Kindern eine Zukunft schenken


Sri Lanka im Juli 2012. Für die 50 Mädchen aus dem „Angels Home for children“ stehen die Sommerferien vor der Tür. Aber was ist das, warum macht die achtjährige Kalpeni ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter? Und auch ihre fünf Jahre ältere Schwester Sadisha sieht nicht besonders glücklich aus, was ist los? 

Gruppenfoto

Später weiß ich, die Examensergebnisse waren Schuld. „Noch schlechter als im letzten Jahr“, so lautet das Gesamtergebnis. Trotz Nachhilfeunterricht, trotz geregelter Hausaufgabenzeiten, will es einfach bei den meisten nicht so recht klappen mit dem schulischen Erfolg. Etwas muss sich dringend ändern... Das „Angels Home for children“, ein Kinderheim für Mädchen in Sri Lanka ist das Hauptprojekt des Dry Lands Project e.V. Eine deutsche Initiative, die sich seit 2005 um arme und vernachlässigte Kinder in Sri Lanka kümmert. Die beiden Projektleiter Frank Lieneke und Julia Fischer sind immer vor Ort und begleiten das Projekt und die Kinder rund um die Uhr. 

Für eine bessere Zukuft

Für die beiden hat vor allem  die Zukunft der Mädchen oberste Priorität. Sie sollen dem Teufelskreis entkommen, in dem ihre eigenen Eltern, insbesondere Mütter, gefangen waren. Aufgrund von fehlenden Bildungsabschlüssen sind die Frauen in Sri Lanka immer noch stark abhängig von ihren Männern. Eine Frau mit Kindern aber ohne Mann ist aufgeschmissen. Sehr viele Ehen in Sri Lanka, besonders in ländlichen und unterentwickelten Gebieten (Zwangsverheiratung etc.) werden geschieden. Daher sind Zweitehen keine Seltenheit. Die neuen Ehemänner akzeptieren die Kinder aus erster Ehe meistens nicht und somit landen diese dann in Kinderheimen. Dabei können die Mädchen aus dem Angels Home in Marawila noch von Glück sprechen, dass sie ausgerechnet hier ihr neues zu Hause gefunden haben.

Hinter jedem der Mädchen steckt eine tragische Geschichte, die an keinem der Kinder spurlos vorbeigegangen sein kann. Hier schließt sich der Kreis mit den schlechten Examensergebnissen. Aufgrund ihrer schwierigen und teilweise traumatischen Vergangenheit fällt es ihnen schwer, sich auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren und gute Leistungen in der Schule zu erbringen. Das Tragische an der Sache ist, dass den Mädchen ohne einen Schulabschluss oder eine vernünftige Ausbildung eine ähnlich trostlose Zukunft bevorsteht, wie sie ihre Eltern vor sich hatten.

Sashini, Sashini Madushika und SajaniAber Julia Fischer und Frank Lienecke (beide aus Deutschland) haben eine Idee dem  Ganzen eine Wendung zu geben: „Wenn auch die meisten Mädchen den Anforderungen in der Schule nicht so richtig gewachsen sind, sind sie stattdessen handwerklich sehr begabt. Alle erfüllen ihre häuslichen Pflichten mit viel Hingabe und Genauigkeit. Warum sollte man dies nicht nutzen und ihnen eine Ausbildung bieten, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht?“ Unterricht im Nähen, Sticken, Häkeln, Stricken, Schneidern mit der Nähmaschine, Töpfern, Besenherstellung und der Fertigung von Alltags- und Kunstgegenständen aus den Bestandteilen der Palme, so sieht der Plan der Projektleiter aus. Das Ganze soll auf einer größeren, vielfältigeren und professionelleren Ebene stattfinden, als die Kurse, die bisher im Kinderheim angeboten wurden. Ziel soll es außerdem sein, den Auszubildenden am Ende eine Art Zeugnis / Zertifikat auszustellen, welches von staatlichen Betrieben / Arbeitgebern akzeptiert wird und den Einstieg in den normalen Arbeitsmarkt erleichtert. 

Dabei sollen in erster Linie die Ausbildungsstätten den älteren Mädchen des Kinderheims zu Gute kommen, die entweder die Schule ohne Abschluss verlassen haben oder bei deen man schon vorher absehen kann, dass ein Abschluss utopisch ist. Aber auch andere junge Frauen aus Marawila, sollen die Möglichkeit bekommen durch dieses Projekt verschiedene Handswerks-künste zu erlernen. Man könnte sich jedoch vorstellen, dass ein solches Ausbildungsangebot in Marawila auch von anderen jungen Frauen genutzt werden würde. 

Gut Ding braucht Platz

Das Angels Home for Children in Marawila Sri LankaDie Umsetzung würde aber eindeutig die räumlichen Kapazitäten des Kinderheims sprengen. Aber auch dafür gibt es schon eine Lösung. Das ca. 4000 qm große Nachbargrundstück des Angels Home  würde genug Platz für den Bau der Ausbildungsstätte bieten, zudem wäre noch genug Platz für einen großen Gemüsegarten. Denn auch die Gartenarbeit macht den Mädchen großen Spaß. Das Grundstück soll inklusive Anwalts- und Verwaltungskosten 55000,- € kosten. Der weitere Plan sieht so aus, dass im Eingangsbereich des Grundstücks eine kleine Verkaufshalle entstehen soll. Diese könnte man beispielsweise einmal pro Woche für Einheimische und Besucher öffnen. Die Produkte der Mädels und die Erzeugnisse aus dem Gemüsegarten könnten so zu fairen Mindestpreisen und zu Gunsten ihrer eigenen Zukunft, sowie des Kinderheims verkauft werden. „Ein durch und durch gut durchdachtes und vor allem nachhaltiges Zukunftsprojekt“, dabei sind sich alle Projektinhaber einig. Natürlich soll das schulische Potential der Mädchen aus dem Angels Home durch das neue Projekt nicht untergraben werden, sondern weiterhin gefördert werden. Hierfür finden in den Räumlichkeiten des Kinderheims weiterhin Nachhilfestunden in verschiedenen Unterrichtsfächern sowie Tanz- und Computerkurse statt.

Report-Leser gefragt

55 000 € das klingt nach einem ganz schönen Haufen Geld, aber nur wenn sie einer alleine zahlen muss! Wenn jeder etwas dazugibt, schrumpft der Betrag im Nu und umso näher rückt das neue Projekt.

Damit man als Spender sicher gehen kann, dass sein hartverdientes Geld nicht in die Taschen von Behörden oder Anderer landet, sondern ausschließlich in die Umsetzung des neuen Projektes fließt, findet man auf der Internetseiteseite der Organisation  www.dry-lands.org/ ein Spendenbarometer, das den finanziellen Fortschritt des Projekts genau dokumentiert. In denfolgenden Ausgaben des Bocholter Report, wird das Spendenbarometer abgedruckt werden und Sie über den aktuellen Stand informieren. Helfen Sie dem Dry Lands Project e.V und schenken damit den Mädchen eine bessere Zukunft