Tagebuch Manuela Sinsel. Touristentour ins Kulturdreieck: Danbulla, Sigiriya, Minneriya. 01.07.2009


Gleich einen Tag nach unserer Ankunft hatten wir durch Zufall die Möglichkeit zusammen mit Eun-Hye und noch zwei weiteren deutschen Mädels einen Ausflug ins Kulturdreieck im Landesinneren zu machen. Es war zwar hart in unserer ersten Nacht hier gleich um viertel nach fünf aufzustehen, weil wir ja davor schon 38 Stunden nicht geschlafen hatten, aber das war es auf jeden Fall wert.

Um sechs hat unser Fahrer Ruckmal uns abgeholt und wir sind erst mal eine ganze Weile noch durch die Gegend gekurvt, bis wir das kleine Auto gegen den Van eingetauscht und die beiden anderen Mädels eingesammelt hatten.

Dann sind wir zu der circa dreistündigen Fahrt nach Dambulla aufgebrochen, unserem ersten Ziel, an dem wir einen buddhistischen Tempel besichtigen wollten. Unterwegs wurde noch gestoppt, um landestypisch zu frühstücken, wobei ich bekennen muss, dass ich in der Früh mit den verschiedenen Currys und Nudeln doch eher zurückhaltend war und mich im Vergleich zu den anderen mehr an trockenes Brot und Reismehlfladen hielt.

dambullaIn Dambulla angekommen haben wir zuerst mal unseren Eintritt bezahlt (später sollte uns dann klar werden, dass die Touristenpreise hier teilweise echt unverschämt sind, aber dazu nachher). Die Treppen hoch zum Felsentempel waren dann ein kleines Training für unseren späteren Aufstieg in Sigiriya. Interessant war auch zu sehen, dass sich auf den Treppen hoch zum Tempel die ärmsten Bettler mit Obstverkäufern und zum Teil auch Souvenierverkäufern, die einem irgendwelche T-Shirts andrehen wollen, abwechseln. Oben angekommen fanden wir es doch recht lustig, dass überall die Schuhe der Einheimischen herum standen (Tempelanlagen dürfen nur barfuß betreten werden), Touristen sie aber für 25 Rupie abgeben müssen. Wir waren uns nicht ganz sicher ob sonst wirklich die Gefahr bestand, dass sie geklaut werden, oder ob das nur eine weitere Möglichkeit war den Europäern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Die Anlage des Höhlentempels selbst war jedenfalls sehr interessant und schön. In den verschiedenen Höhlen standen, lagen und saßen unterschiedliche Buddhastatuen und auch die Figuren anderer Götter und Könige. Und überall davor lagen die Blumen, die die vielen Pilger dort ablegen um ihre Götter zu verehren. Nachdem wir uns beim Runterlaufen noch jeder mit einer Mango gestärkt hatten und teilweise von ganzen Schulklassen angestarrt wurden, als wären wir Außerirdische (Weiße sind hier scheinbar doch meist noch eine Sensation) fuhren wir weiter nach Sigiriya.

Schon von Weitem schaut der sich über die Landschaft erhebende Felsen beeindruckend aus und sticht einem sofort ins Auge. Beim Eintrittspreis mussten wir aber wirklich erstmal schlucken. 2850 Rupies (umgerechnet fast 20 Euro) ist schon ganz schön happig, v.a. da Einheimische 50 Rupies (also ca. 40 Cent) bezahlen. Die Leute hier wissen schon, wo sie sich das Geld holen können. Nach einem bei diesen Temperaturen doch recht anstrengenden Aufstieg konnten wir auf ungefähr halbem Weg nach oben die Wolkenmädchen, ca. 1500 Jahre alte Wandzeichnungen bewundern, von denen leider nur noch ungefähr 20 erhalten sind. Oben angekommen wird man dann mit einem traumhaften Blick über die Landschaft für seine Mühen belohnt, bei dem man auch fast seinen Ärger über die Abzocke am Eingang vergisst. Und der Wind oben hat sogar für ein bisschen Abkühlung gesorgt, wobei man schon fast Angst haben musste, dass er einen gleich wieder hinunter weht. Vom Königsschloss sind zwar nur noch wenige Reste erhalten, aber trotzdem ist es interessant und auch die ganze symmetrische Anlage der Königsgärten unterhalb des Felsens macht von oben gesehen fast mehr Eindruck, wie wenn man hindurchläuft.

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Nach dem Abstieg, bei dem man die manchmal recht penetranten Souvenirverkäufer am besten ignoriert, ging es weiter zum letzten Höhepunkt unserer Tour: Jeep-Safari im Minneriya-Nationalpark. Zuerst mussten wir hoffen, dass wir überhaupt Tiere sehen, da es mit einem Hornissennest und einem Affen nicht gerade spannend begann, vor allem da Affen schon beim Tempel und in Sigiriya in recht großer Anzahl herumliefen und auch überhaupt nicht menschenscheu waren. Doch sobald die erste Elefantenmama mit ihrem Kleinen auftauchte, war unsere Begeisterung groß und wir haben wie die Wilden drauflos fotografiert, was sich kaum gelohnt hat, da wir kurze Zeit später bei ganzen Elefantenherden angehalten haben und bis zum Ende des Tages vermutlich um die achtzig Elefanten in freier Wildbahn sehen konnten.minneriya_nationalpark

Das ist doch schon nochmal ein anderes Gefühl als mal zwei vereinzelte im Zoo hinter Gittern zu sehen, weil hier natürlich auch die gesamte Umgebung dazu gepasst hat und dann schauen auch die Babyelefanten gleich nochmal doppelt so süß aus. Da wollte man am liebsten gar nicht mehr weiterfahren, was sich aber nicht vermeiden ließ, da es hier in Sri Lanka ja schon um sieben stockfinster ist und wir uns langsam auf den Heimweg machen mussten. Überrumpelt von der Hitze, den ganzen Eindrücken, Aufstiegen und natürlich auch dem noch nicht aufgeholten Schlafmangel habe ich fast die gesamte Heimfahrt verschlafen, aber sehen konnte man ja eh nichts mehr. Es war jedenfalls ein wunderschöner Tag, der definitiv Lust auf mehr Sri Lanka gemacht hat und mich schon gespannt erwarten lässt, was es hier noch alles zu entdecken gibt.