Hilfe für Mädchen in einem Kinderheim in Sri Lanka

Julia, Frank und die Mädchen aus dem Angels HomeWie sich eine Thüringerin seit zehn Jahren für Mädchen in Maravilla einsetzt. Von Erfurt aus will sie sich weiter engagieren

Erfurt. Nach zehn Jahren in Sri Lanka ist Julia Fischer nach Thüringen zurückgekehrt. Hinter ihr liegt eine aufregende Zeit, hat sie schließlich ein Kinderheim für Mädchen aufgebaut. Alles begann mit einem Praktikum in 2006, zwei Jahre nach dem Tsunami.

Seit 2005 existiert der Verein Dry Lands Project, der in Marawila / Sri Lanka das sogenannte „Angels Home for Children“ betreibt, ein Kinderheim ausschließlich für Mädchen.

„Die Einrichtung wurde aus privater Initiative von dem Deutschen Frank Lieneke ins Leben gerufen und bietet 60 Kindern aus zerrütteten Familienverhältnissen ein neues Zuhause“, berichtet sie. Die Mädchen sind in einem Alter zwischen fünf und 18 Jahren und werden rund um die Uhr durch einheimisches Pflegepersonal und Praktikantinnen aus Deutschland liebevoll betreut.

Viele Kinder sind Scheidungskinder, die aus erster Ehe stammen und nicht mit in die zweite Ehe genommen werden können. „Außerdem kümmern wir uns um Mädchen, die vergewaltigt oder Opfer häuslicher Gewalt wurden und nun aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses der Obhut der Eltern entzogen wurden“, sagt Julia Fischer.

Zwar gebe es auch staatliche Heime. Doch zum einen reichen diese nicht aus, zum anderen ist in dem Heim von Dry Lands alles sehr modern. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ist eng, oft fragt es an, ob sie weitere Mädchen aufnehmen können. Das Hauptziel bestehe darin, die Mädchen in eine unabhängige und finanziell abgesicherte Zukunft zu begleiten, was durch zahlreiche Bildungs- und Freizeitangebote realisiert wird.

Seit Anfang 2015 steht auf dem Nachbargrundstück des Kinderheims zudem eine berufliche Ausbildungsstätte. Dort bekommen auch Mädchen und junge Frauen von außerhalb die Möglichkeit, einen Beruf in den Bereichen Schneiderei, Friseurwesen oder Kosmetik zu erlernen.

Etwa 15 Festangestellte – Einheimische, die vor allem die Sprache der Kinder sprechen – gibt es in der Einrichtung. Julia Fischer spricht mittlerweile auch singhalesisch. „Ich hatte damals nicht gedacht, dass ich so lange bleiben werde“, sagt die junge Frau, die ursprünglich aus Meiningen kommt.

Vorträge bei Senioren und in Volkshochschule

Doch während ihres Studiums lernte sie Erfurt kennen und wohnt nun hier nach zehn Jahren Ausland. Sie möchte die Arbeit von hier aus steuern, was sich als schwierig herausstellt. „Wir machen die Arbeit von zehn Mann zu zweit“, sagt sie.

Die Finanzierung des Dry Lands Projects läuft fast ausschließlich über private Spendengelder und Patenschaften. Dabei steht Transparenz für die Projektverantwortlichen als oberstes Gebot ihrer Arbeit.

In der nächsten Zeit will Julia Fischer in hiesige Unternehmen gehen, vom Projekt berichten und Spenden akquirieren. Auch ist sie zu Gast im Schutzbund der Senioren und Vorruheständler. Sie stellt das Land und ihr Projekt am 28. September um 14 Uhr im Saal des Schutzbundes vor. Anmeldungen sind unter (0361) 2620775 möglich. Zudem wird sie am 19. Oktober um 18.40 Uhr in der Volkshochschule einen Vortrag halten. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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Author: Anja Derowski