Tagebuch Sophie Mörbe. Abschied nehmen fällt schwer. 08.04.2009



Seit zwei Wochen bin ich nun zurück in Deutschland, ich habe in der Zeit mein neues Zimmer bezogen, meine Freunde wieder gesehen und ich habe zum ersten Mal Reis und Curry gekocht. Aber angekommen bin ich leider noch nicht, mein Herz und auch mein Kopf sind noch in Sri Lanka und werden wohl auch noch eine Weile brauchen, bis sie in Deutschland ankommen.

Meine letzten Wochen in Sri Lanka bin ich mit einem Freund gereist und habe dadurch auch noch einmal ein anderes Sri Lanka, als das in Marawila kennen gelernt. Obwohl man in den einzelnen Teilen Sri Lankas Unterschiede in der Mentalität erkennt, gibt es auch Gemeinsamkeiten- so zum Beispiel die Gastfreundschaft und die Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Menschen. Und ich habe dieses Land, in dem es so viele Probleme gibt, in den letzten Monaten lieben gelernt. Ein Land in dem man bekannte, aber auch fremde Menschen mit "Onkel", "kleiner Bruder" , "große Schwester" und so weiter anspricht. Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten Monaten ein Stück dieser großen Familie geworden bin. Auf der einen Seite natürlich im Angels Home for Children: die Mädels und auch das Personal hatten mich super aufgenommen, sodass ich mich keinen Tag unwohl gefühlt habe. Die Mädels sind mittlerweile wie kleine Schwestern für mich und ich vermisse sie unglaublich doll. Sie haben mir die letzten Monate gezeigt, was wichtig im Leben ist und haben mir tagtäglich so viel Wärme entgegengebracht und Freude gemacht. Ich danke ihnen sehr dafür, denn dies war das, was das letzte halbe Jahr so einzigartig und großartig gemacht hat! Danke! Aber auch außerhalb des Projekts habe ich so tolle Menschen kennen gelernt, die mein Herz berührt, mir den Aufenthalt auf Sri Lanka versüßt und den Abschied erschwert haben.

Der Abschied fiel mir wirklich sehr schwer: die Mädels haben ein kleines Programm vorbeireitet, es gab eine "Eröffnungsrede", bei der ich mir die Tränen schon nicht mehr verkneifen konnte, außerdem wurde getanzt. Am Ende gab ich den Mädels noch mein Geschenk: Eine Fotokollage mit ein paar Worten an die Mädels (in englisch und singhalesisch! Winken)

abschied-sophie

Ich hoffe wirklich sehr, dass ich bald wieder die Möglichkeit habe das Angels Home und Frank und Julia zu besuchen. Doch erstmal werde ich dieses Jahr im Sommer mein Studium beenden.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Frank und Julia bedanken, dass sie mich so toll aufgenommen haben und ich mich vom ersten Tag an bei ihnen zu Hause gefühlt habe Winken . Außerdem auch bei Rieke, Janet, Verena, Kathi, Hanna und Lisa: auch wenn sie immer nur für kurze Zeit im Angels Home waren, haben sie meinen Aufenthalt bereichert und mir auch den ein oder anderen Denkanstoß gegeben.

Es war eine wunderschöne und beeindruckende Zeit, die ich nicht missen möchte und an die ich mich lange zurück erinnern werde! Danke für alles!

Ich hoffe wir sehen uns bald wieder!

Liebe Grüße

Sophie