Presse/News. Hilfe für Waisenkinder in Sri Lanka - Julia Fischer erneut in Sri Lanka. 19.03.2007


Julia Fischer aus Gerthausen erneut zu Besuch im Heim - Spendengeld dringender denn je gebraucht

Erinnern Sie sich noch? Im August 2006 stellten wir das Waisenheim-Projekt Angels Home in Marawila/Sri Lanka vor, das nach der Tsunami-Katastrophe entstand. Wir veröffentlichten Auszüge aus dem Internet-Tagebuch von Julia Fischer aus Gerthausen, die dort im Sommer arbeitete. Jetzt reiste die junge Frau erneut nach Sri Lanka. Sie schreibt uns:

Am 15. Februar bin ich das zweite Mal aufgebrochen, um das Angels Home for Children zu besuchen. Bereits im August 2006 hatte ich ein vierwöchiges Praktikum in dem kleinen Mädchen-Waisenheim absolviert, welches von dem Deutschen Frank Lieneke, genannt Linus, gegründet und aufgebaut wurde. Während dieses Aufenthalts habe ich mich total in die beiden Mädels Anne und Chanchala verliebt, welche die ersten „Engel" im Heim waren. Ich habe mich jeden Tag ausgiebig mit ihnen beschäftigt und diese Tätigkeit sehr genossen. Nicht umsonst zog es mich nun - nach nur einem halben Jahr - schon wieder nach Marawila.

Seit August hat sich schon einiges im Angels Home verändert. Mittlerweile sind dort neun zauberhafte Mädels zwischen 4 und 14 Jahren untergebracht. Die beiden Schlafräume im Heim sind ausreichend mit Betten ausgestattet, es sollen jedoch in Zukunft noch weitere hinzu kommen, um später bis zu 20 Kindern ein liebevolles Zuhause geben zu können.

Ausgefüllter Tag

Morgens gehen die Mädchen gemeinsam zur Schule, die etwa 500 Meter entfernt ist. Gegen 13.30 Uhr kommen sie zurück ins Heim und essen dann alle zusammen Mittag, welches die angestellten Frauen jeden Tag frisch zubereiten. Nach dem Essen erledigen die Mädchen ihre Hausaufgaben und können dann bis zum Abend spielen. Auf dem Gelände des Angels Home befinden sich nun neben einer Schaukel auch noch zwei Wippen sowie ein Volleyballnetz, wo die Kids sich austoben können.

Versorgung und Zuneigung

Während meines jetzigen Aufenthaltes in Marawila konnte ich erneut feststellen, wie wichtig und sinnvoll es ist, das Drylands-Project zu unterstützen. Die Kinder haben dort nicht nur ein Dach über dem Kopf sowie eine Hygiene- und Nahrungsmittelversorgung, sie bekommen auch Wärme und Zuneigung, was in singhalesischen Kinderheimen keinesfalls selbstverständlich ist. Außerdem versucht Linus, ihnen erweiterte Bildungsmöglichkeiten anzubieten. Beispielsweise erlernen sie schrittweise den Umgang mit einem Computer und dem Internet, was ihre späteren Berufsperspektiven enorm verbessern kann.

Weiterhin sollen die Kinder in Zukunft mindestens einmal pro Woche zusätzlichen Englisch-Unterricht im Angels Home bekommen, da das Erlernen dieser Sprache allein durch den Unterricht in der Schule oftmals ausgeschlossen ist. Die Mädchen können außerdem ihre individuellen Interessensgebiete erproben, indem ihnen verschiedene Beschäftigungen wie Tanzen, Malen, Singen, Kochen angeboten werden. Seit kurzem fährt Linus auch alle 14 Tage mit den Kindern nach Wennapuwa (ein Nachbarort von Marawila), wo ihnen gegen einen kleinen Eintrittspreis ein Swimmingpool zur Verfügung steht. Neben diesen regelmäßigen Angeboten möchte Linus versuchen, etwa alle zwei bis drei Monate einen kleinen Ausflug mit den Kindern zu machen, damit sie ein paar andere Seiten ihres Landes kennenlernen. Beispielsweise waren wir in der Zeit meines Besuchs mit allen Mädchen und dem Personal vom Angels Home in Colombo im Zoo. Die Kinder haben diesen Tag sehr genossen und hatten eine Menge Spaß.

Spenden und Sponsoren

Ein großes Problem für das Drylands-Project stellt nach wie vor die Finanzierung des Waisenheims dar, die ausschließlich durch Spendengelder realisiert wird. Auch die Tagebuchaufzeichnungen auf www.dry-lands.org und regelmäßige Zeitungsartikel im FW Meininger Tageblatt sowie im Westfälischen Raum konnten noch nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zwar besitzt mittlerweile jedes Mädchen im Angels Home eine Patenschaft, jedoch ist damit lediglich die monatliche Grundversorgung der Kinder abgedeckt. Das Geld für den Lohn der Angestellten im Heim sowie die regelmäßigen Ausgaben für die unabdingbare Öffentlichkeitsarbeit des Projektes wird leider immer knapper. Deshalb wäre es ein großer Vorteil, wenn sich neben den Geldspenden durch Privatpersonen - über die wir natürlich sehr glücklich und dankbar sind - auch noch einige Sponsoren für das Projekt finden lassen. Nur dadurch kann die finanzielle Absicherung des Angels Home langfristig gewährleistet werden.

Hilfe, die direkt ankommt

Nach meinem zweiten Besuch in Marawila kann ich aus ganzer Überzeugung sagen, dass es sich lohnt, dieses Projekt zu unterstützen. Die Spendengelder kommen fast zu 100 Prozent den Kindern zugute, da diese kleine Hilfsorganisation kaum Ausgaben für Verwaltung und Management aufbringen muss. Es handelt sich um eine überschaubare und nachvollziehbare Hilfe, durch die wenigstens ein paar der zahlreichen Waisenkinder Sri Lankas eine gesicherte Zukunft bekommen können. Nach dem unerschöpflichen Engagement von Linus und seinen Helfern in Deutschland wäre es ein großer Verlust, das Angels Home aufgrund mangelnder Gelder wieder schließen zu müssen. Die Mädchen dort fühlen sich sichtlich wohl und sind dankbar für jede noch so kleine Unterstützung. Bester Beweis dafür sind ihre strahlenden braunen Kulleraugen.

Bildervortrag

Wer auf das Waisenheim-Projekt und Sri Lanka neugierig geworden ist, wird am Freitag, 13. April, um 20 Uhr recht herzlich in die Kleinkunstbühne „Rautenkranz" in Meiningen eingeladen. In Wort und Bild stellt Julia Fischer dort in einem interessanten Vortrag Waisenheim, Land und Leute vor und beantwortet gern die Fragen des Publikums.