Tagebuch Linus. Sonnenfinsternis in Sri Lanka. 21.01.2010

 Obwohl es nun schon ein paar Tage her ist mit der Sonnenfinsternis und wir auch kaum etwas gesehen haben, möchte ich euch doch ein paar interessante Fotos zeigen, die ich machen konnte. Zuerst aber mal ein paar Infos zur Sonnenfinsternis.

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Die Sichtbarkeitszone der ringförmige Sonnenfinsternis am 15.01.2010 begann im Dreiländereck Kamerun/Zentralafrikanische Republik/Tschad. Bereits hier dauerte die ringförmige Phase über 7 Minuten. Binnen 20 Minuten überquerte der Gegenschatten des Mondes den afrikanischen Kontinent. Die südlich der Zentrallinie gelegene kenianische Hauptstadt Nairobi erlebte den Feuerring am frühen Vormittag für 6m53s, Buur Gaabo an der Küste des indischen Ozeans für nahezu 9 Minuten. Während die Zentralzone entlang des Äquators auf das Meer hinaus zog, nahm die Länge der Finsternis weiter zu; nördlich der Seychellen, die nur knapp verfehlt wurden, waren es bereits 10m30s. Einige hundert Kilometer südwestlich der Malediven wurde bei den Koordinaten 01°37′40′′N/69°13′37′′E das Maximum der Finsternis erreicht mit 11m10s Dauer und einer Magnitude von 0,919 (entspricht einer Flächenbedeckung von 84,6%). Damit war dies die längste ringförmige Sonnenfinsternis des 3. Jahrtausends! Über Male, der Hauptstadt der Malediven schwebte der Mond für 10m35s vor der Sonne, 20 Minuten später waren es in Jaffna auf Sri Lanka immerhin noch 10m04s. Nachdem die Zentralzone den Süden Indiens und den Norden Sri Lankas passiert hatte, überquerte sie den Golf von Bengalen in nordwestlicher Richtung. In Myanmar erreichte sie erneut das asiatische Festland, die Finsternisdauer war jetzt wieder unter 9 Minuten gesunken. Gut 10 Minuten später erreichte der Feuerring China. In der genau auf der Zentrallinie gelegene Stadt Chongqing (die nur 6 Monate vorher eine totale Sonnenfinsternis erlebt hatte!) vergingen 7m52s zwischen 2. und 3. Kontakt, in Quingdao waren es kurz vor Sonnenuntergang noch 7m38s. Augenblicke später endete die ringförmige Verfinsterung an der Küste des Gelben Meeres.
Die Sonnenfinsternis vom 15.01.2010 zog wegen ihrer Rekordlänge viele astronomisch interessierte Menschen an, auch wenn sie wegen des geringen Bedeckungsgrades der Sonnenscheibe nicht sonderlich spektakulär war. Mit Kenia und den Malediven passierte der Feuerring touristisch hervorragend erschlossene Urlaubsländer. Die Kulturreiseziele Indien, Myanmar und China boten weitere Beobachtungsmöglichkeiten. Wer das Wetterrisiko minimieren wollte, wird sich trotz etwas kürzerer Dauer der ringförmigen Phase aufgrund der hervorragende Klimastatistiken für Myanmar oder den benachbarten Süden Chinas entschieden haben. Die Klimatabelle und die Wetteranalyse von Jay Anderson boten hervorragende Entscheidungshilfen. Quelle

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Und hier noch ein paar Bilder, die ich auf dem Gelände machen konnte. Zuerst hatte ich ganz vergessen, dass die Sonnenfinsternis am 15.01. gegen die Mittagszeit passieren sollte. Wir saßen im Büro und plötzlich merkten wir, dass das Licht ganz komisch war, als hätte man einen Film vor den Augen. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich rannte gleich nach draußen, um zu schauen, ob man etwas sieht. Eine direkte Sonnenfinsternis konnte ich leider nicht sehen, dafür konnte ich aber ein paar Fotos machen, die ich ganz schön fand und wo man bei genauem Hinschauen auch sehen kann, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt. Lachen

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Author: Frank Lieneke