Presse/News. Hilfsaktion in Sri Lanka angelaufen. 01.03.2005


Frank Lieneke aus Hörstel schildert erste Eindrücke

Hörstel. "Auf eigene Faust" ist er jetzt unterwegs: Frank Lieneke aus Hörstel hat eine eigene Hilfsorganisation geschaffen, um den Opfern der Flutwelle in Asien zu helfen. Wie ausführlich berichtet, hat er sich in Deutschland mit Erfolg auf die Suche nach Sponsoren gemacht. Er hat viele eigene Ideen entwickelt um Mittel und Spenden...

herbeizuschaffen für die, die alles am 26. Dezember, dem Tag des Tsunami, verloren haben. Mittlerweile befindet er sich wieder in Sri Lanka in einer besonders betroffenen Region. Unterstützt wird er unter anderem von Marcel Grabow und dessen Medien-Studio "abstracto" in Ibbenbüren. So werden zum Beispiel bei Ebay Backstage- und Eintrittskarten von "Maddin" Martin Schneider und Michael Mittermeier versteigert. Der Erlös soll dem Spendenkonto zugute kommen.

In der vergangenen Woche erstellt Frank Lieneke den Bericht aus Sri Lanka: "Samstag, 19. Februar, habe ich in Marawila Fazil Cassim kennen gelernt. Er sitzt im Parlament und ist verantwortlich für alle im Bereich Ampara
(Südostküste Sri Lanka) lebenden Moslems. Er erzählte mir von den auch zwei Monaten nach dem Tsunami sichtbaren Mißständen in der Region. Den Fischer fehlt es an Netzen, die Boote sind kaputt, und mit den in den Flüchtlingscamps lebenden Obdachlosen sind völlig überfordert. Ich entschloss mich, eine kurzfristige Hilfsaktion für den Ort Ampara zu organisieren. Ich konnte außerdem zwei italienische Studenten für das Projekt begeistern, welche sich dann entschieden, ebenfalls mit 3000 Euro einzusteigen. Wir hatten also 6000 Euro zur Verfügung. Einen Teil des Geldes wollten wir in Nahrungsmittel und Buntstifte für die Kinder investieren, den anderen Teil für neue Fischernetze. Da ich so schnell wie möglich nach Ampara wollte und die Fischernetze so kurzfristig nicht verfügbar waren, entschloss ich mich, die Aktion in zwei Lieferungen aufzuteilen. Die erste sollte demnach am 21. Februar ankommen (Nahrungsmittel und Stifte), die zweite eine Woche später, wenn die Netze verfügbar sind.
Zum Glück half mir unsere Hotelmanager bei der Organisation der Nahrungsmittel. Geplant waren 300 Familienpakete. Jedes Paket sollte aus fünf Kilogramm Reis sowie Zucker und Keksen bestehen. Außerdem galt es, einen Transporter und einen Fahrer zu organisieren. Am 21. Februar ging es um 4 Uhr morgens von Marawila ins 400 Kilometer entfernte Ampara. Dort sind ganze Dörfer dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Bilder waren noch zwei Monaten nach dem Tsunami grausam. Verwirrte Menschen suchen noch immer in den Trümmern nach Anghörigen. Familien wohnen in Ruinen. Gegen 18 Uhr fuhren wir dann das Erste von unzähligen Flüchtlinglagern an. Die Menschen waren glücklich, uns zu sehen und nahmen unsere Pakete mit Freude an. Besonders ergreifende Szenen spielten sich ab, als wir Buntstifte an die Kinder verteilten, binnen Sekunden bildete sich eine Traube von Kindern um mich. Insgesamt fuhren wir vier Camps an, wobei die Organisation von Camp zu Camp besser wurde."

Die Internetseite www.dry-lands.org informiert über Hilfsmaßnahmen und bereits eingegangene Spenden.