt, dem strengen Blick des Beamten stand, welcher mir mein Visum in den Pass stempelte. Der Weg raus aus dem Flughafen war nicht kurz und ich freute mich sehr, als ich endlich draußen war und Julia erblickte.

Die Fahrt nach Marawila war entspannend und spannend zugleich. Den "Ich-hupe,-also-mach-schnell-den-Weg-frei-damit-ich-nicht-bremsen-muss"-Verkehr finde ich echt lustig - aber wohl nur weil ich im Auto saß, welches hupte und nicht zu denen gehörte, die ausweichen mussten.Die Straßenränder sind übersät von Verkaufsständen, Rindern, Hunden, Hühnern und sonstigen Händlern und Menschen. Alles ist bunt, nach meinem ästhetischem Verständnis nicht sonderlich hübsch, aber eben eine Klasse für sich. Und die Palmen sowie das Wissen um die Armut der Menschen macht einiges wieder wett. Auf dem Weg zur Unterkunft gabelten wir noch Latta auf (bitte nicht wörtlich nehmen), die wir am Angels Home rausließen. Ich war sofort von dem strahlendem Gesicht angetan und sammelte genug Mut für das erste Zusammentreffen mit den Kids im Angels Home for Children.

Doch vorerst bezog ich mein Zimmer, wechselte die ersten Worte mit Frank und ruhte mich ein wenig aus. Gegen halb Zwei fuhren wir schließlich zum Heim. Da ich den Bell-Angriff vom Hund Buddy gut überstand erlebte ich die freundliche Begrüßung der Kids und des Personals und nahm ein hübsches Blumengesteck entgegen, welches mir die kleine Asadi überreichte. Während die Mädels sich wieder sofort in ihre Schulhefte vertieften, kam ich in den Genuss meines ersten singhalesischen Mittagessens. Gereicht wurden eine Schale Reis, eine Schale Fischbällchen sowie Gemüse in Curry-Sauce. Dieses erste Essen war geschmacklich jedoch nicht so mein Fall, da es etwas säuerlich war. Und auch die Nahrungsaufnahme via der (eigenen) rechten Hand fand ich etwas umständlich.

Anschließend beobachteten wir die Kids noch ein wenig und unterhielten uns (die neugierigen Blicke der Mädels nahm ich sehr wohl wahr Winken).Am späteren Nachmittag verabschiedeten wir uns und fuhren Abends noch los um uns bei einem Essen noch eine Runde zu unterhalten. Die mixed vegetables schmeckten mir ausgezeichnet Cool. Und auch das Quasseln mit Julia und Frank half mir, innerlich in Sri Lanka anzukommen.Unerwarteter Weise schlief ich recht gut in der ersten Nacht. Wobei es draußen tatsächlich recht quirlig zugeht.

 

26. Juli 2008

Heute morgen bekam ich dann den Jetlag zu spüren. Trotz dem ich 10 Stunden geschlafen habe, fühlte ich mich, als wären es nur 3 gewesen und brauchte eine halbe Stunde um mich aus dem Bett zu zerren. Die kalte Dusche half zwar vorerst, doch schon wenige Zeit später wurde ich wieder müde. Trotzdem freute ich mich, als wir ins Angels Home fuhren.

Dort war heute Zeit um mit den Kindern zu spielen.

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So konnte ich mir auch gleich einige Namen einprägen und habe auch schon Cricket mitgespielt. Wobei mir der Kampfgeist aufgrund meiner Müdigkeit heute noch fehlte. Sehr niedlich fand ich, dass die Kinder hier das Gleiche taten wie die Kinder, die Kinder in der Kita Spielhaus: Die Mädels stellten sich Schulter an Schulter neben mich, und begutachteten den Größenunterschied (hier sei angemerkt, dass ich mit meinen 1,50m wohl eher zu den kleineren Menschen gehöre Winken). Die Reaktionen jedoch waren wesentlich freundlicher als bei den Kids in Eberswalde. Das Mittag Heute fand ich sehr lecker, doch vor allem der Avocado-Drink war ein Gaumenschmaus hoch 10.

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Nach 2 Runden Cricket fuhren wir schließlich nach Hause und ich anschließend mit Frank noch nach Marawila, wo mich Frank mit den diversen Händlern, Zahnärzten und Copy-Shops bekannt machte.

Mein Fazit nach dem 2. Tag ist, dass ich mich sicher gut einleben werde und die 2 Monate mit nur wenig Heimweh sicher recht ereignisreich werden.Und auch in der Unterkunft fühle ich mich wohl. Toll finde ich die Hausgeckos die hier überall rumflitzen Grinsen