Tagebuch Daniela Anton. Gedanken über die Reise nach Little Smile. 20.08.2009


Auch nach der Heimkehr spielten Koslanda und Little Smile noch eine große Rolle im Angels Home. Häufig hörte man in den singhalesischen Gesprächen der Kinder und der Angestellten die Wörter „Little Smile" oder „Locu Thatha" heraus und die Gespräche drehten sich endlos um die neuen Freunde, die man gefunden und die Dinge, die man gesehen hatte. Um diesen Enthusiasmus zu nutzen und herauszufinden, was den Kindern imponiert hatte und was sie sich für ihre Zukunft und für das neue Heim wünschen, wurde deshalb montags eine kleine Heimversammlung einberufen. Sowohl das Team als auch die Mädchen waren noch sehr beeindruckt von der wunderschönen Heimanlage Herr Kreitmeirs, der den Kindern in Little Smile ein tolles Zuhause und einen Platz zum Leben und Lernen geschaffen hat.

Zunächst waren die meisten der Mädchen sehr schüchtern, als sie in der großen Runde nach ihren Erlebnissen gefragt wurden und vielen war nur ein undifferenziertes „Everything was good" zu entlocken. Nach und nach entspannte sich die Stimmung jedoch und wir konnten herausfinden, dass die Mädchen die Sauberkeit und die Organisation des Kinderheimes sehr schätzten, dass sie jedoch am meisten von der offenen Art und der Freundlichkeit der Kinder und der Heimmütter beeindruckt waren. Sofort wurde der Entschluss gefasst, sich weniger zu streiten, um den neuen Freunden in Little Smile nachzueifern. Alle Mädchen waren enthusiastisch dabei und beschlossen auch, das Heim sauberer zu halten und besser auf ihre Schulsachen und ihre Kleidung aufzupassen, wie sie es in Koslanda gesehen hatten. Alles Entschlüsse, die von Herzen kamen, zu deren wirklicher Umsetzung es bei manchen Kindern jedoch noch ein weiter Weg ist. Aber wie wir alle wissen, beginnt jeder Weg mit einem ersten Schritt.

Auch von der Führung durch das Gelände waren die Kinder beeindruckt. Viele sagten, dass sie großen Spaß daran hatten, im kleinen heimeigenen Fluss zu spielen, während Udeshikas Augen besonders bei der Erinnerung an das Handarbeitshaus strahlten und Chanchala bereits im Bus von der Schule geschwärmt hatte. Viele der älteren Mädchen zeigten auch Interesse am Computerraum und von der großen Sportanlage waren alle angetan.

Schließlich schrieb Julia die Ideen und Pläne der Mädchen und des Personals auf die Tafel, um sie für die nähere Zukunft und die Gestaltung des neuen Heims festzuhalten. Schön war, dass sich die Mädchen vor allem Dinge wünschten, die realistisch oder immaterieller Art sind. Beispielsweise fanden sie die Einteilung in Häuser, die es in Little Smile gibt, sehr gut, da dies zu einer engeren Bindung innerhalb dieser Kleingruppen führt. Wieder betonten sie, dass sie weniger streiten wollten und auch mehr auf Sauberkeit und Disziplin achten wollten, da sie in Koslanda gesehen hatten, wie selbst sehr kleine Kinder vorbildmäßig still gesessen hatten. Außerdem wünschten sie sich, morgens mit Musik aus dem Radio geweckt zu werden und es kam die Idee auf, abends die Nachrichten zu schauen. Alle Kinder waren sich einig, dass sie sich einen kleinen Sportplatz, beispielsweise ein Volleyballfeld, und viele schöne Blumenbeete für das neue Heim wünschten. Der größte Wunsch der Miss war jedoch, eine wirklich laute Glocke zu bekommen, um alle Mädchen im neuen Heim erreichen zu können. Ihr schwebte ein Weckmechanismus in der Größe einer kleineren Kirchenglocke vor, während Frank grinsend meinte, es reiche aus, wenn er morgens ins Heim käme und einmal laut pfeifen würde.

Schließlich wurden noch Vorschläge für die Verbesserung des momentanen Zeitplans gemacht und man einigte sich darauf, nach den Ferien die Zeiten für Spielen und Hausaufgaben zu vertauschen und über weitere Veränderungen nachzudenken.

Abends begleiteten wir die Mädchen wieder zu der Gebetsstätte, an der wir auch vor dem Ausflug für gutes Gelingen und eine sichere Fahrt gebetet hatten. Alle waren müde und teilweise noch etwas angeschlagen von den Temperaturunterschieden und der ungemütlichen Fahrt, jedoch auch glücklich und dankbar für die Zeit in Koslanda. Etwas irritierend fanden es Manu und ich, dass alle 19 Mädchen meinten, sie müssten uns mit dem Kokosöl, das sie auch über eine Jesusfigur am Kreuz rieben, segnen und uns die Haare damit einreiben - was uns fettige Haare und eine selbst nach dem Waschen noch andauernde penetrante Duftfahne bescherte.

Rückblickend betrachtet war der Ausflug nach Koslanda ein großer Erfolg und ein einmaliges und bereicherndes Erlebnis für uns und auch für alle Kinder des Angels Home. Wir sind unglaublich dankbar dafür, dass wir diese Erfahrung mit den Kindern teilen durften und dass Herr Kreitmeir sich uns gegenüber so gastfreundlich und offen zeigte.

Mein persönlich schönster Moment auf der gesamten Fahrt war jedoch, als Chathumini mir auf der Rückfahrt erzählte, dass sie zwar alles wirklich sehr schön fand, dass sie sich aber auch freue, zurück zu fahren, da schließlich das Angels Home ihr eigentliches Zuhause sei.

 

Hier geht es weiter zu Manuelas Bericht: Besuch bei Little Smile in Koslanda