Tagebuch Lisa Meffert. Wasser- und Strandtag. 14.05.2009


Da wir in den Ferien keinen Ausflug machen konnten, da der Bus vom Amt noch in Reparatur war, haben Irene und ich uns einiges einfallen lassen, um die Mädels, die noch da geblieben warn zu unterhalten. Nadisha, Nisansala und Shakina konnten oder durften ja leider nicht zu ihren Familien.

Am Anfang der Ferien hatte ich eine Liste gemacht, auf die die Mädchen schreiben konnten, was sie gerne machen wollten, neben einem kleinen Trip, den Frank mit ihnen nach Negombo gemacht hat, war der Strand der größte Wunsch der Mädchen, also haben wir einen Wasser- und Strandtag geplant. Eigentlich wollten wir schon am Morgen zum Strand gehen, aber weil Udeshika am Abend zurück kommen sollte, wurde der Strandgang für den Abend einplant, damit sie mitkommen konnte und so der Tag außer der Trennung von ihrer Familie auch etwas schönes sein sollte.

wasserschlachtDer Wassertag begann also mit einer Wasserbombenschlacht. Mit Hilfe der Mädels füllten wir viele Wasserbomben, was an sich schon eine feucht Angelegenheit war, weil die spröden alten Luftballons oft beim Zuknoten oder füllen schon platzten und die Mädels sich gegenseitig und vor allem mich mit mit den Wasserbomben bespritzten. Als wir fertig waren, wurden die Regeln für die Wasserschlacht aufgestellt. Das Irene keine Wechselklamotten mit hatte, musste ich mich alleine den Mädels stellen. Jeder bekam pro Runde fünf Wasserbomben und wir positionierten und auf den Bänken im Garten.

Auf Irenes Zeichen gings dann los. Alle beschmissen sich mit den Bomben oder jagten sich damit durch den Garten und versuchten die Lager der anderen zu plündern. Dass ich das Hauptopfer der Mädels war, muss ich ja sicher nicht sagen. Aber in der letzten Runde verschwor ich mich mit Nisansala auf Nadisha, die die ganzen Ferien schon ziemlich aufgedreht und frech war. Die schloss sich dann im Außenklo ein und wir warfen die Wasserbomben durch die Schlitze in der Decke rein. Man hörte erst ein erschreckendes quieken und dann nur noch gurgelndes lachen, bis sie klatschnass wieder raus kam.

Danach haben wir erst mal zehn Minuten die Reste der Wasserbomben aufgesammelt, denn Ordnung muss sein, das haben die Mädels auch alle verstanden und ohne zu murren mitgemacht. Nachdem wir uns alle umgezogen und zu Mittag gegessen hatten, hatten wir den Actionbedarf der Mädels erst mal halbwegs gedeckt.

anmalenWir holten Wasserfarben heraus und zeigten den Mädels, wie sie die nasse Farbe mit Strohhalmen auf dem Papier zu schönen Mustern pusten konnten. Ich war erst ein bisschen schockiert, wie unbeholfen die Mädels mit den Wasserfarben umgingen. Auf meine Frage hin sagten sie mir, dass sie in der Schule nie mit Wasserfarbe malten, das sei hier eher unüblich. Es machte ihnen aber viel Spaß und es entstanden viele schöne Bilder. Später artete das Wasserfarben malen fast in Bodypainting aus. Nachdem wir unsere Hände angemalt und auf das Papier gedrückt hatten, bat ich Nisansala meinen Namen auf Sinhala zu schrieben. Sie schrieb ihn dann aber auf meine Hand und die anderen Mädels wollten auch was dazu schreiben. Ende war dann damit erst, als meine Arme ganz voll waren.

Als Udeshika dann abends da war, gings endlich zum Beach. Das Meer hat in Marawila in den letzten Wochen viel Strand geschluckt. Viele Fischerhütten stehen jetzt fast schon im Wasser oder wurden teilweise schon durch das Meer beschädigt, deshalb mussten wir etwas verstärkt aufpassen, aber ins Wasser wollte am Abend eh keiner gehen und bei der Strömung hier kann man im Meer sowieso nicht schwimmen. Trotzdem hatten wir viel spaß.

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Wir verbuddelten die Mädels bis zu den Knien oder machten Wettrennen. Mit einem alten Tau, das ich am Strand fand, machten wir Tauziehen, eines der traditionellen Neujahrsspiele hier. Das Tau riss immer wieder durch, so dass sich beide Teams regelmäßig in den Sand legten. Als die Sonne dann unterging machte sich die Angels Home-Truppe dann wieder auf den Heimweg.

Vor ein paar Tagen ging die Schule wieder los. Eigentlich freuen sich alle Mädels darauf, auch wenn die Ferien schön waren. Vor allem für die Mädchen, die in den Ferien nicht zu Verwandten konnten, ist es gut, dass wieder Normalität einkehrt und die anderen auch wieder da sind. Die Schulkleidung und Schuhe wurden alle noch einmal gecheckt und wenn nötig repariert, Schultaschen und Mäppchen sauber gemacht und neu befüllt, so dass dem Schulstart nichts mehr im Weg stand.

Mit der Englisch und Mathe Nachhilfe geht es nun auch wieder weiter. Die letzten Nachhilfestunden sind schon etwas her, weil die Mädels Examen hatten. Trotzdem klappte es mit den beiden Gruppen ganz gut und die Mädels waren zu meiner Verblüffung auch recht motiviert und haben sich danach sogar dafür bedankt. Ich hoffe ich kann vor allem den Kleinen Mädchen besser Englisch beibringen, weil sie doch oft noch auf Singhalesisch antworten, obwohl sie die Fragen auf Englisch meist verstehen.

Ich denke der Nachhilfeunterricht wird sich nach dieser Woche ganz gut einpendeln, eventuell werden die Gruppen ein bisschen neu- bzw. umverteilt, je nach Fähigkeiten. Manche Mädels, Anne beispielsweise, haben doch schon sehr große Fortschritte gemacht. Also weiter so!