Tagebuch Stefanie Würfel. Wie fängt man am besten an. 04.11.2009


Ja, wie fängt man am besten an, über die ersten Tage hier zu berichten?! Am besten fange ich mal vorne an. Julia hat mich ja am Flughafen in Colombo abgeholt und ich habe mich super gefreut, sie endlich persönlich kennen zu lernen. Wir sind dann mit dem Auto zum Haus in Marawila gefahren. Für mich war die Fahrt jetzt nicht mehr so aufregend, da ich ja schon drei Monate in Indien war, konnte ich mich schon an einiges gewöhnen. Auch vom Stadtbild her ähnelt sich doch einiges, so dass ich mich gleich ein bisschen heimisch gefühlt habe. Zu Hause angekommen, habe ich erst mal meine Sachen ausgepackt und mich ein bisschen eingerichtet. Das Haus ist sehr schön und ich denke man kann sich hier richtig wohl fühlen.

Da ich natürlich begierig darauf war, das Kinderheim und die Kinder kennen zu lernen, hab ich mich gegen mittags mit Julia auf zum Angel‘s Home gemacht. Dort angekommen wurde ich erst mal von den Kindern begrüßt, ich bekam einen schönen Blumenstrauß von den Mädchen überreicht und jedes hat sich persönlich bei mir vorgestellt. Da waren alle noch ziemlich schüchtern, total süß. Natürlich habe ich die Namen der Mädchen sofort wieder vergessen, aber ich arbeite noch daran, alle zu lernen.

Auch Frank und Marion habe ich kennen gelernt, beide sind total nett. Danach gab es erst einmal Mittagessen. Dann hat mir Julia das ganze Heim und auch die Baustelle, auf der das neue Heim entstehen soll, gezeigt. Ich war echt überwältigt, vor allem auch davon, wie groß das ganze Gelände ist. Insgesamt ist das Heim wirklich super und ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Kinder dort wohl fühlen. Den restlichen Tag haben wir mit Spielen und Tanzen verbracht und die Zeit ist wirklich schnell rum gegangen.

Am nächsten Tag habe ich erst einmal ausgeschlafen, so ein langer Flug strengt ja doch ganz schön an. Zumal man sich hier ja auch wieder an vieles Neues gewöhnen muss, vor allem das Wetter macht einem etwas zu schaffen. Nachmittags kam dann Madeleine, eine weitere Praktikantin, an. Zusammen sind wir dann mit den Kindern ins Kino gegangen, nach einem kurzen Fußmarsch und einer Busfahrt waren wir auch schon da. Wir haben uns den Film Bindu - Elefant - angeschaut, der zwar schön, aber auch sehr traurig war. Auch wenn ich nichts vom Gesagten verstehen konnte, war es schön, mit den Kindern im Kino zu sitzen und zu sehen, welche Freude sie daran haben.

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Danach haben wir dann wieder die Kinder zurück zum Angel's Home gebracht und sind selber nach Hause gefahren. Madeleine und ich sind von Julia dann noch zum Supermarkt begleitet worden, so dass wir uns ein paar Nahrungsmittel und andere Dinge kaufen konnten. Heute, am dritten Tag, war für die Kinder Feiertag (Full Moon Puya Day), so dass wir schon früh (nach einer kleinen Stadtrundfahrt mit Julia) ins Heim gefahren sind. Die buddhistischen Kinder mussten allerdings in den Tempel, so dass nur noch die katholischen Kinder im Heim waren. Wir haben den ganzen Tag über versucht, mit den Kindern das zu machen, was ihnen gefiel, sprich Sport machen, Spiele spielen, oder einfach nur rum hängen und ein bisschen Quatsch machen. Super finde ich, dass die Kinder trotz der vielen Praktikantinnen, die ja jetzt über die Jahre schon da waren, trotzdem noch so neugierig sind und immer zu einem kommen, bei den meisten war von der anfänglichen Schüchternheit schon gar nichts mehr zu sehen. Die meisten Kinder sind total offen und begierig darauf, etwas mit dir zu machen, andere hingegen sind ruhiger und kommen weniger von sich aus auf dich zu. Doch auch zu denen möchte ich natürlich eine gute Beziehung aufbauen, so dass ich in den nächsten Tagen versuchen möchte, mehr Kontakt oder Gespräche zu ihnen aufzubauen.

Grundsätzlich haben mir die letzten drei Tage hier rundum sehr gut gefallen. Alle um mich herum sind super freundlich und nett, auch das Team im Heim ist sehr hilfsbereit und offen. Am meisten freue ich mich natürlich darauf, die Zeit mit den Kindern verbringen zu können, so viele hübsche, anständige und liebe Mädchen habe ich noch nie zusammen erleben können. Es bereitet einem einfach schon Freude, ihnen beim Spielen oder auch beim Lernen zu zuschauen und zu wissen, dass man, wenn auch nur zu einem kleinen, Teil deren Leben wird.

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