Tagebuch Linus, meine Reise in die Camps rund um Trincomalee. Teil 2.

Teil 2.

 Heute morgen bekam ich noch eine Mail, wo es hieß, dass vielen der Hilfsorganisationen der Zugang zu den Camps verwehrt wird und sie gar keine Möglichkeit haben, zu helfen.

Antwort: Das mag ja vielleicht stimmen, zumindest wird es in den Medien berichtet, aber dann frage ich mich, warum wir als "Organisation Unbekannt" mit nur 2 Helfern und keiner Millionen Reserven auf dem Konto uns hier frei bewegen können und alle Informationen, die wir benötigen, bekommen? Aber im Endeffekt ist es auch egal, eins steht auf jeden Fall fest: Die Menschen in den Camps, besonders die Kinder, brauchen dringend Hilfe! Und nicht erst dann, wenn sich die Politiker oder sonst jemand dazu entschließt. Sondern jetzt!

Fotos vom Transit Camp Kilivedi. 

Auf den ersten beiden Fotos stehen die Menschen gerade wegen Medikamenten an. Lebensmittel und Medizin werden am aller nötigsten gebraucht.

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 Für die Kinder besteht keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen, auch Spielmöglichkeiten sind keine vorhanden. 

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  Hoffnungslosigkeit wo man hinschaut. Auch für mich nicht ganz einfach, damit umzugehen, obwohl ich es seit dem Tsunami schon oft gesehen habe. Viele der Menschen hat es doppelt getroffen: erst der Tsunami, wo sie alles verloren haben (Hilfsgelder für eine neue Unterkunft oder um das eigene Geschäft wieder aufzubauen kamen hier so gut wie gar nicht an), und nun der Krieg, der sie auch noch aus ihren Dörfern vertreibt und von den Familien und Freunden trennt. Ich habe mich schon oft gefragt, was ich in solch einer Situation tun würde und ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich genau: Ich werde versuchen, hier zu helfen und hoffe, dass mich dabei viele unterstützen!

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 Über die Hygiene muss man, glaube ich, nicht mehr viel sagen. In den Räumen, die zusammen gerade mal ca. 25 qm groß sind, leben immer 4 Familien, die meistens aus 4 bis 6 Mitgliedern bestehen. In den Räumen werden die Lebensmittel aufbewahrt, gekocht und Babys zur Welt gebracht. Alles in allem ein super Herd für Krankheitserreger! 

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 Nur wenige hundert Meter weiter entstehen neue Camps. Diese sollen als Übergangslösung gedacht sein. Mit anderen Worten: Gerät ein Dorf unter Beschuss, können die Familien hier so lange die Hütten beziehen, bis die Kampfhandlungen vorüber sind. Dann geht es wieder zurück!

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 Langsam wird es Zeit, sich zu verabschieden, was mir nicht leicht gefallen ist. Aber trotz des ganzen Leids zaubern sie dir immer wieder ein Lachen ins Gesicht.

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 Weiter mit Teil 3 in Kürze. 

in Tagebuch 2007
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Author: Linus