Hundert Kinderhände

Wäschetrockner in Sri LankaNun sind es schon einige Tage her das Lena und ich von hundert Kinderhänden verabschiedet wurden. Sie fehlen mir schon die Mädchen, das verschmitzte Grinsen, das schier unersättliche "can we get games", die Fürsorglichkeit untereinander und vieles, vieles mehr. Aber obwohl es noch nicht lange her ist, dass ich zum letzten Mal durch das Tor gegangen bin und mit dem Tuktuk ins Hotel fuhr, kommt es mir doch beinahe wie auf einem anderen Planeten vor. So ganz anders ist das tägliche Leben der Mädchen verglichen mit meinem.

Omalmi und WishmikaSo ganz anders ist auch ihr Erfahrungshorizont im Vergleich zu meinem und wohl der allermeisten Menschen im westlichen Europa. Viele der Mädchen, auch der älteren, haben selbst von Sri Lanka nur wenige Orte gesehen, ganz zu schweigen von Reisen in fremde Länder und ihr Besitz an Kleidern und Spielzeugen ist sehr bescheiden wenn man sie mit Gleichaltrigen bei uns vergleicht. Aber trotzdem oder vielleicht auch daher strahlten viele eine Freundlichkeit und Offenheit und auch Zufriendenheit aus, die ich bei uns oft vermisse. Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit die ich hatte für 2 Monate in dieses völlige andere Leben einzutauchen.

Nicht immer war alles einfach, im Rückblick wird man ja gerne mal ein bisschen verklärt, aber die Erfahrung war sehr bereichernd für mich und wie ich hoffe auch für die Mädchen.

Herzliche Grüße aus der Schweiz,

eure Lisa.

 

in Tagebuch von Lisa Mutschler
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