Tagebuch Julia. Fahrt durch das Hochland zur Teefabrik. 27.08.2007

 Am Sonntag und Montag haben wir eine kleine Tour mit dem Van gemacht. Nachdem wir Eike in Colombo abgeholt haben, ging es mit insgesamt 7 Leuten weiter Richtung Kandy. Auf dem Weg dorthin haben wir einen kurzen Zwischenstopp im Kräutergarten gemacht und in Kandy waren wir abends schließlich auf der Perahera. Wie der Sonntag so verlaufen ist, könnt ihr in Miras Tagebuch nachlesen. Bei mir geht’s nun weiter mit Montag.

Gegen 10 Uhr sind wir zum Zahntempel gefahren, um uns diesen auch mal von innen anzuschauen. Als wir gerade los wollten, meinte Rukmal zu Valeska und mir, dass unsere T-Shirts zu kurz wären. Also hat Valeska sich kurzerhand eins von Rukmal geliehen und ich von Frank. Nur gut, dass fast nur Singhalesen im Tempel unterwegs waren und keiner den Spruch auf meinem T-Shirt lesen konnte... ( Bin ich etwa schon drin )

Der Zahntempel war sehr eindrucksvoll. Wir hatten einen Guide, der uns überall herum geführt und uns alles erklärt hat. Um den Schrein zu besichtigen, in dem der Zahn von Buddha aufbewahrt wird, waren wir leider zu spät. Der wurde nämlich gerade als wir ankamen geschlossen und dann erst wieder zur abendlichen Zeremonie ab 18 Uhr geöffnet. Auf einem Podest in dem Tempel waren ca. 10 verschiedene Buddha-Figuren aus allen möglichen Ländern. Es war sehr interessant, wie unterschiedlich die Figur überall aussieht. Für mich war jedoch die Bibliothek im Zahntempel am interessantesten. Dort liegen Jahrhunderte alte Schriften über den Buddhismus und seine goldenen Regeln, die man vermutlich nirgendwo anders in der Originalform zu lesen bekommt. Besonders beeindruckend fand ich, dass die Schrift auf den Rollen unsichtbar ist und man die Seiten erst mit Palmensaft anfeuchten muss, um sie lesen zu können.

Nachdem wir den Tempel besichtigt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel, um dort unsere Zimmer zu räumen. Anschließend gingen wir gemeinsam in die Stadt, da Mira sich dort gerne noch ein wenig umschauen wollte und wir alle auch etwas essen wollten. Da wir uns jedoch nicht einigen konnten, wo wir hin gehen, haben wir uns kurzerhand getrennt und jeder machte, was er wollte. Ich habe mir mit Valeska eine Packung Rice & Curry geholt, die wir dann ganz gemütlich am See verdrückt haben. Als es plötzlich zu regnen anfing, durften wir uns in eine kleine Imbiss-Bude an den Tisch setzen und dort weiter essen.

Gegen halb drei ging’s dann mit dem Van weiter ins Hochland Richtung Nuwara Eliya. Die Landschaft dort war einfach gigantisch und endlich wehte uns auch mal etwas frischere Luft um die Nase. Zwischenzeitlich haben wir sogar fast ein wenig gefroren und einige Einheimische in diesem Gebiet trugen Wollmützen... Grinsen An den Hängen der teilweise ziemlich hohen Berge wuchsen überall Teesträucher und in den Tälern konnte man den Dschungel und riesige Seen entdecken.

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  Ursprünglich wollten wir bis nach Nuwara Eliya fahren und dort eine weitere Nacht in einem Hotel verbringen. Nachdem Frank jedoch durch ein paar Telefonate herausgefunden hat, dass die günstigen Hotels dort alle ausgebucht waren, haben wir beschlossen, uns nur noch die Teefabrik anzuschauen und dann zurück nach Marawila zu fahren.

In der Teefabrik bekamen wir ebenfalls eine Führung, in der uns alle Schritte der Teeproduktion genau erklärt wurden. Besonders krass fand ich, dass die Teepflückerinnen pro Tag 25 kg Teeblätter ernten müssen und dafür gerade mal 200 Rupies (1,30 Euro) bekommen. Nach der ausführlichen Führung durch die Fabrik bekamen wir alle noch eine Tasse Tee geschenkt und der Tag neigte sich langsam dem Ende entgegen.

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  Vorher gab’s aber noch ein kleines Abenteuer mit unserem Kameramann Florian: Im Van stellte er fest, dass er seinen MP3-Player in Kandy im Hotel vergessen hatte... Echt super! Wenn er ja nicht so verdammt witzig und nett wäre, hätten wir ihm wahrscheinlich den Hals rumgedreht. Denn für uns bedeutete das mindestens 4 Stunden mehr Fahrt. Also sind wir zurück nach Kandy gefahren, haben das Gerät dort im Hotel abgeholt und dann ging’s wieder nach Colombo, um Eike abzuliefern. Gegen 2 Uhr in der Nacht kamen wir dann alle hundemüde in Marawila an und sind sofort ins Bett gefallen. Abgesehen von den teilweise sehr langen Fahrzeiten hier in Sri Lanka war unsere Tour jedoch sehr erlebnisreich und witzig.

Was wir heute den ganzen gemacht haben, könnt ihr in Valeskas Bericht lesen. Ich habe jedoch die meiste Zeit am Computer gesessen, um einen förmlichen Praktikantenvertrag zu erstellen und den Newsletter zu schreiben.

 

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