Tagebuch Maria Paola König. Ein außergewöhnlicher Tag. 24.02.2010


Wisst ihr woran man merkt, dass ein Ausflug mit Kindern richtig gelungen ist? Wenn sie bei der Rückfahrt vor Müdigkeit umfallen.
Letztes Wochenende sind wir in den „Guruge Nature Park" bei Wellampitiya gefahren. Es war ein langer, aufregender und heißer Tag. Nicht nur, weil ein solches Ereignis schon an sich haufenweise Eindrücke hinterlässt, sondern auch wegen dem abwechslungsreichen Unterhaltungsangebot der Anlage. In dieser Beziehung muss ich Eines den Singalesen wirklich lassen: sie verstehen was von Phantasie. Die ausgefallene und trotzdem materialarme Bauweise der verschiedenen Vergnügungsbereiche war überraschend. Ebenso war ich positiv beeindruckt von der heimischen  Atmosphäre die man in dem schnell überschaubaren Park vorfindet.
Die Reise hat um 8 Uhr Morgens mit unerwarteter Reibungslosigkeit begonnen. Der Bus war pünktlich, die Kinder waren „Gewaschen und Gebügelt“ auf ihre Plätze gestimmt und innerhalb weniger Minuten hatten wir das grüne Tor des „Angels Home for Children“ schon hinter uns gelassen. Kaum waren die ersten 200 m vorbei, da war die Mehrheit schon mittendrin im Tagesgebet. Vor uns lagen eine „laute“ Stunde Fahrt und ein amüsantes Chaos. Insgeheim habe ich jeden schrägen Ton der endlosen, musikalischen Aufführung herzlich genossen.

Unser lebhaftes „Quartett der letzten Reihe“ (Udeshika, Dilki, Mali und Dinesha) sorgten nämlich für eine entzückende Choreografie und die richtige Stimmung.
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  Ankunft und Eintritt waren schnell und schmerzlos, auch der erste historisch thematisierte Bereich des „Guruge Park" wurde zügig durchkämmt.
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6_-_pause Keine Frage: das Interesse an den originellen Austellungsstücken war proportional zur Neugier für die nächste Attraktion. Wie eine Horde Schmetterlinge raste die Gruppe von Schau zu Schau, fast gnadenlos bis zur "Eispause". Danach würde die Lage entspannter, zumindest bis das Eis fertig war!

7_-_spielplatz Als nächstes Highlight war der langersehnte Spielplatz mit seinem bunten Riesenrad dran. Allein dessen Anblick war natürlich ein Abenteuer welches man den Kindern nicht abschlagen konnte. Organisatorisch gesehen zeigte sich  die  Operation jedoch kniffeliger als wir dachten. Ihr glaubt nicht wie schnell Kinder beim  überfallen eines Riesenrads werden können. Kaum hatte Frank den Weg zur Kasse hinter sich, saßen  die kleineren (Hashini, Hasadi, Nawanjena und Kumari) schon allein in ihrem Schiffchen, und mit ihren großen Reheaugen schauten sie hoffnungsvoll nach Zustimmung. Nix da! Die Lösung war 1 kleines Mädchen in Begleitung mit 2 älteren. Nehmen oder sein lassen! Den Rest kann man sich denken. Die Kinder hatten einen "Riesen" Spaß.

  Eine weitere Stunde am Spielplatz vor dem Mittagessen und eine danach, und zwischendurch eine kleine Zugfahrt, sorgten für weitere Stimmung, sodass die Kinder sich wirklich ausgiebig und unbeschwert austoben konnten.
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  Zum krönenden Abschluss dieses gelungenen Aufenthalts besuchten wir eine kleine Aufführung im parkeigenen Theater. Eine junge, enthusiastische Band, zwei kuriose, aber geschickte Jongleure, eine zweifelhaft bunte Assistentin, drei bezaubernde Tänzerinnen und ein insgesamt putziges Programm haben unsere letzte Nachmittagsstunde im "Gurugue Nature Park" ehrenwürdig abgerundet.
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  Schon beim Betreten des überhitzten, großen Saals konnte man die steigende Erschöpfung der Kinder schwerer und schwerer auf ihre kleinen Glieder fallen sehen. Es dauerte eine Weile bis die Aufführungsvorbereitungen endlich abgeschlossen waren, schon in dieser Zeit sind die ersten Opfer gefallen, mich inbegriffen. Das Highlight ist aber keinem entgangen. Als zum Schluss alle Kinder im Saal zu einer kleinen Tanzaufführung auf die Bühne gebeten wurden, konnten sich Groß und Klein erfreuen. Shakina, Kumari, Hashini, Hiruni, Vihanga und Nawanjena waren mit Leib und Seele dabei und sie waren soooooooo süüüß!!!

Etwas langsamer ging der Weg zurück zum Bus. Und eine Frage schoss mir bald durch den Kopf: "Werden sie es schaffen die Rückfahrt genau so Laut zu gestalten?" Ein starker Versuch kam von der sonst so zurückhaltenden Mali, gefolgt von einer immer optimistischen Dinesha. Die allgemeine Erschöpfung war aber eindeutig spürbar. Der Heimweg war einfach süß und knuddelig zwischen den Kindern.
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  Eine erschöpfte Zufriedenheit steigt am Ende eines solchen Tages gemächlich und schwerelos, wie ein Ballon über den Horizont...