Wehrheim. Warum Marion Bröcking für ein Heim auf Sri Lanka wirbt

Ein Projekt mit HerzWehrheim. Warum Marion Bröcking für ein Heim auf Sri Lanka wirbt

Am 17.11. erhält das Apfeldorf Besuch von einer Frau, die die vergangenen zehn Jahre voll in den Dienst an einer guten Sache gestellt hat. Gastgeberin ist Marion Bröcking, die selbst einige Zeit in dem Kinderheim auf Sri Lanka geholfen hat – und noch immer von dem Projekt beeindruckt ist.

VON HARALD KONOPATZKI

Zehn Jahre lang lebte Julia Fischer mit ihrem Partner auf Sri Lanka. Die beiden haben aus dem Nichts heraus ein Kinderheim für Mädchen aufgebaut, es betrieben und stetig erweitert. Dafür gründeten die beiden in Deutschland eine kleine, unabhängige Hilfsorganisation, das „Dry Lands Project“.

Seit dem Sommer ist die heute 33-Jährige zurück in Deutschland. Sie lebt in Erfurt und will sich eine Auszeit von dem anstrengenden Leben auf der Insel nehmen. Doch das Ziel, den Mädchen auf Sri Lanka zu helfen, ist geblieben. Deswegen will sie für ihre Idee werben und wird das auch am Freitag, 17. November, in Wehrheim tun.

Gastgeberin für den Info-Vortrag ist Marion Bröcking, die im Gewerbegebiet Am Joseph ein Yoga-Studio betreibt. Dass sie den Raum an diesem Tag von 18 Uhr an für Fischer zur Verfügung stellt, ist kein Zufall. Denn Bröcking war selbst für einige Monate als Freiwillige dort und kennt das Projekt. Dabei begann alles mit einem Urlaub auf Sri Lanka 2008. In Bröcking reifte die Idee, nicht nur zu urlauben, sondern eine Saison in einem Ayurveda Hotel zu arbeiten. Gesagt, getan. Neun Monate lang lernte sie Land und Leute kennen – nach 5 Monaten in Deutschland wollte sie die Erfahrung wiederholen.

Die Nöte der Menschen

Weil sie neben der Kultur und der Schönheit des Landes auch die Nöte der Menschen sah, wollte sie etwas Gutes tun. „Ich habe im Internet nach Projekten gesucht – habe auf Englisch aber nur wenig gefunden“, erzählt Bröcking. Die Suche auf Deutsch brachte dann den Erfolg – und ihr ein zweimonatiges Praktikum.

Die Zeit reichte, um einen Eindruck der Lebensbedingungen zu bekommen. „Es waren nicht alles Waisen, teilweise wohnten dort sogar Mädchen, deren Eltern sie auch wirklich liebten – sie aber nicht versorgen konnten.“ Sie seien teilweise schlecht ernährt gewesen. In anderen Fällen seien die Eltern gezwungen gewesen, im Ausland, vor allem im arabischen Raum, nach Arbeit zu suchen – die Kinder ließen sie im Kinderheim und holten sie später wieder ab. „Im Heim haben sie ein vergleichsweise tolles Leben – aber eben ohne Familien“, führt Bröcking aus. So gebe es mittlerweile eine Bibliothek, einen Computerraum, eine Krankenstation und ein Lernzimmer. Die Mädchen besuchen die Schule und können außerdem später eine Ausbildung machen.

Zuhause für 50 Kinder

Insgesamt gehe es bei dem Projekt nicht nur darum, die Kinder aufzufangen, sondern ihnen die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben mit auf den Weg zu geben. „Die kleinen Kinder mussten schon so viel Leid erleben. Das Kinderheim soll das etwas ausgleichen und Freude schenken. – verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich gerne zurückerinnern. Derzeit leben in dem Kinderheim 50 Mädchen im Alter von 5 bis 18 Jahren, die alle aus schwierigen Familienverhältnissen zu uns gekommen sind und nun ein neues Zuhause gefunden haben.“

Die Teilnahme am Info-Abend im Yoga-Studio, Am Joseph 3b, kostet 5 Euro, der Betrag fließt direkt dem Kinderheim zu. Anmeldungen sind bis Freitag, 10. November, im Yoga-Studio oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich. 

Quelle

 

 

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