Tagebuch Sophie Mörbe. Mal wieder ein Lebenszeichen. 19.07.2010


 Seit einer ganzen Weile bin ich nun wieder im Angels Home for Children und es ist so schön wie immer!

Mittlerweile ist auch alles zu einem, meinem, Alltag geworden. Meine Nachhilfeklassen freuen sich jedes Mal genauso wie ich auf ihre Unterrichtsstunde. Sie arbeiten (meistens) alle super mit. Wir verstehen uns eben einfach gut und haben Spaß. Meine Nachhilfegruppen machen von Woche zu Woche Fortschritte und es ist ein tolles Gefühl, wenn die Mädels einem sagen, dass diese Fortschritte auch den Lehrern in der Schule aufgefallen sind. In diesen Momenten weiß ich einfach, dass sich die ganze Arbeit mit der Vorbereitung und Durchführung der Nachhilfe lohnt. Grinsen

Apropos Schule: kamen heute doch tatsächlich die kleinen Mädchen an und präsentierten uns ganz stolz ihre neuen Lineale, die sie vom Lehrer geschenkt bekamen. Auf die Frage, warum der Lehrer ihnen so etwas schenkt, meinten sie nur ganz stolz: “Na weil wir jeden Tag zur Schule kommen!” – na herzlichen Glückwunsch! Was im ersten Augenblick ganz niedlich und lustig klingt, hielt uns aber beim weiteren Nachfragen, wie viele Kinder denn ein Lineal bekommen haben, wieder die traurige Realität vor Augen. Denn es waren nur 10 von 22 Kindern! (und das in der 3. Klasse)

Doch nun weiter zu der Nachhilfe: das größte Problem bei der Nachhilfe ist eigentlich, dass die gemeinsame Sprachebene einfach fehlt! Gerade bei den kleineren Mädels, die nicht so viel Englisch verstehen, ist es unglaublich schwer ihnen etwas zu erklären, und zwar so, dass sie es verstehen. Ich denke das ist auch der Grund, warum die “großen” Fortschritte einfach lange auf sich warten lassen, nichts desto trotz bemühen sich die Mädels und geben mir das Gefühl, dass ich meine Arbeit gut mache und sie etwas von mir lernen.

Alles in allem ist es ein wunderbares Gefühl wieder hier zu sein. Die Zeit mit den Mädchen ist toll, und besonders freue ich mich darüber, dass wir uns immernoch so gut verstehen und trotzdem das Vertrauen mir gegenüber jeden Tag zu wachsen scheint.

Doch nun ist es auch schon wieder an der Zeit Abschied zu nehmen, am 25.7. werde ich aus Marawila abreisen (an dieser Stelle ein ganz großes “Sorry”, dass es keine Zwischenberichte gab) – 4 Monate sind vorbei und meine Reise muss und wird weitergehen, wobei ich bis Ende meines Visums in Sri Lanka bleiben werde, um mir den Norden des Landes einmal anzuschauen. Was aber auch bedeutet, dass ich das Angels Home for Children (mindestens!) noch einmal besuchen komme!

Danke für diese zweite Chance hier sein zu können, die schönen Momente und das Vertrauen was ihr mir entgegen gebracht habt!

Liebe Grüße von der Sonneninsel

Sophie

Übrigens: werde ich die fast alltäglichen Streitereien wie viele “Meatballs” oder Eier nun jeder von uns zum Mittag essen darf (damit sich auch ja Niemand benachteiligt fühlt) Grinsen, genauso vermissen, wie jede Menge anderer Dinge.

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