Tagebuch Eun Hye Cho. Ein ganz normaler Montag bei den Mädchen. 17.06.2009



Am Montag bin ich ins Heim gekommen und habe erfahren, dass eines der Mädchen nun ein „big girl" ist. Die Matron meinte damit nichts Anderes als die Tatsache, dass eines der Mädchen ihre Tage bekommen hat. So weit so gut...aber nun kommt der wirklich interessante Teil. Nach einem Brauch schläft und hält sich ein Mädchen, das seine Tage bekommen hat, wohl 3 Tage lang getrennt von allen Anderen in einem separaten Raum auf, geht nicht zur Schule und darf keinen Mann sehen. Sie sollte nur - wenn unbedingt notwendig - das Zimmer verlassen. Am Ende der 3 Tage werden Freunde eingeladen und es wird ein kleines Fest gefeiert. Das war wirklich spannend zu erleben und weckt Interesse mehr über diese Tradition in Erfahrung zu bringen. Ich werde mich mal weiter schlau machen und dann mehr berichten.

Auf jeden Fall haben Julia und ich das Mädchen dann in ihrem Zimmer besucht und uns kurz unterhalten. Sie war super schüchtern und etwas peinlich berührt von der Situation. Aber wer wäre das nicht. Wenn ich da an Deutschland denke und mir vorstelle, dass jeder aufgrund der 3 Tage Bescheid wüsste und dann noch ein Fest gefeiert wird...

Sie muss noch einen Tag durchhalten und dann kann sie auch wieder ins eigene Bett. Ich kann die kleine „Party" am Donnerstag kaum abwarten und werde berichten, was dort so passiert ist.

Am Montag feierte Hiruni ihren 10.Geburtstag! Die Kinder, die früher aus der Schule kamen waren eifrig damit beschäftigt Geburtstagskarten für Hiruni zu basteln. Den Kleinen habe ich dabei geholfen „Happy Birthday Hiruni" auf die Karten zu schreiben. Danach haben die Kinder die Buchstaben mit Farbe ausgemalt. Als Hiruni aus der Schule kam erwartete sie ein großer Geburtstagstisch mit einem Kuchen, Blumen und vielen Geschenken! Die Kinder hatten sich alle aufgereiht und dann wurde laut für Hiruni gesungen. Danach kam jedes Mädchen vor und hatte Hiruni gratuliert, ihr die selbst gebastelte Karte übergeben und ihr noch eine Küsschen rechts und links auf die Wange gegeben. Die Kinder waren wirklich süß und Hiruni hatte ein ganz breites Grinsen auf ihrem Gesicht. Später hat sie den Kuchen angeschnitten und jeder hat vom ersten Stück einmal abgebissen. Danach wurde Musik gespielt und Tänze vorgeführt.

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Hirunis Pate war auch gekommen und hatte noch Tüten mit Süßigkeiten für jeden verteilt. Unter anderem waren auch Überraschungseier für jeden dabei. Die kamen super an und Manchen habe ich noch beim Zusammenbauen der Figuren geholfen. Interessant war auch, dass mir fast alle Kinder Süßigkeiten angeboten haben und mir alle unbedingt was abgeben wollte. Keiner von den Kindern ließ sich beirren und mit einem „No, thank you, it´s for you" musste ich gar nicht erst anfangen, da sie einfach nicht locker ließen. Als ich doch etwas angenommen hat, fanden sie es total cool und haben sich total gefreut. Für mich war es wirklich interessant zu sehen, wie Geburtstag gefeiert wurde und die einzelnen Eignarten der Kultur mitzuerleben. Dieser Montag war voll von Erlebnissen und mit vielen schönen Eindrücken bin ich später wieder nach Hause gefahren.