Tagebuch Daniela Anton. Über die Kunst, eine Bootstour zu planen. 06.09.2009


 

Eine Bootstour startet man am besten sehr früh morgens. Julia und Frank nach gegen 7 Uhr. Und nur bei schönem Wetter. Das klingt logisch, denn viele Tiere zeigen sich eher früh morgens und bleiben danach den neugierigen Gelegenheitstouristen verborgen. Und Warane findet man häufig auf Steinen im Fluss, wo sie die Sonne genießen. Unverständlicherweise bestellten wir also am 29. Juli unseren Fahrer Christi erst für halb 8. Und während unserer etwa 45minütigen Fahrt nach Negombo mussten wir beobachten, wie sich der Himmel immer weiter zuzog. Keine optimalen Bedingungen, für unseren Plan, mindestens 7 Warane, 2 Wasserschlangen, mehrere Schildkröten und ganz viele Vögel zu sehen. Im besten Fall auch noch einen Leoparden - allerdings war selbst uns klar, dass dieser Plan wohl eher unrealistisch war. In Negombo angekommen, stellte sich schnell heraus, dass die Bootstour leider ein ganzes Stück teurer werden würde, als zunächst angenommen (Christi erzählte uns, als wir wieder vor unserer Haustür standen, dass er ja jemanden gekannt hätte, der uns die Tour wesentlich günstiger gegeben hätte. Nun ja, das hätte er wohl etwas früher sagen sollen...). Wir übten uns zwar im Handeln, mussten jedoch wieder einmal feststellen, dass wir das Gefühl hatten, total übers Ohr gehauen worden zu sein, während Christi nach singhalesischer Art kostenlos an unserer Tour teilnehmen durfte. Nun ja, immerhin saßen wir schließlich dann doch in einem Boot und schipperten mit etwa 4kmh unter einem sehr bewölkten Himmel den Black River entlang, dessen Ufervegetation selbst bei weniger optimalem Wetter wirklich einiges zu bieten hat.

flusslandschaftmangroven

Erstaunlicherweise dauerte es nur wenige Minuten, bis unser geübter Steuermann, dessen Englisch- und Deutschkenntnisse sich leider auf wenige Worte wie „Vogel" und „Waran" beschränkten, und der leider unsere Fragen nach der Art der Vögel oder der besten Zeit für eine Bootstour selbst nach mehrmaliger Nachfrage nicht beantworten konnte, tatsächlich den ersten Waran entdeckte. Leider war dieser recht weit entfernt und schwamm sehr schnell davon und wir konnten nur noch Fotos von seiner Schwanzspitze machen. Eine lange Zeit sahen wir nichts außer gelegentlicher Eisvögel, die es hier in verschiedenen Arten gibt, und die wirklich wunderschön sind, und ein paar anderen Pflanzen und Vögeln.

eisvogelvogel

Nach etwa einer halben Stunde hatten wir doch Glück und die Sonne ließ sich blicken. Außerdem konnten wir nun auch noch vier weitere Warane sehen, die neben unserem Boot schwammen und sich geduldig fotografieren ließen. Wasserschlangen sahen wir leider keine, aber diese sind im Black River wohl auch deshalb selten, weil die Warane sie fressen (zumindest nach Auskunft unseres Bootsführers). Und Wasserschildkröten gibt es im Black River überhaupt keine. Wir waren jedoch schon sehr glücklich über unsere „Ausbeute" an Waranen und kehrten nach etwa einer Stunde auf dem Wasser schließlich mit einer Geschwindigkeit, die wir unserem Boot niemals zugetraut hätten, aufs Land zurück, um nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel im größten Supermarkt, der uns bisher in Sri Lanka begegnet ist, pünktlich zum Schulschluss wieder ins Heim zurückzukehren.

waran_1waran_2waran_3