Dananjani Maduwanthi


Dananjani MaduwanthiAm 23.01.2014 kamen Dananjani Maduwanthi und ihre Halbschwester Dinushika Madushani zusammen mit sechs weiteren Mädchen zu uns ins Angels Home.

Dananjani wurde am 18.06.1998 in Norochchole (nahe Puttalam) geboren. Sie und ihre ca. drei Jahre jüngere Halbschwester Dinushika sind Buddhisten.

Der Vater der Mädchen hat die Familie früh verlassen, aus welchem Grund die Mutter die fünfköpfige Familie (drei Mädchen, ein Junge und sich selbst) allein versorgen musste. Da ihr Einkommen dazu allerdings nicht ausreichend war und sich die Lebensumstände der Familie stetig verschlechterten, wurden die Kinder 2011 in einem Kinderheim untergebracht, wobei lediglich Dananjani und Dinushika gemeinsam in eine Einrichtung kamen. Diese musste allerdings Anfang des Jahres schließen, weshalb die Mädchen schließlich zu uns kamen. Dananjani ist sehr aktiv, spielt gerne und besonders lecker findet sie Schokolade.

Die Entwicklung von Dananjani Maduwanthi im Jahr: 2015, 2016

 

Interview Dananjani (September 2014, geschrieben von Alicia Pieper)

Hinweis: Auch in diesem Jahr kamen unsere kleinen Interviews wieder für all diejenigen Mädchen zum Einsatz, die noch nicht ganz so lange bei uns im Angels Home leben. Unsere Praktikantinnen Claudia und Alicia haben sich die größte Mühe gegeben, zusätzlich zu jedem Mädchen zumindest einen kurzen Text mit ihren persönlichen Einschätzungen zu verfassen.

1. Was isst du gerne?
Dananjani: Äpfel.

2. Was trinkst du gerne?
Dananjani: Ich mag Multivitaminsaft.

3. Welche Farbe magst du am liebsten?
Dananjani: Dunkelgrün.

4. Wen magst du am liebsten von den Mädels im Heim?
Dananjani: Kawshaliya.

5. Wen magst du am liebsten von den Angestellten im Heim?
Dananjani: Theekshani.

6. Wenn du fliegen könntest, wo würdest du für zwei Wochen bleiben?
Dananjani: Bei einer Freundin zu Hause.

7. Welches Tier magst du?
Dananjani: Ich finde Hasen toll.

8. Was möchtest du später werden?
Dananjani: Krankenschwester.

9. Was magst du in der Schule und im Angels Home?
Dananjani: In der Schule mag ich das Fach Gesundheitswissenschaften und im Angels Home das Einpflanzen von Blumen.

10. Was spielst du gerne in deiner Freizeit?
Dananjani: Netball.

11. Welchen Platz würdest du gerne einmal von Sri Lanka sehen?
Dananjani: Ich würde gerne mal nach Hikkaduwa.

12. Welche berühmte Person möchtest du einmal treffen?
Dananjani: Den Bollywood-Star Madhuri Dixit.

13. Wenn du viel Geld hättest, was würdest du machen?
Dananjani: Ein Haus bauen.

14. Wenn du für einen Tag der Chef vom Angels Home wärst, was würdest du im Heim anders machen?
Dananjani: Ich würde die frechen Kinder durch nette Kinder austauschen.

15. Welche Musik magst du?
Dananjani: Singhalesische Musik.

16. Wenn du den singhalesischen Präsidenten treffen könntest, was würdest du ihm sagen?
Dananjani: Ich würde ihm sagen, dass er den Armen Essen und Unterkunft geben soll.

Dananjani MaduwanthiDananjani hört man schon von Weitem lachen, wenn sie so richtig gut gelaunt ist. Sie ist für viele Späße zu haben und immer freundlich. Wenn sie ganz besonders viel Spaß hat, lacht sie so laut und schrill, dass man sich vor Lachen selber kaum halten kann.

Dananjani ist meistens im Geschehen. Volleyball spielt sie gerne und oft, wie auch die anderen großen Mädchen im Heim und wenn sie mal nicht an der Reihe ist, sitzt sie dennoch begeistert am Spielfeld und macht den Punktezähler. Auch bei solchen Veranstaltungen wie unserem „Angels Home Next Superstar" nimmt Dananjani gerne Teil und zeigt, was sie kann. Desweiteren ist sie aber kein Mädchen, das sich einer bestimmten Gruppe angeschlossen hat. Mal sieht man sie durchaus mit den kleinen Mädels, mal mit den großen, zwischendurch ist sie auch unter den Mädels mittleren Alters zu finden.

Wie die meisten älteren Mädchen, geht auch Dananjani ordentlich mit ihren Schulsachen und ihrer Kleidung um, d.h. ihre Schränke sind stets aufgeräumt und ordentlich und bei sich selbst ist sie ebenso wenig nachlässig, wenn es um die tägliche Körperpflege geht. Nur bei den anfallenden Aufgaben im Angels Home, wie der Gartenarbeit oder dem Küchendienst, ist Dananjani nach Angaben unserer Marton etwas faul.

Dananjani MaduwanthiWas ihr Englisch betrifft, muss man leider sagen, dass das Beherrschen der englischen Sprache in dem Heim, aus dem sie ursprünglich kommt, nicht sonderlich gefördert wurde. Daher spricht und versteht sie die Sprache nur ganz schlecht. Aus Verlegenheit lächelt sie einen dann freundlich an und schaut hilfesuchend nach einer Dolmetscherin, wenn man sie mal auf Englisch anspricht. Im Angels Home hat Dananjani zwar ca. 6 Monate lang an der Englischnachhilfe teilgenommen, konnte sich dadurch aber nur sehr langsam verbessern. Da für sie nächstes Jahr bereits der Schulabschluss ansteht, haben wir uns nun dafür entschieden, dass es besser ist, sie aus der Englischnachhilfe herauszunehmen und ihr stattdessen lieber die Möglichkeit zu geben, für die anderen Unterrichtsfächer zu lernen, denen beim Abschluss eine größere Bedeutung beigemessen wird. Nichtsdestotrotz ist es leider so, dass Dananjani in den letzten Schulprüfungen keine besonders guten Ergebnisse erzielen konnte und wenn in der nächsten Zeit nicht noch ein Wunder geschieht, werden ihre Chancen auf den Abschluss nicht besonders groß sein. Vielleicht wird auch sie dann als eines der ersten Mädchen in den Genuss unserer neuen Ausbildungsstätte kommen und dort einen Beruf erlernen.

Momentan ist Dananjani 1,55 m groß, wiegt 50 kg und ist damit ein gesundes und normal entwickeltes Mädchen. Insgesamt lässt sich sagen, dass Dananjani eine Frohnatur ist und Spaß an sportlichen Aktivitäten und Spielen hat. Daher macht es immer Spaß, mit ihr eine Runde Volleyball zu spielen – allein schon wegen ihrer wundervollen Art zu lachen.

 

Entwicklung Dananjani (September 2015, geschrieben von Melanie Pink)

Dananjani MaduwanthiDie für singhalesische Verhältnisse hochgewachsene Dananjani misst momentan 155 cm und wiegt dabei 48 kg. Mit ihren 17 Jahren ist sie mittendrin in der Gemeinschaft des Angels Home und sie wirkt in vielen Situationen reifer und erwachsener als so manch 18-jähriges Mädchen hier im Heim. Dazu kommt, dass es ihrer angenehmen Stimme nicht an der nötigen Durchsetzungskraft fehlt und sie in vielen Situationen den Überblick behält. Zu ihrer jüngeren Halbschwester Dinushika hat sie eine sehr enge Bindung, aber am häufigsten sieht man sie in der Gesellschaft von Sewandi. Die beiden jungen Damen sind beinahe gleich groß und sehen sich optisch so ähnlich, dass man sie für Schwestern halten könnte, wenn man sie zusammen beim Lernen, Spazieren und in lange Gespräche vertieft im Garten sitzend beobachtet. Ich glaube, dass die ältere Sewandi wie eine große Schwester zugleich auch ein Vorbild für Dananjani ist. Dies zeigt sich sowohl bei der Gartenarbeit, wo die beiden gemeinsam den Platz vor dem Tor des Angels Home fegen, aber auch tagsüber, wenn man sie gemeinsam vor der Schneiderei über ihren Büchern brüten sieht. Als Zeichen ihrer Freundschaft hat Sewandi einen weißen Sari für Dananjani genäht, den die gläubige Buddhistin an den Feiertagen im Tempel trägt. Dananjani ist ein Mädchen, das sich meist schon vor der Glocke zum Gebet einfindet und auch danach noch regungslos vor dem Altar sitzen bleibt und ihre Gebete in Ruhe zu Ende spricht.

Dananjani bereitet sich momentan gemeinsam mit Emesha, Charitha und Nishadika für ihre O-Level-Exams, eine Art mittlere Reifeprüfung, vor, die im Dezember stattfinden werden. Man sieht sie eigentlich täglich für diese Prüfung in ihren Unterlagen schmökern. Leider hat sie gerade mit der englischen Sprache große Probleme und ist auch sonst eher schwach, was ihre bisherigen Leistungen betreffen. Dies liegt jedoch auch daran, dass diejenigen Mädchen, die wie Dananjani vorher in dem anderen Heim gelebt haben, nur sehr unregelmäßig zur Schule gegangen sind. Die dadurch entstandenen Defizite lassen sich nur sehr langsam beheben und momentan sieht es so aus, als ob Dananjani dafür generell nicht mehr genügend Zeit bleibt. Im Durchschnitt von allen Unterrichtsfächern liegen ihre Leistungen derzeit im unteren Drittel der Gesamtpunktzahl und das wird kaum ausreichen, um den bevorstehenden Abschluss zu schaffen. Da kommt es mitunter schon einmal vor, dass der sonst so fröhlichen 17-Jährigen das Lachen vergeht und sie buchstäblich den Kopf hängen lässt, wenn sie an die Schule denkt.

Dananjani MaduwanthiEgal um welche Aktivitäten es sich handelt, Dananjani ist für jeden Spaß zu haben. Auch wenn sie bei manchen sportlichen Aktivitäten nicht immer mit am Feld steht, ist sie meist in der Nähe, schaut zu und feuert die Teams an. Außerdem ist sie sehr geschickt beim Puzzlen und beim Mikado. Dort zeigen sich ihre Ausdauer und Konzentration besonders gut und sie ist mit Freude und Hingabe bei der Sache. Anders als ihre Schwester ist Dananjani keinesfalls fotoscheu und schüchtern, wenn es darum geht, im Mittelpunkt zu stehen. Wie ein Model und stolz auf ihre langen Haare posiert sie dann alleine, aber auch gerne in Gesellschaft der jüngeren Mädchen und weiß genau, welchen Hintergrund sie für die schönen Bilder haben möchte. Mit ihren strahlenden Augen und ihrem wunderbaren Lächeln ist sie sehr feminin und fotogen. Sie lacht gern und viel und ist durch diese Fröhlichkeit und ihre positive Ausstrahlung bei allen Kindern gern gesehen. Obendrein ist sie eine sehr verlässliche junge Dame, die gerne auch die Verantwortung für die kleineren Mädchen übernimmt und ihnen hilft, wenn es an Reinlichkeit beim Wäschewaschen oder der Ordnung im Schrank mangelt. So wirkt sie nicht nur für ihre Halbschwester Dinushika als Vorbild, sondern wird auch oft von den kleineren Mädchen in Beschlag genommen und als große Schwester angesehen.

Ich hoffe, dass Dananjani genauso viel Gefühl und Engagement in ihre Prüfungen und später einmal in die berufliche Ausbildung legen kann, wie sie dies beim Mikado spielen tut. Durch ihr Geschick und ihre Ausdauer bei handwerklichen Tätigkeiten wird es ihr zwar nicht unbedingt gelingen, einen guten Schulabschluss zu erlangen, doch eine erfolgreiche Ausbildung im Trainingscenter oder auch anderswo ist der Teenagerin sehr wohl zuzutrauen.

 

Entwicklung Dananjani (Juli 2016, geschrieben von Julia Fischer)

Dananjani MaduwanthiSeit diesem Jahr gehört auch Dananjani zu den volljährigen Mädchen im Angels Home und wie auch die anderen Mädels in dieser Position genießt sie diese Tatsache sehr. Ohnehin hat man das Gefühl, dass unsere alberne Dananjani im vergangenen Jahr einen ziemlichen Schub gemacht und um Einiges erwachsener geworden ist. So sieht man sie jetzt häufig sehr vernünftig mit den anderen Heimältesten, wie sie sich gemeinsam um die Kleinen kümmern oder das Personal bei der täglichen Küchen- und Wascharbeit unterstützen.

Derzeit ist Dananjani für die etwas störrische und in ihrer eigenen Welt lebende Achini verantwortlich. Das heißt, sie soll ihr als große Schwester zur Seite stehen und ihr bei allen anfallenden Arbeiten wie Wäsche waschen, Schuluniform bügeln, Bett machen und Schrank aufräumen unter die Arme greifen. Damit hat Dananjani so ihre liebe Not, denn Achini lässt sich momentan nur ungern etwas sagen, bockt sehr oft und schlägt dann auch nach den anderen Mädchen, die es eigentlich nur gut mit ihr meinen. Hier gerät die 18-Jährige nun öfter mal an ihre Grenzen und hat schon öfter den Wunsch geäußert, sich um ein anderes Mädchen kümmern zu dürfen. Da sie momentan jedoch nicht zur Schule geht und somit etwas mehr Zeit hat als die meisten anderen Älteren, wird sie ihre Verantwortung für Achini vorerst behalten müssen, auch wenn sie damit ganz und gar nicht zufrieden ist.

Wie bereits im letzten Statusbericht vermutet, hat Dananjani ihren Schulabschluss Ende letzten Jahres nicht geschafft. Zwar hat sie nicht in jedem Unterrichtsfach versagt, allerdings war das Ergebnis dann insgesamt doch nicht ausreichend, um zu bestehen. Nachdem ihr die Ergebnisse bekannt gegeben wurden, schwankte Dananjani eine Weile hin und her, wie es nun in Zukunft für sie weitergehen soll. Zunächst zog sie sogar in Erwägung, die Prüfungen ein Jahr später (also im Dezember 2016) noch einmal zu wiederholen, um eine erneute Chance zu wagen, den Abschluss noch zu bekommen. Zwar hätten wir sie durchaus dabei unterstützt und ihr sicher auch noch einige Nachhilfelehrer zur Verfügung gestellt, allerdings waren wir auch nicht so böse, als sie uns schließlich irgendwann mitteilte, sie habe es sich doch anders überlegt. Innerlich sind wir uns ziemlich sicher, dass eine solche Wiederholung nicht viel bringen würde, da wir damit in der Vergangenheit auch schon viele Erfahrungen gemacht haben. Einerseits sind die Mädchen dann während dieser langen Zeit nicht in der Schule, sondern müssen sich selbstständig zu Hause vorbereiten, wo es meist wichtigere Dinge gibt als Lernen. Zum Anderen hat sich für uns schon oft gezeigt, dass die Chancen bei einer Wiederholung oft genauso schlecht – wenn nicht sogar noch schlechter – stehen, da die Mädchen einfach nicht mehr in diesem täglichen Schulalltag stecken und ihnen die Motivation zum Lernen fehlt.

Dananjani MaduwanthiWie auch immer; Dananjani hatte sich dann also Anfang des Jahres dazu entschieden, eine Ausbildung in unserem Trainingscenter zu absolvieren. Zu unserer Überraschung wählte sie jedoch nicht den gleichen Kurs wie ihre Busenfreundin Sewandi, sondern sie entschied sich dafür, im Bereich Kosmetik und Friseurwesen zu lernen. Nun wird Dananjani also seit ca. Anfang Februar in die Kunst der Schönheit eingeführt und ohne übertreiben zu wollen, kann man sagen, dass sie mit dieser Entscheidung eigentlich genau ins Schwarze getroffen hat. Sie ist mit Freude bei der Sache, probiert zum Leidweisen unseres Personals in ihrer Freizeit gern Frisuren oder Make-Up an den anderen Mädchen aus und hat sogar schon einigen unserer kleinen Mädchen die Haare schneiden dürfen. Auch im Blumenbinden und Nägellackieren stellt sich Dananjani geschickt an. Sie nimmt ihre Ausbildung sehr genau und man sieht sie auch häufig in ihrer Freizeit verschiedene Frisuren oder Informationen aus Modezeitschriften ausschneiden und in einem Heft zu sammeln. Kurzum könnten wir uns sehr gut vorstellen, dass Dananjani später mal genau in diesem Beruf Fuß fasst und evtl. einen eigenen Salon eröffnet oder vielleicht auch später in unserem Trainingscenter arbeitet, nachdem sie noch weitere vertiefende Ausbildungen absolviert hat.

Nun kommt uns die junge Dame jedoch seit kurzem mit ganz neuen Zukunftsplänen: Sie möchte gerne ihrer früheren guten Freundin Dameyanthi (die auch kurzzeitig bei uns gelebt hat) nacheifern und in einem Krankenhausinternat in Colombo eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. Das ist zwar keine schlechte Idee und die jungen Frauen, die dort lernen, bekommen sogar eine Art Ausbildungsvergütung, allerdings können wir uns Dananjani momentan noch gar nicht in diesem Berufsfeld vorstellen. Zudem haben wir uns so darüber gefreut, dass sie in ihrer Ausbildung bei uns so aufgeht und hatten gar nicht damit gerechnet, dass da jetzt nochmal etwas anderes kommt. Wie auch immer – wir warten nun erst einmal bis nach den Prüfungen im August und dann wird sich die junge Dame entscheiden müssen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Doch egal was sie machen möchte, wir werden sie natürlich unterstützen!

 

Auszug (Dezember 2016)

Im August hat Dananjani ihre Ausbildung im Bereich Kosmetik und Hair Styling absolviert, die sie über eine Dauer von 6 Monaten in unserer beruflichen Ausbildungsstätte absolviert hat. Anschließend sammelte sie noch weitere 3 Monate praktische Erfahrungen in einem Salon in Marawila, wo sie täglich von 8 bis 18 Uhr arbeitete. Dennoch ließ sie der Wunsch nicht los, in Colombo noch eine Ausbildung als Krankenschwester zu beginnen. Deshalb hat sie uns schließlich Anfang Dezember verlassen, um dort im angeschlossenen Internat zu leben. Wir wünschen Dananjani viel Erfolg für ihre Ausbildung und hoffen sehr, dass sie sich hin und wieder bei uns blicken lässt, v.a. um ihre jüngere Schwester Dinushika zu besuchen.

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