Tagebuch Stefanie Würfel. Wie die Zeit vergeht...15.11.2009


Jetzt bin ich schon seit 2 Wochen hier und habe so viel schöne Dinge erlebt, von denen ich euch jetzt erst einmal berichten möchte.

Aber erst mal Grundsätzliches: Mir geht es gut und ich habe mich hier super eingelebt. Zu Hause bei Julia und Frank fühle ich mich super wohl und es macht Spaß, mit den beiden und Madeleine und Marion zusammen zu wohnen.

Die Arbeit im Heim ist auch super, jede Stunde, die ich bei den Mädels bin, genieße ich vollkommen und es macht mir viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten oder zu spielen.

Das Wetter spielt leider nicht ganz so mit, abends regnet es fast immer und manchmal leider auch tagsüber. Abgesehen davon, dass wir dann nicht immer mit dem Fahrrad fahren können, müssen wir auch im Angels Home auf sportliche Aktivitäten verzichten. Aber noch bin ich zuversichtlich, dass es bald besser wird.

In der letzten Woche habe ich noch versucht, mich ein bisschen an der Nachhilfe zu beteiligen und habe mir einen ersten Eindruck von den Leistungsständen der Mädchen machen können. Es ist schon spannend zu sehen, welche unterschiedlichen Fähigkeiten die Mädchen haben und wie sie auf die von uns gestellten Anforderungen reagieren. Da gehört manchmal doch ein bisschen Feingefühl dazu, die Kinder zum Mitmachen zu motivieren.

Am Freitag hatte dann Marion Geburtstag. Am Donnerstag wurde schon fleißig gebastelt und gemalt. Es war total schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Mädels noch dabei sind, wo sie doch schon so viele Geburtstage gefeiert haben. Am Freitag selbst wurde dann erst mal das Wohnzimmer dekoriert und alles für die Party vorbereitet. Leider hatten die meisten Kinder bis halb fünf Nachhilfe, so dass wir erst spät mit der eigentlichen Feier anfangen konnten. Die war dann dementsprechend kurz, aber trotzdem sehr schön. Erst wurde für Marion gesungen, dann musste sie die Kerzen auf ihrem Geburtstagskuchen auspusten und dann mit dem ersten Kuchenstück durchs ganze Heim laufen, so dass jeder einmal abbeißen kann. Danach durften wir alle ein eigenes Stück essen, was wirklich lecker war. Dann kam jeder zu Marion, um ihr persönlich zu gratulieren und eine Karte zu überreichen. Im Anschluss daran hatten sich die Kinder noch ein Programm ausgedacht und getanzt bzw. kleine Stücke aufgeführt, was wirklich witzig war. Und dann durften alle tanzen und ein bisschen feiern. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen und es ist schon fast ein bisschen schade, dass mein Geburtstag dieses Jahr schon war Grinsen

Da die Mädels ab Montag Examensprüfungen haben, haben wir uns dazu entschlossen, die Nachhilfe ab dieser Woche ausfallen zu lassen und ihnen Zeit zu geben, um zu lernen. Vor allem die Älteren haben ziemlich viel zu tun, was einem echt Leid tun kann. Mali und Saduni sind wirklich nur am lernen, weil beide in ihrem letzten Schuljahr sind. Ich hoffe, dass sie nach den Prüfungen wieder ein bisschen mehr Zeit haben, ihr Leben zu genießen. Die Kleineren haben natürlich nicht so viel zu lernen, so dass wir uns viel mit denen beschäftigen können und noch Zeit zum Spielen bleibt.

Am Dienstag hatte Chathumini dann ihren 14. Geburtstag und wir hatten wieder eine schöne Feier mit Kuchen und sogar frischem Obst. Im Grunde ist dann alles so abgelaufen, wie es bei Marions Geburtstag war, aber es war trotzdem sehr schön und nett.

Ja, und am Mittwoch haben wir dann unseren ersten Ausflug gestartet, Marion, Madeleine und ich wollten das „kulturelle Dreieck" erkunden. Los gings um 5.30 Uhr (geplant war zwar 5 Uhr, aber wer ist hier in Sri Lanka schon pünktlich?!), wir hatten uns einen Fahrer mit Van gemietet, weil wir das einfacher und angenehmer fanden, als alles mit dem Zug und Bus zu erkunden. Der Fahrer, Santha, war super nett und witzig, sprach aber leider nicht ganz so gut Englisch. Dabei war auch noch Sumudu, ein Tourguide, der sich den Spaß, mit drei Mädels unterwegs zu sein, natürlich nicht entgehen lassen wollte. Wir sind dann also zuerst nach Anuradhapura gefahren und waren dank Santhas Fahrkünsten nach 3 Stunden da. Wir haben dann erst mal in einem lokalen Restaurant gefrühstückt, es gab lecker Paratha, Springhoppers, Dhal und Chili Paste Danach haben wir unser kulturelles Programm gestartet und uns die Ancient City angeschaut. Mit dabei war die Abhayagiri Dagoba, die höchste Dagoba in Sri Lanka, die Thuparama Dagoba, die älteste Dagoba in Sri Lanka, der Sri Maha Bodhi Tree (der Baum, unter dem Buddha seine Erleuchtung gefunden hat), und diverse andere Ruinen und Figuren.

unserer_teamwir_in_anuradhapurathuparama_dagoba

Im Anschluss daran sind wir nach Mihintale gefahren, der Ort, an dem der Buddhismus in Sri Lanka zu erst verbreitet wurde. Nach einem kurzen Aufstieg haben wir eine Plattform erreicht, von der aus man zu einer schönen Buddha Figur, zum Aradhana Gala (einem kleinen Berg mit super Aussicht) und zur Mahaseya Stupa gehen konnte. Das war wirklich super, zumal wir fast die einzigen Touristen waren und die Ruhe und Spiritualität des Orts vollkommen genießen konnten. Dort haben wir dann auch einige Zeit verbracht und viele schöne Fotos gemacht.

aradhana_gala_in_mihintalewir_in_mihintale

Danach haben wir uns mit unseren Guides auf die Suche nach einem Hotel gemacht. Wir wollten natürlich nicht so viel Geld ausgeben und eher was im Low Budget Bereich haben. Beim zweiten Versuch hatten wir dann Glück und wir haben ein dreier Zimmer, welches sauber und ganz gemütlich war, gefunden. Im hoteleigenen Restaurant haben wir dann noch zu Abend gegessen (Rice and Curry natürlich) und eine Runde Carrom mit den Guides gespielt, zwar mehr schlecht als recht, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Danach sind wir total kaputt ins Bett gefallen, gespannt darauf, was an den nächsten Tagen so passieren würde.

Davon werden euch dann Madeleine (Tag 2) und Marion (Tag 3) berichten, viel Spaß beim Lesen!

Eure Steffi

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