Wie die Zeit, relativ und paradox.

Die ZeitIch glaube es gibt kaum etwas, das auf den ersten Blick so konstant und allgegenwärtig und bei genauerem Überlegen so relativ und paradox ist, wie die Zeit.

Grade hier im Angels Home, weit weit weg von Zuhause fällt mir das besonders auf.

Zum einen natürlich wegen des Zeitunterschiedes durch den die Mädels und ich rein rechnerisch gesehen dem Wochenende schon um drei Stunden näher sind als meine Freunde in Deutschland.

Was allerdings viel Interessanter ist, ist die persönliche Wahrnehmung von Zeit, und wenn man die Altersspanne der Mädchen anguckt frage ich mich ob es da nicht ganz schön große Unterschiede gibt. Jetzt wo ich hier bin denk ich viel darüber nach, wie ich in war mit 5 Jahren, 11 Jahren oder 15 Jahren, und ich kann im nachhinein die Floskel bestätigen, dass die Zeit immer schneller vorbeigeht umso älter man wird.

Aber ist das hier auch so? Ist der Tag im Anges Home für die kleine Dinithi etwa viel länger als für Subashini?

Haben die kleinen das Gefühl die Gartenarbeit würde nie enden während für die großen gefühlt schon fast der nächste Tag beginnt?

Meine ersten Tage im Angels HomeGrade geht für mich der dritte Tag im Angels Home zu Ende, und der kam mir, obwohl oder vielleicht auch weil ich heute ziemlich viel Erlebt habe, sehr viel kürzer vor als die letzten zwei Tage. Ich merke, dass ich mich langsam einlebe und anfange die Abläufe zu verstehen, dass ich mich ans Klima und das Essen gewöhne, und vor allem an die Mädels. Begleitet werde ich zwar immer von einem gewissen Respekt vor Fettnäpfchen aber bis jetzt habe ich mich meiner Meinung nach ganz gut geschlagen und es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Klar habe ich noch viel zu lernen bis ich zu einer wirklichen Hilfe werde aber bis dahin versuche ich alles so gut es geht zu Meistern.

Übrigens hat mir grade meine Mama geschrieben wie sehr sie sich freut mich in 85 Tagen wieder in die Arme zu schließen und ich finde, das hört sich deutlich weniger an als wenn ich über 3 Monate spreche. Schon seltsam diese Zeit.

Bis bald,

Carolin.

in Tagebuch von Carolin Stratmann
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