Tagebuch Daniela Anton. Meine ersten Tage in Sri Lanka... 28.06.2009


Nach einer Nacht ohne Schlaf sind Manu und ich endlich am 25. Juni in Sri Lanka angekommen. Die erste Fahrt mit dem Kleinbus war gleich ein kleines Abenteuer, und ein wenig Angst hat mir das ständige Gehupe und die Fahrt auf dem Mittelstreifen oder das frontale Zusteuern auf entgegenkommende Fahrzeuge schon gemacht, aber die erste Kokosnuss hat gleich für alles entschädigt und Julia hat es außerdem geschafft, durch ihre spannenden Erzählungen die Fahrt zu verkürzen. Wir haben uns dann entschlossen, auf ein Nickerchen zu verzichten und erstmal unser Quartier in Beschlag genommen. Hier ist es echt schön und man fühlt sich gleich wohl und willkommen. Besonders schön war es, dass Eun-Hye noch eine Weile hier ist und sie uns bei der ersten Orientierung helfen konnte. So war Geldwechseln und Tuk Tuk Bestellen gar kein Problem mehr.

Das Kinderheim endlich im Original zu sehen war ein wirklich schönes Erlebnis. Die Kinder fühlen sich sichtlich wohl und alles ist wohnlich eingerichtet. Auch das Personal ist wirklich nett und jeder lächelt immer, wenn man in die Küche oder ins Haus kommt. Zunächst waren die Kinder alle sehr zurückhaltend, aber wir haben uns gleich mit Eun-Hye an den Nachhilfestunden beteiligt und nun kommen vor allem die Kleinen schon sehr häufig und nehmen uns an der Hand, um uns etwas zu zeigen. Leider funktioniert mit ihnen die Kommunikation noch nicht so gut, aber wir werden die nächsten zwei Monate fleißig mit ihnen daran arbeiten. Es war nicht schwer, herauszufinden, dass die Mädels sehr viel Spaß an Sprachspielen haben, und wir konnten sie nach ihrer Nachhilfestunde nur sehr schwer dazu bewegen, die Buntstifte wegzulegen und eine Woche zu warten, bis sie wieder dran sind. Dishna und Vihanga haben immerhin das Zählen bis sechs ständig wiederholt, als sie mit mir ein Würfelspiel gemacht haben.

An unserem zweiten Tag waren wir nicht im Kinderhaus, sondern alle drei Praktikanten haben mit zwei weiteren Deutschen und unserem Fahrer Ruckmal eine 17-Stunden-Tour durch Sri Lanka gemacht. Nach dem Besuch eines buddhistischen Felsentempels in Dambulla standen noch Sigiriya und eine Elefanten-Safari auf dem Programm. Letzteres war vor allem für mich ein riesiges Abenteuer, weil Elefanten schon immer meine Lieblingstiere waren und ich außer im Zoo noch nie welche live gesehen hatte. Etwa 90 Elefanten in freier Wildbahn zu erleben war deshalb unglaublich spannend. Und die Zeichnungen von den Wolkenmädchen in Sigiriya und auch der Blick vom Gipfel des Felsens haben mich auch total begeistert. Meine Zeit in Sri Lanka hat also gleich mit richtig vielen Eindrücken begonnen.

daniela antonsigiriya

An meinem vierten Tag hier hat Mali, die leider an ihrem richtigen Geburtstag krank war, ihre Geburtstagsfeier bekommen. Nachdem alle gesungen hatten, die Kerzen angezündet und ausgeblasen waren, und alle vom ersten Kuchenstück abgebissen hatten, mussten Manu und ich vor allen tanzen.

geb-mali

Das war gar nicht so einfach, weil die Kinder alle ziemlich begabt sind, was Tanzen angeht, und wir uns doch etwas schwerfällig und komisch vorkamen. Aber es hat Spaß gemacht und die Mädels waren begeistert.

Jetzt werde ich meine Energie (zu mindest die, die mir noch bleibt, weil es gar nicht so einfach ist, sich hier in der schwülen Hitze zu bewegen) darauf verwenden, die Unterrichtsstunden in den nächsten Wochen möglichst effektiv zu gestalten und die Mädels alle kennen zu lernen. Aber das wird nicht lange dauern, denke ich.

Manu und ich werden uns dann in nächster Zeit mit dem Schreiben abwechseln, weil unsere Erfahrungen vermutlich ähnlich sein werden.

Liebe Grüße aus Marawila,

Dani

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