Tagebuch Julia. Unsere zweite Kommunion im Angels Home. 13.12.2008

 Heute war mal wieder ein ganz besonderer Tag, denn 3 unserer Mädels hatten ihre erste heilige Kommunion: Anne, Hiruni und Shakina. Dies ist ein äußerst wichtiger Akt im katholischen Glauben und dementsprechend aufgeregt waren auch unsere Kids.

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  Frank, Sophie und ich sind gegen 6.30 Uhr ins Heim gefahren, wo die Vorbereitungen für die Kommunionsfeier schon in vollem Gange waren. Diesmal haben wir auch darauf geachtet, uns weiß zu kleiden, nachdem Frank und ich bei der letzten Kommunion von Chanchala, Dilki und Udeshika noch nicht so genau bescheid wussten und mit unseren Klamotten total aus der Reihe getanzt sind... Verlegen

Wie auch immer: Im Heim waren auch schon die Verwandten von unseren Mädels vertreten: Annes Vater, ihr Bruder und ihre Oma, Shakinas Mutter sowie Hirunis Papa und ihre Oma. Wir haben uns dann auch direkt auf den Weg zur Kirche gemacht, da die Zeremonie gegen 7 Uhr beginnen sollte. Zu unserer Erleichterung konnten wir feststellen, dass diesmal wesentlich weniger Kinder Kommunion hatten als letztes Jahr.

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 Kurz bevor es losging, stellten sich wieder alle Kinder in einer Schlange vor der Kirche auf, die Mutter jeweils links und der Vater rechts vom Kind. Hiruni hatte das Glück, dass ihre Großmutter mitgekommen ist und an der Stelle ihrer Mutter in der Reihe stand. Bei Anne und Shakina war das nicht ganz so optimal. Shakina wurde nur von ihrer Mutter begleitet und Anne hatte das Pech, dass ihr Vater leider nicht rechtzeitig in der Kirche angekommen ist und somit den Anfang der Zeremonie verpasst hat. Somit hat sich unsere Matron mit zu Anne auf die Mutter-Seite gestellt, damit überhaupt irgendjemand da war. Als es dann losging, knieten die Kinder sich jeweils einmal auf die Seite, wo die Mütter standen und einmal auf die Seite der Väter. Es war wirklich sehr traurig, dass Anne und Shakina sich vor einen leeren Platz knien mussten, während bei allen anderen Kindern der Papa stand. Das ist mir schon ganz schön nahe gegangen.

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 Die Zeremonie dauerte insgesamt ca. 3 Stunden, während Frank und ich fleißig mit Fotografieren und Filmen beschäftigt waren. Leider verstehe ich die komplette religiöse Bedeutung der heiligen Kommunion nicht, aber ich weiß, dass sie eng verbunden ist mit dem letzten Abendmahl von Jesus und dass die Gläubigen während der Messe die geheiligten Speisen (Brot und Wein) vom Priester gereicht bekommen. Durch diesen Akt sollen sie sich zutiefst mit dem katholischen Glauben verbunden fühlen und gleichzeitig das Festhalten an diesen Glauben für den Rest ihres Lebens bezeugen.

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 Wir haben auch 3 unserer anderen katholischen Mädchen mit in die Kirche genommen. Saduni, Chathumini und Nadisha verfolgten die Zeremonie sehr aufmerksam und ich bin immer wieder erstaunt, wie ernsthaft unsere Mädels diesen Glauben schon ausüben, was sich beispielsweise sehr deutlich beim Beten bemerkbar macht.

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 Als dann alles vorbei war, fuhren wir gemeinsam mit den Verwandten der Kinder zurück ins Angels Home. Dort haben unsere fleißigen Frauen und auch die buddhistischen Mädels schon ein super Frühstücksbuffet gezaubert und den kompletten Eingangsbereich mit Luftballons und Girlanden geschmückt. Als die 3 Kommunionskinder dann aus der Kirche kamen, wurde sogar ein kleines Feuerwerk angezündet, um sie willkommen zu heißen. Danach haben wir ganz traditionell eine Pahanne (Öllampe) angezündet, die in Sri Lanka bei besonderen Anlässen immer zum Einsatz kommt, und Frank und ich mussten gemeinsam mit allen 3 Mädels den Kommunionskuchen anschneiden. Anschließend wurde gegessen und dazu kann ich nur sagen: SEHR SEHR LECKER!!! Leider hat der Akku von meiner DigiCam bereits während der Messe in der Kirche versagt, so dass ich die Kommunionsfeier im Heim nicht mehr fotografieren konnte... Stirnrunzeln

Nach dem Essen hat Frank jedem der 3 Mädchen noch ein kleines Geschenk gegeben und anschließend mussten wir uns dann von weiteren 6 Kindern verabschieden, die an diesem Tag mit ihren Verwandten nach Hause gefahren sind bzw. später noch abgeholt wurden, um die Weihnachtsferien bei ihnen zu verbringen. Nun haben wir nur noch Udeshika und Sujeeva im Heim, die beide erst am 20.12. in die Ferien fahren werden, sowie Nadisha und Nisansala, die - wie bereits in Sophies Bericht geschildert - über Weihnachten im Angels Home bleiben. Es wird also immer ruhiger bei uns und nun versuchen wir, uns mit den wenigen Mädels besonders intensiv zu beschäftigen, damit sie sich nicht so einsam fühlen. 

Die Kommunion war in jedem Fall wieder ein sehr ereignisreicher Tag und vor allem für Anne, Hiruni und Shakina von besonderer Bedeutung.

 

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