Erst drei Wochen und schon um so viele Erfahrungen reicher


Schon drei Wochen ist es nun her, dass ich mit einer Trinkkokosnuss und einem Kunstwerk aus Sand und Blumen mit dem Schriftzug „Welcome to our beautiful Angels Home“ empfangen wurde.

Da ich von allen sehr herzlich und mit offenen Armen begrüßt wurde, fühlte ich mich von Beginn an direkt in das Gemeinschaftsleben und den Alltag aufgenommen.

Ich muss sagen, dass ich glaube ich keinen besseren Zeitpunkt hätte erwischen können, um hier im Angels Home anzukommen. Die erste Erfahrung im Kinderheim Angels Home war eine Tanzaufführung.Ich bin nämlich pünktlich zum ersten Ferientag gelandet. Und nur zwei Tage später durfte ich auch direkt eine Tanzaufführung der Mädchen miterleben, nach welcher sich ca. die Hälfte der Mädchen für die Ferien nach Hause verabschiedet hat. Für mich eigentlich ganz praktisch, so musste ich mir auch erst einmal nur die Hälfte, der für mich oft sehr gleich klingenden Namen einprägen. Doch nicht nur ich habe ein Problem mit den Namen, denn auch einige der Mädchen können sich meinen Namen nicht wirklich merken. So ist auch nach drei Wochen von Lau, Lauka, Laula, Raula oder auch anderen ehemaligen Praktikantennamen wie Katharina oder Lena noch alles dabei. Da muss ich dann wohl doch kein allzu schlechtes Gewissen haben, wenn mir ein Name dann doch mal wieder nicht einfällt.

Auf Grund der Ferienzeit glich bisher noch kein Tag dem anderen. Jeden Tag haben wir etwas anderes unternommen. Wir waren in einem buddhistischen Tempel, einer Kirche, im Meer baden, haben viel gemalt, neue Spiele ausprobiert, Schwimmen gelernt, gepuzzelt, Badminton gespielt, Filme gesehen, eine Schnitzeljagd veranstaltet und und und. Bisher kam daher noch in keiner Sekunde auch nur ansatzweise Langeweile auf und ich konnte bereits sehr viel Zeit mit den Mädchen verbringen. Die Zeit ist daher auch wie im Flug vergangen. Da die Mädchen noch bis Ende August Ferien haben, werden auch in den kommenden Tagen noch einige spannende Sachen anstehen und die nächsten Wochen werden vermutlich ebenso schnell vorbei sein wie die vergangenen. Dann werden auch die anderen Mädchen wieder im Angels Home ankommen und ich darf mich der Herausforderung erneut stellen, viele neue Namen zu lernen.

Der kunterbunte Haufen mit genauso viel ErfahrungenGenerell sind vor allem die jüngeren Kinder sehr offen, kommen direkt auf mich zu und stellen mir viele Fragen. Bei einigen Sprachbarrieren steht mir glücklicherweise Shanaya zur Seite, die sowohl singhalesisch als auch Englisch spricht. Sie kann daher immer wieder als Übersetzerin die Verständigungen mit Händen und Füßen ergänzen. Aktuell bin ich die einzige Praktikantin, welche im Angels Home wohnt, da Shanaya hier aus der Gegend kommt und daher meist um 18 Uhr nach Hause fährt. Deshalb verbringe ich abends auch viel Zeit alleine, was für mich ebenfalls eine neue Erfahrung ist, da ich bisher immer von Familie und Freunden umgeben war.

Obwohl man hier mit Aufmerksamkeit, lieben Worten, Umarmungen, kleinen Briefen und Gute-Nacht-Küsschen überhäuft wird, merke ich doch immer wieder, dass ich eine Außenstehende bin. Ich spreche weder singhalesisch, esse normalerweise nicht mit den Händen, weiß nicht wie man sich in einem buddhistischen Tempel oder den Kirchen hier verhält und so weiter. Auch das sich fremd fühlen ist eine ganz neue Erfahrung für mich, für welche ich unter anderem hierhergekommen bin. Zum ersten Mal entdecke ich eine ganz andere Lebensweise. Es gibt viele Gemeinsamkeiten aber eben auch viele Unterschiede. Ich bin gespannt, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten ich in den nächsten Wochen noch entdecken werde und welche Erfahrungen noch auf mich warten. Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit und darauf auch die restlichen Mädchen noch richtig kennen zu lernen.

Liebe Grüße aus dem Angels Home

Laura

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