Tagebuch Stefanie Würfel. Der Dezember ist bunt…19.12.2009


 

Ich melde mich mal wieder aus dem sonnigen Marawila, um euch zu berichten, was im Dezember bisher alles so passiert ist...

Leider mussten wir Anfang Dezember ja Madeleine verabschieden, was natürlich sehr traurig war. Die Mädels (und wir auch) vermissen sie und hoffen, dass es ihr wieder besser geht und sie eines Tages mal wieder zurück kommen kann. Wir hatten eine schöne Zeit und ich bin mir sicher, dass Madeleine oft daran zurück denken wird.

Bis zum Ferienbeginn ist im Angels Home eigentlich nicht so viel passiert. Die Mädchen mussten viel lernen und wir haben nur selten mal Spiele gespielt oder die Zeit genießen können. Aber nun ist ja alles vorbei, am 9.12. war der letzte Schultag. Die meisten Examensergebnisse sind ganz gut ausgefallen, zumindest konnte man bei vielen Mädels eine Verbesserung gegenüber den letzten Ergebnissen feststellen. Unser kleines Wunderkind ist Chanchala, die fast überall mit einer herausragenden Leistung glänzt. Da freut man sich natürlich sehr, dass es auch noch Kinder gibt, die Spaß am Lernen haben. Dafür wird sie auch gleich belohnt, sie ist die einzige, die sicher die Schule wechseln kann. Zum nächsten Schuljahr wird sie auf die St. Anns Schule gehen, die allgemein einen besseren Ruf hat als die bisherige. Bei drei anderen Kindern (Hiruni, Anne und Emesha) bleibt noch offen, ob sie ebenfalls die neue Schule besuchen können, die drei mussten einen Test absolvieren, den sie hoffentlich gemeistert haben. Es wäre natürlich toll, wenn alle von den guten Lernbedingungen in der neuen Schule profitieren könnten, aber leider sind die Kapazitäten sehr begrenzt. Wir hoffen aber, dass wir einige von den anderen Mädels auf eine Schule in Wennappuwa schicken können, die ebenfalls ganz gut sein soll. Anfang Januar wissen wir darüber hoffentlich Bescheid.

Nach dem letzten Schultag standen dann noch zwei letzte gemeinsame Tage an, die wir noch einmal sinnvoll nutzen wollten. Am Donnerstag räumten wir deshalb die Bibliothek um, sprich alle Bücher aus der alten Bibliothek mussten raus und in die neue Bibliothek im neuen Heim rein. Es waren doch ganz schön viele Bücher die wir umräumen mussten, aber da wir schon früh angefangen hatten, waren wir noch vor dem Mittagessen fertig damit. Im Anschluss daran kontrollierten Julia und ich noch alle Bücher und sortierten neue Bücher ein. Mittlerweile besteht doch eine wirklich tolle Auswahl an Büchern und die Kinder können sich glücklich schätzen, so etwas zur Verfügung zu haben!

bibo_1bibo

Am Freitag wurden dann von den Kindern ihre Sachen in Ordnung gebracht und alles für den Ferienaufenthalt vorbereitet. Viele nutzen auch die Zeit, um noch ein paar Weihnachtskarten zu basteln, ich bin mal gespannt, ob für mich auch eine dabei ist! J Nachmittags sind wir dann noch zum Strand gegangen und haben ein bisschen im Wasser und im Sand rumgeplanscht. Den Kindern macht das wirklich sehr viel Spaß. Schade war, dass das Wetter ziemlich bewölkt war, so dass wir leider keinen schönen Sonnenuntergang sehen konnten. Aber vielleicht kann man so einen Ausflug ja noch mal wiederholen.

am-strand-2am-strandam-strand_1

Bevor es dann für die Kinder in ihre wohlverdienten Ferien ging, wurde am Samstag noch Nadishas Kommunion gefeiert. Es war ihre erste (nach der Taufe, die hier als eigentlich erste Kommunion angesehen wird), und es war somit ein besonders wichtiger Tag für sie. Ich bin schon gegen sechs Uhr morgens im Heim gewesen, um ein bisschen die Vorbereitungen mit zu bekommen. Da die Kinder aber fast alle schon um vier Uhr aufgestanden sind, gab es eigentlich nichts mehr zu tun, außer Nadisha hübsch herzurichten, was natürlich gar kein Problem war! Sie sah einfach super aus. Aber auch ihre „Leiheltern", Indika und Susanthe, die sie bei der Kommunion begleiteten, konnten sich sehen lassen!

Gegen sieben bin ich mit einigen katholischen Kindern zur Kirche gegangen und wir haben uns den Gottesdienst angeschaut. Dieser unterscheidet sich nicht so sehr vom Deutschen, es wird gesungen, gebetet und die heilige Kommunion empfangen. Danach sind wir wieder zurück nach Hause gelaufen, wo ein toller Empfang auf Nadisha wartete. Die anderen Mädels und das Personal haben tolles Essen vorbereitet, es gab Kuchen, Sandwiches, Milchreis mit Palmsugar (Kiribath), Obst und diverse andere Köstlichkeiten, die wir alle in Windeseile verputzten. Leider ging die Feier recht schnell vorbei, weil von einigen Kindern schon Familienangehörige warteten, die die Mädels für die Ferien abholen wollten. Gegen Nachmittag machte ich mich auch auf den Weg, Julia und Frank hatten mir ein paar Tage Urlaub gegeben, um mich ein bisschen an der Südküste zu erholen. Davon werde ich euch dann im nächsten Bericht erzählen.

Bis dahin alles Liebe und Gute, eure Steffi.

 

 

powered by social2s