Dilrukshi Kumari Ariratne lebt seit dem 15.02.2010 bei uns im Angels Home und dort nennen wir sie einfach Kumari. Sie ist katholischen Glaubens und zum Zeitpunkt der Aufnahme 9 Jahre alt. Als wir ihre Geburtsurkunde erhielten, mussten wir mit einem Schmunzeln feststellen, dass Kumari gemeinsam mit unserer Matron am 07.10. Geburstag hat. 
Kumari ist die Schwester von Nadisha, die mittlerweile seit 2,5 Jahren bei uns lebt. Ein Nachbar ihres Elternhauses hat die Behörden eingeschaltet als er mitbekommen hat, unter welchen Bedingungen Kumari groß wird. Die Kleine schien tagtäglich Problemen wie Alkoholismus, Gewalt, Hunger und Prostitution der Mutter ausgeliefert zu sein und dies merkt man sowohl an ihrem Verhalten als auch an ihrer Sprachentwicklung.
Kumari macht einen sehr aufgeweckten und offenen Eindruck, jedoch muss sie noch lernen, ihr Temperament zu zügeln und sich in den Heimalltag einzugliedern. Bis sie zur Schule gehen kann, muss unser Personal zunächst ein wenig mit ihr das Sprechen üben. Glücklicherweise konnten wir auch für Kumari bereits Pateneltern vermitteln.
Die Entwicklung von Kumari im Jahr: 2010, 2011
Entwicklung Kumari (Juni 2010, geschrieben von Sophie Mörbe und Julia Fischer)
Als Kumari im Angels Home for Children ankam, hatte sie keine Kontrolle über sich und es fiel ihr schwer, sich an Regeln zu halten.“, so schätzt die Matron Kumari bei ihrer Ankunft ein. Nachdem die Kleine nun 4 Monate bei uns lebt, hat sie schon erhebliche Entwicklungsfortschritte gemacht.
Kumari ist momentan 9 Jahre alt und kann leider noch immer nicht zur Schule gehen. Mehrere Versuche in der letzten Zeit blieben erfolglos. Kumari spricht aufgrund der starken Vernachlässigung, unter der sie vorher gelitten hat, relativ wenig singhalesisch, wobei die Matron stets bemüht ist, ihr neue Wörter beizubringen und die vom Lehrer empfohlenen Sprachübungen mit ihr zu machen. Kumari hat große Schwierigkeiten, sich neue Wörter zu merken, was man unter anderem auch bei Namen (der anderen Kinder, des Personals) merkt. Aber: Kumari macht jeden Tag Fortschritte. Sie ist ein aufgeschlossenes und neugieriges Mädchen. Wenn sie könnte, würde sie wahrscheinlich alles Mögliche hinterfragen. Anders als die anderen Mädchen ist sie neuen Leuten (also Praktikanten oder Besuchern) gegenüber nicht schüchtern und geht sofort auf diese zu, um sie in Spiele mit einzubinden.
Aber so neugierig sie auch ist, so schnell verliert sie auch das Interesse. In einem Moment möchte sie unbedingt malen (sie liebt malen), im nächsten Augenblick ist Matschkuchenbacken das Größte, sie möchte immer und überall dabei sein und mitspielen. Bei Kindern ist das zwar nichts Ungewöhnliches, aber bei Kumari sind die Zeitspannen, in denen sie sich auf eine Sache konzentrieren kann, doch auffällig kurz. Außerdem hat Kumari zeitweise starke Stimmungsschwankungen. So passiert es manchmal, dass sie in einem Augenblick total lieb und happy ist und im nächsten schlecht gelaunt bzw. bösartig und die Praktikanten mit einem „Hau ab!“ wegschickt. Aufgrund der Sprachbarriere ist es jedoch schwer nachzuvollziehen, warum das so ist. Fragt man dann die anderen Kinder, wissen diese meistens auch nicht mehr. Weiterhin ist auffällig, dass Kumari im Vergleich zu anderen Kindern viel mehr körperliche Nähe sucht, sie wird gern in den Arm genommen und fordert das regelrecht ein.
Kumari ist derzeit 1,19 m groß und wiegt dabei 20 kg. Sie ist körperlich vollkommen normal entwickelt und wurde im Angels Home for Children zu einem guten Esser.
Da sie sich – wie bereits erwähnt – im Moment noch nicht sehr lange auf eine Sache konzentrieren kann, erhält sie vorerst nur Sprachunterricht von unserer Matron und die Praktikantinnen versuchen während der Englisch-Nachhilfe Kumaris Konzentration durch Malen, Memory-Spielen oder andere kleine Beschäftigungen zu steigern. In der Mathematik-Nachhilfe bei einer einheimischen Lehrerin versucht sie bereits, die ersten Zahlen zu schreiben.
Die anderen Mädchen mögen Kumari zwar sehr gerne, trotzdem wird sie aufgrund ihrer zurückgebliebenen Entwicklung häufig geärgert. Die anderen Mädchen necken sie gerne und machen öfters einen Spaß auf ihre Kosten. Und obwohl Kumari sich auch darüber ärgert, denke ich, dass sie die Aufmerksamkeit genießt und deshalb auch manchmal versucht, den anderen einen Grund zum Lachen zu geben.
Im Großen und Ganzen ist Kumari jedoch in jeder Beziehung auf einem sehr guten Weg und macht täglich Fortschritte.
Entwicklung Kumari (Juli 2011, geschrieben von Margarete Ciuk)
Die 10jährige Kumari ist nun schon fast 1,5 Jahre im Angels Home for Children und hat sich mittlerweile recht gut eingelebt. Sie ist zurzeit 1,26 m groß, wiegt 21 kg und ist ein sehr gesundes Mädchen. Sie gehört zwar immer noch zu einem der Kinder, die viel rumtoben und die man zum Teil 2x rufen muss, bis sie auf einen hören. Insgesamt hat sie sich aber auf den Heimalltag recht gut eingestellt und weiß ihren Pflichten bezüglich Reinigung und Gartenarbeit gut nachzugehen. Sicherlich hat ihre Schwester Nadisha, welche sie gerne mal mit einem lauten “KUMARI!” zurechtweist, gut dazu beigetragen, sie in den Heimalltag zu integrieren. Beispielsweise teilen sich Nadisha und Kumari ihren Schrank, welcher bei weitem täglich der ordentlichste Schrank im ganzen Kinderheim ist. Insgesamt empfindet es Kumari als sehr positiv, ihre Schwester bei sich in der Nähe zu haben, da sie es mag, mit ihr zu spielen und zu sprechen. Gerade bei Problemen ist Nadisha oft die erste Ansprechpartnerin. Des Weiteren hat Kumari auch zu den anderen Kindern ein gutes Verhältnis aufgebaut. Wo früher häufig über ihre Artikulationsschwierigkeiten gelacht wurde, korrigieren sie heutzutage viele Mädchen und versuchen ihr dadurch zu helfen. Ihre Sprachfähigkeit ist zwar immer noch unterdurchschnittlich, aber sie kann im Vergleich zum Vorjahr bereits deutlich besser sprechen und ist somit auf einem guten Weg.
Mit ihrer offenen, zugänglichen und teilweise vorlauten Persönlichkeit ist Kumari ein Mädchen, welches neuem Personal und Praktikantinnen direkt auffällt. Sie spielt sehr gerne Memory und fragt die Praktikantinnen zum Teil direkt bei ihrer Ankunft morgens im Kinderheim, ob sie ihr die “cards” bringen können. Beim Memory-Spielen fällt auch auf, dass ihre Merkfähigkeit mit der von den anderen Kinder gut mithalten kann und dass Kumari ihre Konzentrationsfähigkeit sehr verbessern konnte. Beispielsweise ist sie zum Teil fast eine Stunde beim Spiel mit dabei ist. Dass sie sich mittlerweile viel besser konzentrieren kann, finden auch die anderen Mädchen im Heim. Außerdem fällt auf, dass sich Kumari auch immer mehr englische Wörter aufschnappt, welche sie dann anschließend verwendet, um mit den Praktikantinnen zu kommunizieren. Trotzdem hinterlässt die jahrelange vorherige Vernachlässigung noch immer ihre Spuren, sodass Kumari zurzeit noch nicht die normale örtliche Schule in Marawila besuchen kann, sondern weiterhin zur Förderschule geht. Dort ist sie aber eines der besten Mädchen, was sicherlich daran liegt, dass sie eigentlich von normaler Intelligenz scheint und lediglich Defizite im Sprechen und Schreiben aufweist. Sobald sie diese Schwierigkeiten beheben kann, kann sie hoffentlich auch eine normale Schule besuchen. Einem Schulwechsel würde Kumari zwar durchaus positiv gegenüberstehen, jedoch fühlt sie sich in der Förderschule zurzeit auch sehr wohl. Besonders die Lehrer der Schule mag sie sehr gerne.
In ihrer Freizeit beschäftigt sich Kumari gerne mit sportlichen Aktivitäten und spielt zum Beispiel sehr gerne Elle und Kabaddi. Sie ist zwar noch nicht ganz so geschickt wie ihre Schwester Nadisha, aber sie hat definitiv das Ziel, mal genauso gut wie ihre Schwester zu sein. Weiterhin spielt Kumari auch gerne kleine Rollenspiele zusammen mit Piumi, Subani, Achini und Sajani im Garten. Dabei handelt es sich oft um Mutter-Vater-Kind- oder Lehrer-Kind-Situationen. In einem weiteren beliebten Rollenspiel sammeln die Kinder zunächst allerlei Dinge aus dem Garten (z.B. Stöcke, Steine und Sand) und wickeln diese anschließend in ein großes Blatt ein, um sie den anderen Kindern als Schokolode oder Eis anzubieten. Im Angels Home mag Kumari besonders die vielen Blumen, den Fischteich und die gemeinsamen Fernsehabende. Wie bei vielen anderen Kindern auch, zählt jedoch Gartenarbeit zu Dingen, welche sie eher weniger mag.
Der Partybus auf Tour
April 2011
Mit dem Partybus nach Kalpitiya
Oktober 2010
Camping in Thalawila. Besuch des ältesten Schreins in Sri Lanka
Februar 2010
Ab in den Guruge Nature Park
August 2009
Besuch im Kinderdorf Little Smile in Koslanda
August 2008
Die Reise nach Anuradhapura.
Mai 2008
Kurz-Trip zum Vesak Fest nach Nattandiya.
April 2008
Unterwegs nach Kandy
August 2007
Nach Pinnawela ins Elefantenwaisenhaus
Mai 2007
Ausflug zum Vesak Fest
Februar 2007
Ab in den Zoo nach Colombo.

