Tagebuch Julia. Topfschlagen zu Asadis Geburtstag. 06.09.2007

 Heute morgen bin ich gegen 8.30 Uhr mit Mira ins Heim gefahren. Sie hat dann den ganzen Vormittag mit Dinesha, Chathumini, Nisansala und Nadisha Schreibübungen gemacht und englische Vokabeln gepaukt. Für diese 4 Mädels haben wir leider noch keine Papiere, um sie zur Schule zu schicken. Deswegen sind sie ganz wissbegierig und wollen auch jeden Tag ein bisschen was lernen. Die Übungen haben ihnen sichtlich viel Spaß gemacht, vor allem weil Mira es ihnen auf eine spielerische Art und Weise beigebracht hat.

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 Ich habe in dieser Zeit am Computer im Heim gesessen und einige Schreibarbeiten für Drylands erledigt. Allerdings sind in der Ecke, wo der Schreibtisch steht, immer wahnsinnig viele Moskitos unterwegs und bereits nach einer Stunde war ich total zerstochen... Stirnrunzeln Also hab ich mir in der Küche erst mal eine Moskito-Keule geholt, um auch die restliche Zeit am Computer zu überstehen.

Gegen 11 Uhr kamen schließlich auch Frank sowie Dietrich, ein Besucher aus Deutschland, den Frank aus einem Sri-Lanka-Forum kennt. Er macht gerade in Negombo eine Woche Urlaub und wollte auch mal das Angel’s Home besichtigen.

Noch bevor es Mittagessen gab, haben Mira und ich gemeinsam mit den 4 Mädels begonnen, die Dekoration für Asadis Geburtstag aufzuhängen. @ Valeska: Die Kids haben uns genau erklärt, wie du das immer gemacht hast und wir haben versucht, das auch so hin zu bekommen... Winken

Nach dem Essen haben wir den Kindern ein wenig bei den Hausaufgaben über die Schulter geschaut und Frank hat Dietrich das ganze Gelände gezeigt. Da Asadi ja heute Geburtstag hatte, haben wir uns überlegt, mal ein typisch deutsches Geburtstagsspiel mit den Mädels zu machen: Topfschlagen... Allerdings habe ich mir schon seit gestern abend den Kopf darüber zerbrochen, was wir als kleine Preise unter den Topf legen könnten. Ich wollte schon in die Stadt fahren und ein paar Süßigkeiten für die Mädchen kaufen, doch zum Glück hatte sich das durch Dietrichs Besuch erledigt. Er hatte nämlich einen großen Beutel mit verschiedenen Stiften, kleinen Malkästen, Geometrie-Sets sowie Knetmasse mitgebracht (Herzlichen Dank!). Die Sachen hatten alle genau die richtige Größe, um sie unter die als Topf umfunktionierte Plastik-Schüssel zu legen. Also konnte es losgehen. Nachdem ich Chanchala das Spiel erklärt und sie gebeten habe, es den anderen Kindern zu erklären (sie versteht sehr gut englisch), wollte sie auch gleich anfangen. Bei den ersten paar Kindern, die mit verbundenen Augen die Schüssel suchten, haben wir noch einfache Verstecke gewählt, aber später wurde es immer komplizierter. Die nichtsuchenden Mädels haben immer „hot“ oder „cool“ gerufen, je nachdem wie weit die Schüssel noch entfernt war. Allerdings wollten sie nicht so richtig verstehen, dass man den Suchenden keine Tipps geben und sie auch nicht am Arm in die richtige Richtung ziehen darf. Somit war die Schüssel immer relativ schnell gefunden worden. Jedesmal wenn das suchende Mädel gerade ganz nah am Ziel war, haben die übrigen Kinder schließlich so laut gebrüllt, dass man kaum noch sein eigenes Wort verstanden hat.

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 In der Zwischenzeit waren Latha, Frank und Rukmal mit Asadi in der Stadt und haben ihr 2 neue Röcke sowie 2 neue T-Shirts zum Geburtstag gekauft. Nach dem obligatorischen „Happy Birthday“-Lied, Kerzenausblasen und Kuchen verteilen hat Asadi auch das Geburtstagsgeschenk von ihren deutschen Pateneltern in Empfang genommen. Sie hat sich sehr darüber gefreut und die Kette sowie das Armband auch gleich angelegt. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön für alle Sachen!

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 Auch Asadis Oma sowie ihr Bruder waren zu Besuch, worüber sie sich sehr gefreut hat.

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 Später haben wir dann unser Topfschlagen zu Ende geführt und nachdem alle Kinder an der Reihe waren, mussten natürlich auch wieder die Erwachsenen dran glauben. Als erstes war Dietrich an der Reihe. Als er das erste Mal mit seinem Kopf gegen den Lenker von Franks Motorrad gestoßen ist, waren alle Kinder nur noch am Lachen. Als er dann endlich die Schüssel gefunden hatte (wir haben kein leichtes Versteck gewählt), hat er vor lauter Enthusiasmus so doll mit dem Holzlöffel darauf geschlagen, dass der Boden herausgebrochen ist. Nun konnte sich keiner mehr halten...

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 Das nächste Opfer war Frank. Anfangs wollte er sich zwar weigern, doch wer kann den flehenden Augen von 18 singhalesischen Mädchen schon widerstehen? Also Augen verbunden und los ging’s. Auch Frank ließen die Kinder erst einmal gegen das ungünstig geparkte TukTuk laufen, damit sie was zu lachen hatten. Als später auch noch sein Handy klingelte und er mit verbundenen Augen telefoniert hat, wurde die Schüssel kurzerhand noch einmal an einer anderen Stelle platziert, damit er’s nicht so einfach hatte.

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 Danach mussten auch noch Rukmal, Mira und ich die Schüssel suchen, wobei die Kinder ebenfalls viel zu lachen hatten. Gegen 17 Uhr war der lustige Kindergeburtstag schließlich zu Ende und wir machten uns auf den Heimweg.

 

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